Somebody That I Used To Know Verasche
Okay, lasst uns ehrlich sein. Wir alle kennen diesen einen Song. Ihr wisst schon, den, der in Dauerschleife im Radio lief. Ja, genau, ich meine Somebody That I Used To Know von Gotye. Und Kimbra. Und ja, ich weiss, es ist ein Meisterwerk. Vermutlich.
Aber… Hand aufs Herz… Bin ich die Einzige, die ein bisschen…übersättigt ist? Ich meine, klar, der Song ist catchy. Und die Melodie geht ins Ohr. Aber irgendwann, nach dem gefühlt millionsten Mal hören, fängt man an, die kleinen Dinge zu bemerken.
Die Verasche: Der Anfang vom Ende?
Erinnert ihr euch an die ganzen Parodien? Es gab sie zu Hauf! Von Star Wars bis hin zu Sesamstraße. Plötzlich sang jeder über alles mögliche, aber immer mit dieser markanten Melodie. Und ehrlich gesagt, einige waren…naja…nicht so toll.
Ich will ja niemandem zu nahe treten, aber einige dieser Veraschungen haben den Song irgendwie...entmystifiziert. Die Magie war weg. Wie wenn man erfährt, dass der Weihnachtsmann eigentlich nur der Nachbar mit einem Kissen unter dem Hemd ist. Ein bisschen enttäuschend, oder?
Die Over-Exposure-Epidemie
Es ist ja nicht so, dass der Song schlecht ist. Ganz im Gegenteil. Aber er wurde einfach überall gespielt. Im Supermarkt, im Wartezimmer beim Arzt, sogar in der Zahnarztpraxis! Und beim Zahnarzt will ich wirklich keinen Trennungsschmerz hören, sondern einfach nur, dass die Wurzelbehandlung vorbei ist.
Irgendwann war ich so weit, dass ich bei den ersten Takten des Songs panisch den Radiosender gewechselt habe. Oder, noch schlimmer, den Radio ganz ausgeschaltet habe. Stille war plötzlich eine willkommene Abwechslung.
Klar, einige Leute lieben den Song immer noch. Und das ist auch völlig okay. Jeder hat ja seinen eigenen Musikgeschmack. Aber ich persönlich brauche eine lange, sehr lange Pause von Somebody That I Used To Know. Vielleicht… in ein paar Jahrzehnten…kann ich ihn wieder hören, ohne innerlich zusammenzuzucken.
"Aber der Song ist doch so tiefgründig und emotional!" - Jemand, vermutlich.
Ja, ja, ich weiss. Tiefgründig und emotional. Aber manchmal braucht man eben einfach nur einen albernen Popsong ohne viel Tiefgang. Oder einfach nur Stille. Stille ist auch tiefgründig. In ihrer eigenen, stillen Art.
Also, keine Sorge, Gotye und Kimbra. Ich hasse euch nicht. Wirklich nicht. Ich bin euch sogar dankbar für den Ohrwurm. Aber im Moment brauche ich einfach nur eine Auszeit. Eine lange, erholsame Auszeit von eurem Hit. Und von allen Veraschungen. Bitte versteht das.
Vielleicht ist das ja nur meine ganz persönliche, unpopuläre Meinung. Aber ich glaube, ich bin damit nicht ganz allein. Es gibt da draußen bestimmt noch andere, die heimlich zugeben würden, dass sie Somebody That I Used To Know einfach nur noch...nicht mehr hören können.
Also, wer ist noch im Team „Ich-brauche-eine-Pause-von-diesem-Song“? Meldet euch! Wir können gemeinsam eine Selbsthilfegruppe gründen. Mit viel Stille und ganz, ganz viel anderer Musik. Und vielleicht, ganz vielleicht, können wir irgendwann wieder unbeschwert Somebody That I Used To Know hören. Vielleicht.
