Schwarze Milch Der Frühe
Hand aufs Herz: Wer hat wirklich jedes Gedicht von Paul Celan verstanden? Seien wir ehrlich. Da sitzen wir. Mit verschränkten Armen. Und nicken wissend.
Denn, mal ganz unter uns, dieses "Schwarze Milch der Frühe"… ist das nicht ein bisschen… überbewertet? Ich meine, klar, es ist wichtig. Es ist bedeutsam. Es ist… nun ja, es ist eben Paul Celan. Aber ist es auch genießbar? Wie ein guter Wein? Oder eher wie eine bittere Medizin, die man runterschluckt, um intellektuell nicht dumm dazustehen?
Ich behaupte ja: Letzteres.
Okay, okay, bevor die Literaturwissenschaftler mich teeren und federn: Ich erkenne die Genialität an. Die Sprachgewalt. Die Tiefe der Thematik. Absolut. Aber dieses Gefühl, dass man eigentlich keine Ahnung hat, was da gerade passiert? Das ist doch omnipräsent, oder?
Ist das Kunst, oder kann das weg?
Wir alle kennen das. Man steht in einer Galerie vor einem abstrakten Gemälde. Ein paar Farbkleckse. Ein paar Linien. Und alle um einen herum nicken andächtig. "Ah, die innere Zerrissenheit des Künstlers!", flüstert jemand. Und man selbst denkt nur: "Hätte mein Hund auch hinbekommen."
Ist es bei Celan nicht manchmal ähnlich? "Dein goldenes Haar Margarete..." Ja, wunderschön. Bildhaft. Aber dann kommt die "Schwarze Milch der Frühe". Und man ist raus. Komplett raus. Schwimmt in einem Meer aus Metaphern, ohne Rettungsring.
Versteht mich nicht falsch. Ich will die Leistung von Celan nicht schmälern. Ich bewundere jeden, der sich mit dieser komplexen Materie auseinandersetzt. Aber ich finde, man darf auch mal ehrlich sein. Und sagen: "Ich verstehe es nicht." Ohne gleich als Kulturbanause abgestempelt zu werden.
Vielleicht ist es ja auch gar nicht so schlimm, es nicht zu verstehen. Vielleicht ist die Poesie von Celan gar nicht dafür gedacht, verstanden zu werden. Vielleicht geht es eher um das Gefühl. Um die Atmosphäre. Um die Dunkelheit und die Verzweiflung, die aus jeder Zeile tropfen.
Die dunkle Seite der Dichtung
Ich gebe zu, ich bin eher der Typ für leichte Kost. Ein sonniger Tag. Ein gutes Buch. Eine Tasse Kaffee. Und vielleicht ein paar Zeilen Rilke. Aber bitte nicht zu düster. Das Leben ist schon schwer genug.
Brauchen wir wirklich diese ständige Konfrontation mit dem Abgrund? Müssen wir uns immer wieder an die Schrecken der Vergangenheit erinnern? Ich sage ja. Aber vielleicht nicht unbedingt jeden Tag.
Und vielleicht nicht unbedingt in Form von "Schwarze Milch der Frühe". Sorry, Celan-Fans. Aber ich bleibe dabei: Ein bisschen weniger Holocaust-Poesie und ein bisschen mehr Heiterkeit würden der Welt guttun. (Okay, jetzt bekomme ich wirklich Ärger.)
Aber hey, das ist nur meine Meinung. Und Meinungen sind ja bekanntlich wie Popos: Jeder hat eine. Und manche sind eben etwas… unbequemer als andere.
Oder wie es ein kluger Mensch mal gesagt hat:
"Über Geschmack lässt sich streiten. Aber über Celan sollte man zumindest diskutieren."
Also, diskutieren wir! Bin ich ein Ignorant? Ein Banause? Oder gibt es da draußen noch andere, die sich mit der "Schwarze Milch der Frühe" ein bisschen… schwertun? Lasst es mich wissen!
Vielleicht können wir ja einen Selbsthilfekreis gründen. "Celan für Dummies". Oder "Wie man 'Schwarze Milch' erträgt, ohne depressiv zu werden". Nur so eine Idee.
Bis dahin prost. Mit einem Glas… äh… Weißwein. Oder vielleicht doch lieber etwas Stärkerem? Man weiß ja nie, wann die nächste Celan-Lektion droht.
Und denkt dran: Es ist okay, nicht alles zu verstehen. Hauptsache, man bleibt neugierig. Und behält seinen Humor.
