Sigma Bc 9.16 Ats Zeigt Keine Geschwindigkeit
Es ist ein sonniger Sonntagmorgen. Der Kaffee dampft, die Vögel zwitschern, und ich bin bereit für meine wöchentliche Fahrradtour. Ich schwinge mich auf mein treues Ross, trete in die Pedale, und...nichts. Zumindest nichts auf meinem kleinen, schwarzen Freund, dem Sigma BC 9.16 ATS. Der Bildschirm zeigt mir beharrlich eine Null. Eine einsame, trotzige Null.
Keine Panik, denke ich. Vielleicht nur eine kleine Laune. Ich habe ja schon einiges mit meinem Fahrradcomputer erlebt. Er hat mich durch Wind und Wetter begleitet, hat Kilometer gezählt, als wären es Bonbons, und hat mir sogar mal die gefühlte Temperatur angezeigt, die gefühlt eisiger war, als die tatsächliche. Aber heute? Streikt er. Zeigt keine Geschwindigkeit an.
Zuerst versuche ich es mit der sanften Tour: Ein bisschen fester drücken auf die Knöpfe, Batterie checken (obwohl sie erst neu ist), und ein vorsichtiges Pusten in die Sensoren. Nichts. Die Null bleibt. Sie starrt mich an, als würde sie sagen: "Na, kommst du mit diesem Rätsel klar?"
Dann kommt die Phase der Verleugnung. "Ach, das brauche ich doch gar nicht!", rede ich mir ein. "Ich spüre doch, wie schnell ich bin! Ich bin quasi ein menschlicher Tacho!" Ich rase also los, über Landstraßen und durch kleine Dörfer, bilde mir ein, meine Beine wären ein hochentwickeltes Geschwindigkeitsmessgerät. Blödsinn. Ich habe keine Ahnung, ob ich 15 km/h fahre oder 30. Ich fühle mich einfach nur schnell. Oder langsam. Je nachdem, wie der Gegenwind gerade steht.
Irgendwann, an einem steilen Anstieg (bei dem ich garantiert unter 10 km/h gekrochen bin, aber wer weiß das schon?), beschließe ich, dass die Verleugnung nicht funktioniert. Ich brauche diesen kleinen Quälgeist. Ich brauche die Zahlen. Ich brauche die Bestätigung, dass ich überhaupt vorwärts komme!
Also halte ich an, atme tief durch, und beginne mit der Detektivarbeit. Das Internet, mein Freund und Helfer, wird befragt. Foren werden durchforstet. YouTube-Videos werden angeschaut. Alles unter dem Motto: "Sigma BC 9.16 ATS Zeigt Keine Geschwindigkeit – Was tun?!"
Die Suche nach der Lösung
Die Tipps reichen von "Batterie raus und wieder rein" (schon probiert!) bis hin zu "Sensor und Magnet neu positionieren" (könnte sein!). Ich schaue mir also den Sensor und den Magneten an, die sich brav an Gabel und Speiche befinden sollten. Und da entdecke ich es. Den Übeltäter. Den Grund für meine frustrierende Null. Der Magnet hat sich...verabschiedet. Einfach weg. Spurlos verschwunden.
Ein Mini-Drama
Ich stelle mir vor, wie dieser kleine Magnet ein aufregendes Leben führt. Vielleicht hat er sich in eine andere Speiche verliebt und ist mit ihr durchgebrannt. Oder er hat genug vom schnöden Kilometerzählen und ist auf dem Weg in die Schweiz, um sich in einem Käse zu verstecken. Wer weiß?
Die Realität ist wahrscheinlich weniger romantisch. Wahrscheinlich hat ihn einfach ein Schlagloch aus der Bahn geworfen, und er liegt nun irgendwo im Straßengraben, ein kleines, unschuldiges Opfer des Radfahrerlebens. Trotzdem: Ich fühle eine gewisse Ehrfurcht vor seinem Abenteuergeist.
Die Lösung ist klar: Ein neuer Magnet muss her. Ich fahre zum nächsten Fahrradladen, erkläre mein Problem (und ernte ein leicht mitleidiges Lächeln des Mechanikers), und kaufe einen neuen Magneten. Die Montage ist kinderleicht. Ich raste ihn an die Speiche, achte darauf, dass er nah genug am Sensor ist, und...bingo! Die Null ist verschwunden! Eine neue Zahl erscheint auf dem Bildschirm, und mit ihr ein Gefühl der Genugtuung.
Ich setze meine Fahrt fort, dieses Mal mit funktionierendem Tacho. Ich fühle mich wie ein neuer Mensch. Ich weiß genau, wie schnell ich bin (oder zumindest glaubt mein Fahrradcomputer das). Und ich habe gelernt, dass selbst die kleinste Komponente eines Fahrrads eine große Wirkung haben kann.
Und was habe ich noch gelernt? Dass manchmal, wenn der Sigma BC 9.16 ATS keine Geschwindigkeit anzeigt, die Lösung einfacher ist, als man denkt. Und dass selbst ein simpler Fahrradcomputer eine Quelle für überraschende, humorvolle und manchmal sogar ein bisschen herzerwärmende Geschichten sein kann.
Beim nächsten Mal, wenn mein Tacho streikt, werde ich nicht gleich verzweifeln. Ich werde mich an den kleinen, davongelaufenen Magneten erinnern, und vielleicht sogar ein bisschen schmunzeln.
Denn am Ende des Tages ist Fahrradfahren mehr als nur Kilometer und Geschwindigkeit. Es ist ein Abenteuer. Und manchmal, wie sich herausstellt, ist dieses Abenteuer Magnetisch.
