Seit Wann Gibt Es Mikrowellen
Willkommen! Haben Sie sich jemals gefragt, wann diese praktischen Küchenhelfer, die Mikrowellen, eigentlich ihren Weg in unsere Haushalte gefunden haben? Gerade wenn man als Tourist oder Expat in Deutschland ist, ist es interessant, die alltäglichen Dinge besser zu verstehen. Und die Geschichte der Mikrowelle ist überraschender, als man denkt!
Die Ursprünge: Ein Zufall im Zweiten Weltkrieg
Die Geschichte der Mikrowelle beginnt nicht etwa in einer hippen Küche der 1950er Jahre, sondern während des Zweiten Weltkriegs! Genauer gesagt, im Jahr 1945. Ein amerikanischer Ingenieur namens Percy Spencer, der für die Raytheon Corporation arbeitete, war mit der Entwicklung und Verbesserung von Radaranlagen beschäftigt. Radar funktioniert, indem es Mikrowellen aussendet. Eines Tages bemerkte Spencer etwas Ungewöhnliches: Ein Schokoriegel, den er in seiner Tasche trug, schmolz, obwohl es nicht besonders warm war. Er führte dies auf die Mikrowellenstrahlung der aktiven Radar-Röhre zurück.
Dies war der entscheidende Moment! Spencer war neugierig und führte weitere Experimente durch. Er legte Popcorn-Körner vor die Röhre und sie begannen zu platzen. Dann versuchte er es mit einem Ei, das allerdings (vorsicht, Spoiler!) explodierte und ein Kollege traf. Trotz dieses kleinen Missgeschicks erkannte Spencer das Potenzial dieser Entdeckung. Er hatte unbeabsichtigt die Grundlage für eine revolutionäre Kochmethode geschaffen.
Der erste Mikrowellenherd: Ein riesiges Monster
Raytheon erkannte das Potenzial und meldete noch im selben Jahr, 1945, ein Patent für den Mikrowellenkochprozess an. 1947 kam dann der erste kommerzielle Mikrowellenherd auf den Markt. Dieser hieß "Radarange" und war alles andere als ein kompakter Küchenhelfer! Stellen Sie sich ein Gerät vor, das etwa 1,80 Meter hoch war und fast 340 Kilogramm wog. Es war also eher ein Kühlschrank als eine Mikrowelle, wie wir sie heute kennen. Dazu kam noch der Preis: Rund 5.000 US-Dollar, was inflationsbereinigt heute etwa 60.000 US-Dollar wären. Klar, dass sich die Radarange in erster Linie für den kommerziellen Einsatz eignete, beispielsweise in Restaurants, Zügen oder Hotels.
Der Radarange war technisch komplex und benötigte eine Wasserkühlung, was die Installation und den Betrieb erschwerte. Trotzdem war es ein wichtiger Schritt in der Entwicklung der Mikrowelle, da es das Prinzip des Kochens mit Mikrowellenstrahlung demonstrierte.
Der Weg zur Haushaltsmikrowelle: Kleinere, billiger, besser
Die Entwicklung ging weiter, und die Hersteller arbeiteten daran, die Mikrowelle kleiner, effizienter und vor allem erschwinglicher zu machen. Ein wichtiger Durchbruch war die Entwicklung kompakterer und kostengünstigerer Magnetrons, der Röhren, die die Mikrowellen erzeugen.
1967 kam dann der erste Mikrowellenherd auf den Markt, der sich für den Einsatz in Privathaushalten eignete. Dieser wurde von der Firma Amana hergestellt und trug den Namen "Radarange" (ja, der gleiche Name wie das riesige Monster von 1947!). Dieser Radarange war deutlich kleiner, leichter und kostengünstiger als sein Vorgänger, kostete aber immer noch rund 500 US-Dollar (heute etwa 4.000 US-Dollar). Er war ein großer Erfolg und trug maßgeblich dazu bei, die Mikrowelle in den amerikanischen Haushalten zu etablieren.
Die Mikrowelle erobert Deutschland und Europa
In Deutschland dauerte es etwas länger, bis die Mikrowelle wirklich populär wurde. In den 1970er Jahren kamen die ersten Modelle auf den Markt, waren aber zunächst noch recht teuer und galten als Luxusgut. Ein wichtiger Faktor war auch die Skepsis gegenüber der neuen Technologie. Viele Menschen hatten Bedenken hinsichtlich der Strahlung und der Auswirkungen auf die Gesundheit. Diese Bedenken waren zwar unbegründet (Mikrowellenherde sind sicher, wenn sie ordnungsgemäß verwendet werden), aber sie trugen dazu bei, die Akzeptanz zu verzögern.
Erst in den 1980er Jahren, als die Preise sanken und das Angebot größer wurde, eroberte die Mikrowelle die deutschen Küchen. Die steigende Berufstätigkeit von Frauen und der Bedarf an schnellen und einfachen Mahlzeiten trugen ebenfalls zur Popularität bei. Heute ist die Mikrowelle aus den meisten deutschen Haushalten nicht mehr wegzudenken.
Die Mikrowelle heute: Ein vielseitiger Küchenhelfer
Heutzutage ist die Mikrowelle ein vielseitiger Küchenhelfer, der weit mehr kann als nur Essen aufwärmen. Es gibt Mikrowellen mit Grillfunktion, mit Dampfgarer, mit Heißluft und sogar mit integrierter App-Steuerung. Die Technologie hat sich rasant weiterentwickelt, und die Mikrowelle ist zu einem unverzichtbaren Bestandteil des modernen Lebens geworden.
Für Touristen und Expats in Deutschland ist die Mikrowelle besonders praktisch. Sie ermöglicht es, schnell und einfach Mahlzeiten zuzubereiten, Reste aufzuwärmen oder Fertiggerichte zu erhitzen. Viele Supermärkte bieten eine große Auswahl an Mikrowellengerichten an, die eine bequeme Option für unterwegs oder für Tage, an denen es schnell gehen muss, darstellen.
Wissenswertes und Fun Facts rund um die Mikrowelle:
- Das erste Gericht, das in einer Mikrowelle zubereitet wurde, war Popcorn.
- Die Mikrowelle wurde ursprünglich für den militärischen Einsatz entwickelt, um Radargeräte zu verbessern.
- Die Angst vor Strahlung aus Mikrowellen ist unbegründet. Moderne Mikrowellenherde sind so konstruiert, dass die Strahlung im Inneren bleibt.
- Eier sollten niemals in der Schale in der Mikrowelle gekocht werden, da sie explodieren können.
- Metallgegenstände sollten nicht in die Mikrowelle gelegt werden, da sie Funken schlagen können.
Fazit: Eine Erfolgsgeschichte
Die Geschichte der Mikrowelle ist eine faszinierende Erfolgsgeschichte, die mit einem zufälligen Schokoriegel begann und zu einem unverzichtbaren Küchengerät führte. Von einem riesigen, teuren Monster zu einem kompakten, erschwinglichen Helfer - die Mikrowelle hat einen langen Weg zurückgelegt. Ob als Tourist, Expat oder Einheimischer, die Mikrowelle ist ein praktischer und vielseitiger Helfer im Alltag. Also, beim nächsten Mal, wenn Sie Ihr Essen in der Mikrowelle aufwärmen, denken Sie daran, wie alles begann! Guten Appetit!
