Soll Und Haben Erklärt
Okay, lasst uns ehrlich sein. Buchhaltung. Allein das Wort löst bei manchen schon Gähnen aus. Oder Panik. Oder beides gleichzeitig. Aber es muss nicht sein! Wir reden heute über Soll und Haben. Ja, genau. Die zwei Freunde (oder Feinde?) aus der Buchhaltungswelt.
Soll und Haben: Ein ungleiches Paar?
Stell dir Soll und Haben als zwei WG-Mitbewohner vor. Soll ist der Chaot. Immer aktiv, immer was los. Irgendwie. Und Haben? Haben ist der ordentliche Mitbewohner. Alles schön geordnet, alles am Platz. Manchmal etwas langweilig, aber zuverlässig.
Jetzt kommt meine unpopuläre Meinung: Ich finde Soll eigentlich sympathischer! Ja, ich habe es gesagt! Haben ist zwar wichtig und korrekt, aber Soll bringt die Action. Soll ist da, wo das Geld reinkommt (oder rausgeht, je nachdem, wie man's sieht!).
Was bedeuten die beiden überhaupt?
Ganz einfach (oder auch nicht, aber wir versuchen's): Soll ist die linke Seite. Haben die rechte. Wie im echten Leben. Links und rechts. Simpel, oder? Im Soll steht, wo das Geld hingegangen ist. Im Haben, woher es kam.
Beispiel: Du kaufst dir eine Pizza. Lecker! Im Soll steht jetzt "Pizza". Im Haben steht "Bankkonto". Weil du ja mit deinem Bankkonto die Pizza bezahlt hast. Ist doch logisch, oder?
Man könnte auch sagen: Soll ist wie der Grund, warum du etwas hast. Haben ist das, was du dafür hergegeben hast.
Kontoarten und ihre kleinen Macken
Es gibt natürlich verschiedene Kontoarten. Aktivkonten, Passivkonten, Aufwandskonten, Ertragskonten… Klingt kompliziert, ist es aber nicht! (Naja, vielleicht ein bisschen.)
Aktivkonten (z.B. Bank, Kasse) nehmen im Soll zu und im Haben ab. Denk an dein Bankkonto. Wenn Geld drauf kommt (Soll), wird's mehr. Wenn du was abhebst (Haben), wird's weniger.
Passivkonten (z.B. Kredite) funktionieren genau andersrum. Im Haben nehmen sie zu und im Soll ab. Klingt komisch, ist aber so! Stell dir vor, du nimmst einen Kredit auf. Dein Kreditkonto wird größer (Haben). Wenn du was zurückzahlst, wird's kleiner (Soll).
Aufwandskonten (z.B. Miete, Strom) mehren sich im Soll. Du zahlst Miete? Soll! Ertragskonten (z.B. Umsatzerlöse) mehren sich im Haben. Du verkaufst was? Haben!
Doppelte Buchführung: Warum doppelt hält besser ist
Das Ganze nennt man "doppelte Buchführung", weil jede Buchung immer im Soll und im Haben auftaucht. So stellt man sicher, dass am Ende alles aufgeht. Wie ein Puzzle. Nur ohne Bild.
Und jetzt kommt meine zweite unpopuläre Meinung: Ich finde, die doppelte Buchführung ist eigentlich ganz clever! Klar, am Anfang ist es verwirrend. Aber wenn man's einmal verstanden hat, ist es wie Fahrradfahren. Oder so ähnlich.
"Die doppelte Buchführung ist die schönste Erfindung des menschlichen Geistes." - Johann Wolfgang von Goethe (Angeblich. Vielleicht hat er auch nur Faust gesagt.)
Soll und Haben im echten Leben
Okay, genug Theorie. Wie hilft uns das Ganze im echten Leben?
Naja, nicht direkt. Aber wenn du verstehst, wie Soll und Haben funktionieren, verstehst du auch, wie Unternehmen funktionieren. Und vielleicht verstehst du auch, warum dein Kontostand manchmal so traurig aussieht.
Und wer weiß, vielleicht wirst du ja auch noch zum Buchhaltungs-Fan! (Okay, das ist vielleicht etwas übertrieben.) Aber zumindest hast du jetzt eine kleine Ahnung, was es mit diesen mysteriösen Begriffen auf sich hat. Und das ist doch schon mal was!
Also, Kopf hoch! Soll und Haben sind gar nicht so schlimm, wie alle sagen. Und wer weiß, vielleicht werden sie ja sogar deine neuen besten Freunde. (Vielleicht. Eher nicht. Aber man darf ja träumen.)
Jetzt geh raus und buch dir eine Pizza! (Natürlich im Soll deiner Freizeit.)
