Shooting An Elephant Analyse
Okay, lasst uns über diese Elefantengeschichte sprechen, "Shooting an Elephant" von George Orwell. Ja, genau, die. Vielleicht habt ihr sie in der Schule gelesen und euch gedacht: "Uff, noch so ein deprimierendes Buch." Aber haltet mal kurz inne! Es ist nämlich viel witziger, als man denkt.
Stellt euch vor: Da ist Orwell, ein junger Polizist im kolonialen Burma. Er ist genervt, weil ihn alle doof finden. Die Burmesen hassen die Briten und spucken ihm ständig Betelnuss-Saft auf die Schuhe. (Ja, wirklich. Betelnuss. Google das mal, es ist ziemlich eklig.) Also, Orwell hasst es auch, dort zu sein.
Eines Tages – und das ist jetzt kein Witz – rennt ein Elefant Amok. Nicht irgendein Elefant, sondern ein Arbeitselefant, der normalerweise brav Holz schleppt. Aber irgendetwas hat ihn verrückt gemacht. Er hat einen Mann totgetrampelt (ziemlich unlustig, ich weiß) und verwüstet jetzt den halben Marktplatz.
Die große Frage: Was tun?
Orwell bekommt den Auftrag, die Sache zu regeln. Er greift sich ein Gewehr (kein besonders großes, muss man sagen) und marschiert los. Und hier fängt der eigentliche Spaß an. Denn Orwell hat überhaupt keine Ahnung, was er tun soll. Er ist noch nie einem Amok laufenden Elefanten begegnet. Wer schon?
Er findet den Elefanten schließlich auf einem Reisfeld. Der Elefant ist ganz friedlich und frisst Gras. "Aha", denkt sich Orwell, "vielleicht hat sich die Sache ja erledigt." Aber da stehen schon Hunderte von Burmesen hinter ihm. Sie haben von der Sache Wind bekommen und wollen natürlich Spektakel sehen. Sie wollen sehen, wie der weiße Mann den Elefanten erledigt. Und hier kommt der Knackpunkt:
He wore a mask, and his face grew to fit it.
Das ist das Entscheidende. Orwell fühlt sich unter Druck gesetzt. Er will nicht als Feigling dastehen. Er will nicht, dass die Burmesen ihn auslachen. Also beschließt er, den Elefanten zu erschießen. Obwohl er eigentlich gar nicht will.
Der peinlichste Elefantentod aller Zeiten
Und jetzt wird es richtig absurd. Orwell hat, wie gesagt, keine Ahnung, wie man einen Elefanten erschießt. Er zielt irgendwohin (erinnern wir uns, kleines Gewehr) und feuert. Der Elefant zuckt kurz. Orwell feuert noch mal. Und noch mal. Der Elefant taumelt, fällt aber nicht um.
Es ist eine einzige Peinlichkeit. Der Elefant leidet, die Zuschauer johlen und Orwell ist völlig verzweifelt. Er feuert weiter, bis er fast keine Munition mehr hat. Der Elefant stirbt langsam und qualvoll. Es ist ein Desaster.
Danach? Orwell ist fertig. Er hat einen Elefanten getötet, den er nicht töten wollte, nur weil er Angst hatte, sich zu blamieren. Er hat sich von der Meinung der anderen leiten lassen und eine furchtbare Entscheidung getroffen.
Was lernen wir daraus?
Die Geschichte ist natürlich eine Allegorie auf den Kolonialismus. Orwell kritisiert das britische Empire und die Art und Weise, wie es die Menschen in den Kolonien behandelt. Aber es geht auch um viel mehr. Es geht um Gruppenzwang, um Autorität und um die Frage, wie wir Entscheidungen treffen.
Haben wir uns nicht alle schon mal in einer Situation befunden, in der wir etwas getan haben, was wir eigentlich nicht wollten, nur um anderen zu gefallen? Haben wir uns nicht alle schon mal von der Masse mitreißen lassen und eine dumme Entscheidung getroffen?
Das ist der Grund, warum "Shooting an Elephant" so relevant ist. Es ist nicht nur eine Geschichte über einen toten Elefanten. Es ist eine Geschichte über die menschliche Natur. Und es ist, wenn man genau hinsieht, auch eine ziemlich witzige Geschichte. Denn die Vorstellung, wie Orwell da steht, mit seinem viel zu kleinen Gewehr, vor Hunderten von lachenden Burmesen und einem sterbenden Elefanten, ist schon irgendwie komisch. Eine schwarze Komödie, sozusagen.
Also, wenn ihr das nächste Mal "Shooting an Elephant" seht, denkt nicht nur an Kolonialismus und Betroffenheit. Denkt auch an die Absurdität der Situation, an den Gruppenzwang und an die Frage, wie oft wir uns selbst untreu werden, um anderen zu gefallen. Und vielleicht könnt ihr dann ein kleines bisschen schmunzeln. Auch wenn es ein trauriges Schmunzeln ist.
