Short Story The Pedestrian
Okay, Freunde, lasst uns mal über was reden. Was, was so richtig… Kult ist. Und zwar Ray Bradburys Kurzgeschichte "The Pedestrian". Ja, genau die. Die, die jeder in der Schule lesen musste.
Ich sage es jetzt einfach: Ich fand sie… okay. Nicht der absolute Knaller, wie alle tun. Bitte, schmeisst mich nicht aus dem Literatur-Club! Ich habe meine Gründe!
Die dystopische Zukunft – Gähn?
Die Geschichte spielt in einer Zukunft, in der Fernsehen ALLES ist. Jeder klebt vor der Glotze. Nur Leonard Mead, unser Protagonist, findet es geil, abends spazieren zu gehen. "Wie schräg!" schreien alle. "So mutig, so rebellisch!".
Aber mal ehrlich: Haben wir das nicht schon tausendmal gehört? Dystopische Zukunft, böse Technologie, einsamer Held. Klingt für mich eher nach einem lauen Aufguss. Und ja, ich weiss, Bradbury hat das Ding 1951 geschrieben. Damals war das vielleicht neu. Aber heute?
Klar, die Vorstellung von einer Gesellschaft, die komplett von Technologie abhängig ist, ist beängstigend. Aber ich sehe das eher als: "Okay, das ist das Worst-Case-Szenario." Und ich finde, wir sind noch nicht ganz so weit. Zumindest nicht alle.
Der einsame Spaziergänger
Leonard Mead also, der einsame Wolf auf dem Bürgersteig. Er geht einfach so spazieren! Er schaut sich die Häuser an, die Gärten, die Bäume. Er denkt nach! Skandalös!
Ich gebe zu, ich kann das nachvollziehen. Manchmal ist es wirklich schön, einfach rauszugehen und die Welt zu beobachten. Aber dann denke ich mir auch: "Hey, ich könnte auch zu Hause auf der Couch liegen und Netflix gucken." (Nicht hauen!)
Und dann kommt die Polizei. Oder besser gesagt: Ein automatisches Polizeiauto. Das findet Mead total verdächtig. "Was? Sie sind zu Fuss unterwegs? Und das um diese Zeit? Sie sind bestimmt ein Verbrecher!".
"Beruf?" fragt das Auto. "Schriftsteller", antwortet Mead. "Kein Beruf", sagt das Auto.
Autsch! Das tut weh! Gerade als angehender (oder auch nicht so angehender) Autor. Aber ich muss gestehen: Der Dialog ist schon ein bisschen… hölzern. Sorry, Mr. Bradbury!
Das Ende vom Lied
Mead wird ins Irrenhaus gebracht. Weil er anders ist. Weil er spazieren geht. Weil er denkt. Klar, das ist traurig. Das ist unfair. Aber… irgendwie auch ein bisschen vorhersehbar.
Vielleicht bin ich zu abgestumpft. Vielleicht habe ich schon zu viele Dystopien gesehen. Vielleicht bin ich einfach nur ein hoffnungsloser Zyniker.
Aber "The Pedestrian" hat mich nicht so umgehauen, wie ich es erwartet hätte. Es ist eine solide Geschichte mit einer wichtigen Botschaft. Aber für mich ist es eben nicht das Meisterwerk, zu dem es oft gemacht wird.
Versteht mich nicht falsch. Ich bin froh, dass ich die Geschichte gelesen habe. Sie regt zum Nachdenken an. Sie erinnert uns daran, wie wichtig es ist, anders zu sein und seinen eigenen Weg zu gehen. Aber… ich bleibe dabei: Ich fand sie okay. Nicht mehr, nicht weniger.
So. Jetzt könnt ihr mich steinigen. Oder mir zustimmen. Oder mir einfach nur sagen, dass ich keine Ahnung habe. Alles ist erlaubt!
Und jetzt? Wer geht mit mir Netflix schauen?
