Sido Ich Mach Die Nacht Zum Tag
Mal ehrlich, wer hat noch nie zu Sido mitgegrölt: "Ich mach die Nacht zum Tag!"? Jeder, oder? Ich meine, klar, klingt erstmal nach pubertärem Aufstand. Aber ist es das wirklich?
Ich behaupte: Dieses Lied ist unterschätzt. Ein Manifest für alle, die irgendwie nicht ins "normale" Raster passen. Ein heimliches Bekenntnis, dass man eben anders tickt. Und, hey, vielleicht sogar besser?
Mir geht dieses "Früh aufstehen ist toll"-Gelaber so was von auf die Nerven. Klar, wer um 6 Uhr morgens schon Bäume ausreißt, soll das gerne tun. Aber ich? Ich bin um 6 Uhr morgens noch nicht mal ansatzweise ansprechbar. Meine Kreativität? Schläft. Meine Motivation? Träumt vom Wochenende. Mein Kaffeekonsum? Explodiert.
Nachtaktivität: Eine unterschätzte Superkraft
Ich bin einfach ein Nachtmensch. Und ich stehe dazu. Ich bin überzeugt, dass die besten Ideen unter dem Sternenhimmel geboren werden. Wenn die Welt zur Ruhe kommt. Wenn das Telefon endlich mal still ist. Wenn Netflix lockt. Ähm, ich meine, wenn die Muse küsst.
Denkt mal drüber nach: Wer hat die besten Partys geschmissen? Wer hat die genialsten Erfindungen nachts gemacht (vermutlich nicht, aber stellen wir es uns vor)? Wer hat die schönsten Gedichte im Mondschein geschrieben? Wahrscheinlich alles Leute, die "Ich mach die Nacht zum Tag" als Lebensmotto hatten.
Die Vorteile des nächtlichen Lebensstils
Erstens: Ruhe. Absolute, ungestörte Ruhe. Keine nervigen Nachbarn, die um 8 Uhr morgens den Rasen mähen. Keine lauten Kinder, die draußen spielen. Nur du und deine Gedanken. Oder du und deine Lieblingsserie. Okay, vielleicht nicht nur du und deine Gedanken.
Zweitens: Kreativität. Irgendwas am Dunkeln und am Stillen inspiriert mich einfach. Vielleicht ist es die Abwesenheit von Ablenkungen. Vielleicht ist es der Adrenalin-Kick, etwas zu tun, was "man" eigentlich nicht tun sollte. Vielleicht ist es einfach nur die Müdigkeit, die meine Gedanken irgendwie...anders...macht. Egal was es ist, es funktioniert.
Drittens: Niemand nervt dich. Okay, vielleicht deine Eltern. Oder dein Partner. Aber im Großen und Ganzen lässt dich die Welt in Ruhe, wenn du nachts aktiv bist. Du kannst tun und lassen, was du willst. Ohne dich ständig rechtfertigen zu müssen.
Und mal ehrlich: Wer hat noch nie heimlich bis 3 Uhr morgens gezockt, weil es einfach so viel Spaß macht? Ich jedenfalls. Schuldig im Sinne der Anklage.
Aber...die Gesellschaft!
Ja, ich weiß. Die Gesellschaft erwartet von uns, dass wir brav um 22 Uhr im Bett liegen und von effizienten Arbeitstagen träumen. Dass wir morgens um 7 Uhr fit und fröhlich aus den Federn hüpfen und voller Tatendrang in den Tag starten. Bla bla bla.
Ich sage: Pfeif drauf! Wenn du nachts produktiver bist, dann sei nachts produktiv. Wenn du nachts kreativer bist, dann sei nachts kreativ. Wenn du nachts einfach nur Spaß hast, dann hab nachts Spaß! Solange du niemandem schadest (und deinen Schlaf irgendwie nachholst), ist doch alles gut.
Klar, es gibt Herausforderungen. Arbeitszeiten. Soziale Verpflichtungen. Der Bäcker, der morgens um 7 Uhr frische Brötchen hat. Aber hey, man kann ja nicht alles haben. Vielleicht muss man einfach ein bisschen tricksen. Mittagsschlaf ist dein Freund! Kaffee ist dein bester Freund! Und vielleicht kann man ja auch mal einen Job finden, der zu den eigenen Schlafzeiten passt. #Nachtschichtlife
Also, das nächste Mal, wenn du Sido hörst, denk mal drüber nach. Vielleicht steckt in diesem vermeintlich stumpfen Party-Hit mehr Wahrheit, als du denkst. Vielleicht ist es okay, die Nacht zum Tag zu machen. Vielleicht ist es sogar genial. Ich sage ja, ist es! Unpopular Opinion: Ich liebe es!
Und jetzt entschuldigt mich, ich muss noch ein paar E-Mails beantworten. Es ist ja schließlich noch früh. Oder spät. Wie man's nimmt.
