Sir Arthur Conan Doyle Doctor
Hallo liebe Reisefreunde! Ich bin's wieder, eure treue Begleiterin auf den verschlungenen Pfaden der Geschichte und Kultur. Heute nehme ich euch mit auf eine ganz besondere Reise – eine Spurensuche nach den vielfältigen Facetten eines Mannes, der mehr war als nur der Schöpfer des berühmtesten Detektivs der Welt: Sir Arthur Conan Doyle. Wir erkunden, wie der Arzt Conan Doyle den Schriftsteller, den Abenteurer und den Spiritisten prägte. Packt eure mentalen Koffer, denn es wird spannend!
Der Medizinstudent und der junge Arzt
Unsere Reise beginnt in Edinburgh, einer Stadt, die allein schon eine Reise wert ist. Hier, an der renommierten University of Edinburgh, studierte Arthur Conan Doyle Medizin. Stellt euch vor, wie er durch die kopfsteingepflasterten Gassen eilte, Bücher unter dem Arm, auf dem Weg zu Anatomievorlesungen und klinischen Praktika. Es waren Jahre harter Arbeit, geprägt von Wissensdurst und dem unbedingten Wunsch, Menschen zu helfen. Doch schon damals, inmitten von medizinischen Fachbüchern, keimte in ihm die Leidenschaft für das Schreiben.
Was viele vielleicht nicht wissen: Conan Doyle arbeitete während seines Studiums als Schiffsarzt auf einem Walfänger! Ja, ihr habt richtig gelesen! Diese abenteuerliche Zeit, fernab von Hörsälen und medizinischen Geräten, prägte ihn nachhaltig. Er erlebte die raue See, begegnete den unterschiedlichsten Charakteren und sammelte unzählige Geschichten, die später in seine Werke einflossen. Man könnte sagen, dass das Meer sein erstes großes Schreibseminar war. Denkt nur an die Detailgenauigkeit, mit der er Seefahrer und ihre Geschichten in seinen Büchern beschreibt!
Die Mühen des Praxisalltags
Nach seinem Studium eröffnete Conan Doyle seine eigene Arztpraxis in Southsea, einem Küstenort in der Nähe von Portsmouth. Leider, oder vielleicht auch zum Glück für uns Leser, lief die Praxis eher schleppend. Seine Patienten blieben rar. Es heißt, er habe mehr Zeit mit dem Schreiben von Kurzgeschichten verbracht als mit dem Behandeln von Kranken. Und genau diese "Leerlauf"-Zeit war es, die den Grundstein für seinen literarischen Erfolg legte. Hätte er eine florierende Praxis gehabt, wer weiß, ob wir jemals Sherlock Holmes kennengelernt hätten!
Der Arzt als Inspiration für den Detektiv
Und hier kommen wir zum Herzstück unserer Reise: Wie beeinflusste Conan Doyles medizinischer Hintergrund seine berühmteste Schöpfung, Sherlock Holmes? Die Antwort ist: enorm! Holmes' messerscharfer Verstand, seine Fähigkeit zur Beobachtung und seine deduktiven Fähigkeiten sind eng mit dem medizinischen Denken verbunden. Denkt an die Anamnese, die ein Arzt erhebt, um eine Diagnose zu stellen. Holmes' Methode ähnelt diesem Prozess aufs Haar. Er sammelt Indizien, analysiert sie und zieht daraus seine Schlüsse.
Dr. Joseph Bell, einer von Conan Doyles Professoren in Edinburgh, war ein Meister der Beobachtungsgabe. Er konnte allein anhand von Äußerlichkeiten, wie z.B. der Art, wie jemand ging oder sprach, Rückschlüsse auf dessen Beruf, Herkunft und sogar Krankheiten ziehen. Bell diente Conan Doyle als Inspiration für Sherlock Holmes. Holmes' berühmte Zitate wie "Sie sehen, aber Sie beobachten nicht" spiegeln Bells Lehren wider.
Auch die wissenschaftliche Herangehensweise, die Holmes an seine Fälle legt, ist typisch für einen Arzt. Er experimentiert, analysiert Beweismittel im Labor und wendet wissenschaftliche Methoden an, um die Wahrheit ans Licht zu bringen. Er ist gewissermaßen ein Detektiv im weißen Kittel – ein Arzt, der statt Krankheiten Verbrechen aufdeckt.
Ich persönlich finde es faszinierend, wie Conan Doyle seine medizinischen Kenntnisse in seine Geschichten einfließen ließ. Er beschrieb detailliert medizinische Sachverhalte, von Vergiftungen bis hin zu Verletzungen, und verlieh seinen Geschichten dadurch eine Authentizität, die seinesgleichen sucht.
Man merkt einfach, dass er vom Fach war.
Mehr als nur Medizin: Der vielseitige Conan Doyle
Doch Conan Doyle war mehr als nur Arzt und Schriftsteller. Er war auch ein leidenschaftlicher Sportler, ein Kriegskorrespondent und ein Verfechter spiritistischer Ideen. Er reiste viel, diente als Arzt im Burenkrieg und setzte sich vehement für die Unschuld von Menschen ein, die fälschlicherweise verurteilt wurden. Sein Leben war ein Abenteuer, das er in vollen Zügen genoss.
Seine spiritistischen Überzeugungen, die er nach dem Verlust seines Sohnes Kingsley im Ersten Weltkrieg entwickelte, mögen heute kontrovers diskutiert werden. Doch sie waren für ihn eine Quelle des Trostes und der Hoffnung. Er widmete sich dem Studium spiritistischer Phänomene und setzte sich öffentlich für den Spiritismus ein. Auch diese Phase seines Lebens prägte seine Werke, vor allem seine späteren Romane und Kurzgeschichten.
Auf den Spuren von Conan Doyle: Reisetipps
Wenn ihr nun Lust bekommen habt, selbst auf den Spuren von Sir Arthur Conan Doyle zu wandeln, habe ich hier ein paar Reisetipps für euch:
- Edinburgh, Schottland: Besucht die University of Edinburgh, wo Conan Doyle Medizin studierte. Schlendert durch die Altstadt und lasst euch von der Atmosphäre der Stadt verzaubern. Das Surgeon's Hall Museum bietet Einblicke in die medizinische Geschichte Edinburghs.
- Portsmouth/Southsea, England: Erkundet Southsea, wo Conan Doyle seine Arztpraxis hatte. Obwohl das Gebäude nicht mehr existiert, gibt es in der Stadt einige Gedenktafeln, die an seine Zeit dort erinnern.
- Crowborough, England: Besucht das Anwesen "Undershaw", wo Conan Doyle lange Zeit lebte und viele seiner Werke schrieb. Das Haus wurde restauriert und dient heute als Schule für Kinder mit besonderen Bedürfnissen.
- London, England: Natürlich darf ein Besuch des Sherlock Holmes Museums in der Baker Street nicht fehlen! Taucht ein in die Welt von Sherlock Holmes und Dr. Watson und lasst euch von den originalgetreuen Nachbildungen der berühmten Schauplätze begeistern.
Und noch ein kleiner Tipp am Rande: Lest während eurer Reise die Sherlock Holmes Geschichten! Es gibt nichts Schöneres, als die Abenteuer des berühmten Detektivs an den Orten zu erleben, an denen sie spielen. Es ist, als würde man selbst Teil der Geschichte werden.
Ich hoffe, meine kleine Reise zu Sir Arthur Conan Doyle hat euch gefallen. Es ist immer wieder faszinierend zu sehen, wie vielfältig und facettenreich das Leben eines Menschen sein kann. Conan Doyle war nicht nur der Schöpfer von Sherlock Holmes, sondern auch ein Arzt, ein Abenteurer, ein Kriegskorrespondent und ein Spiritist. Ein Mann mit vielen Gesichtern, der uns bis heute inspiriert. Also, packt eure Koffer und begebt euch auf die Spuren dieses außergewöhnlichen Mannes! Bis zum nächsten Mal, eure reiselustige Geschichtenerzählerin!
