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Steuererklärung Nach Der Ausbildung Halbes Jahr Fest Gearbeitet


Steuererklärung Nach Der Ausbildung Halbes Jahr Fest Gearbeitet

Herzlich willkommen im Steuerdschungel nach der Ausbildung! Keine Sorge, auch wenn das Thema Steuererklärung im ersten Job erstmal kompliziert klingt, ist es mit der richtigen Anleitung gut zu bewältigen. Besonders, wenn du nur ein halbes Jahr nach deiner Ausbildung fest gearbeitet hast, gibt es einige Dinge zu beachten, aber es ist definitiv kein Hexenwerk. Dieser Guide soll dir helfen, deine erste Steuererklärung nach der Ausbildung, mit einem halben Jahr Festanstellung, stressfrei zu meistern. Wir erklären dir alles Schritt für Schritt, damit du verstehst, welche Vorteile du nutzen kannst und wie du eventuell sogar Geld zurückbekommst.

Warum überhaupt eine Steuererklärung nach der Ausbildung?

Auch wenn du nur ein halbes Jahr gearbeitet hast, kann es sich lohnen, eine Steuererklärung abzugeben. Der Grund dafür ist, dass dein Arbeitgeber monatlich Lohnsteuer abgeführt hat, basierend auf der Annahme, dass du das ganze Jahr über ein bestimmtes Einkommen erzielen wirst. Wenn dein tatsächliches Jahreseinkommen aber niedriger ist, beispielsweise weil du nur ein halbes Jahr gearbeitet hast, hast du möglicherweise zu viel Steuer bezahlt. Durch die Steuererklärung kannst du diese zu viel gezahlte Steuer zurückfordern.

Welche Unterlagen benötigst du?

Um deine Steuererklärung zu erstellen, benötigst du einige wichtige Dokumente. Sammle diese am besten frühzeitig zusammen, um den Prozess zu erleichtern:

  • Lohnsteuerbescheinigung (LStB): Diese Bescheinigung hast du von deinem Arbeitgeber erhalten. Sie enthält alle wichtigen Informationen zu deinem Bruttoverdienst, den abgeführten Steuern (Lohnsteuer, Solidaritätszuschlag, Kirchensteuer) und Sozialversicherungsbeiträgen.
  • Sozialversicherungsnummer: Diese Nummer benötigst du zur Identifikation.
  • Bankverbindung (IBAN): Für die Rückerstattung deiner Steuern.
  • Nachweise über Ausgaben (falls vorhanden): Hierzu gehören zum Beispiel Belege für Arbeitsmittel, Fortbildungen, Bewerbungskosten oder Umzugskosten. Wir werden später im Detail darauf eingehen, welche Ausgaben du absetzen kannst.

Hast du alle Unterlagen beisammen, kann es losgehen!

Die Steuererklärung Schritt für Schritt:

Es gibt verschiedene Wege, deine Steuererklärung zu erstellen:

1. Die elektronische Steuererklärung mit ELSTER:

ELSTER ist das Online-Portal der deutschen Finanzverwaltung. Hier kannst du deine Steuererklärung kostenlos elektronisch erstellen und einreichen.

Vorteile:

  • Kostenlos
  • Direkte Übermittlung an das Finanzamt
  • Sicher
  • Vorjahresdaten können übernommen werden (falls vorhanden)

Nachteile:

  • Benötigt eine Registrierung und Authentifizierung
  • Kann für Steueranfänger etwas unübersichtlich sein

So funktioniert's:

  1. Registriere dich auf www.elster.de und lass dich authentifizieren. Das kann ein paar Tage dauern, da dir ein Brief mit einem Aktivierungscode zugeschickt wird.
  2. Logge dich in dein ELSTER-Konto ein.
  3. Wähle das passende Steuerjahr aus.
  4. Fülle die benötigten Formulare aus. Die wichtigsten sind:
    • Mantelbogen: Hier gibst du deine persönlichen Daten an.
    • Anlage N: Hier trägst du deine Einkünfte aus nichtselbstständiger Arbeit ein.
  5. Überprüfe deine Angaben sorgfältig.
  6. Sende die Steuererklärung elektronisch ab.

2. Steuererklärung mit Steuersoftware:

Es gibt eine Vielzahl von Steuersoftware-Programmen, die dich bei der Erstellung deiner Steuererklärung unterstützen. Diese Programme führen dich in der Regel Schritt für Schritt durch den Prozess und bieten Hilfestellungen und Tipps.

Vorteile:

  • Benutzerfreundlich und intuitiv
  • Hilfestellungen und Tipps zur Optimierung deiner Steuererklärung
  • Berechnung des voraussichtlichen Steuerergebnisses

Nachteile:

  • Kostenpflichtig

Beliebte Steuersoftware-Programme:

  • WISO Steuer
  • Taxman
  • Smartsteuer

3. Steuererklärung mit professioneller Hilfe:

Wenn du dich mit dem Thema Steuererklärung überhaupt nicht auskennst oder einfach keine Zeit hast, dich darum zu kümmern, kannst du auch einen Steuerberater oder Lohnsteuerhilfeverein beauftragen. Diese Experten helfen dir bei der Erstellung deiner Steuererklärung und sorgen dafür, dass du alle deine Möglichkeiten zur Steuerersparnis nutzt.

Vorteile:

  • Professionelle Beratung und Unterstützung
  • Maximierung deiner Steuervorteile
  • Entlastung von der Steuererklärung

Nachteile:

  • Kostenpflichtig (je nach Umfang der Leistungen)

Welche Kosten kannst du absetzen?

Nachdem du deine Einkünfte angegeben hast, kannst du verschiedene Kosten absetzen, um deine Steuerlast zu reduzieren. Hier sind einige Beispiele, die für dich relevant sein könnten:

Werbungskosten:

Werbungskosten sind Aufwendungen, die dir im Zusammenhang mit deiner beruflichen Tätigkeit entstehen. Dazu gehören:

  • Fahrtkosten zur Arbeit: Du kannst die Fahrtkosten zwischen deiner Wohnung und deiner Arbeitsstätte als Werbungskosten geltend machen. Für die ersten 20 Kilometer kannst du 30 Cent pro Kilometer ansetzen, ab dem 21. Kilometer sind es 38 Cent pro Kilometer (Entfernungspauschale).
  • Arbeitsmittel: Das sind zum Beispiel Fachbücher, Computer, Büromaterial oder spezielle Berufskleidung. Achte darauf, die Belege aufzubewahren.
  • Fortbildungskosten: Wenn du dich beruflich weitergebildet hast, kannst du die Kosten für Kurse, Seminare oder Lehrgänge absetzen.
  • Bewerbungskosten: Hast du dich nach deiner Ausbildung direkt beworben? Dann kannst du die Kosten für Bewerbungsfotos, Bewerbungsmappen, Porto oder Fahrtkosten zu Vorstellungsgesprächen geltend machen. Pauschalen pro Bewerbung sind üblich, aber Belege sind besser.

Sonderausgaben:

Sonderausgaben sind private Ausgaben, die unter bestimmten Voraussetzungen steuerlich absetzbar sind. Dazu gehören:

  • Kranken- und Pflegeversicherungsbeiträge: Deine Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung kannst du als Sonderausgaben geltend machen. Diese sind bereits in deiner Lohnsteuerbescheinigung aufgeführt.
  • Spenden: Wenn du an gemeinnützige Organisationen gespendet hast, kannst du diese Spenden steuerlich absetzen. Bewahre die Spendenquittungen auf.

Außergewöhnliche Belastungen:

Außergewöhnliche Belastungen sind zwangsläufig entstandene Ausgaben, die deine wirtschaftliche Leistungsfähigkeit erheblich beeinträchtigen. Hierzu gehören beispielsweise:

  • Krankheitskosten: Wenn du hohe Krankheitskosten hattest, die nicht von deiner Krankenversicherung übernommen wurden, kannst du diese als außergewöhnliche Belastung geltend machen. Allerdings gilt hier eine zumutbare Eigenbelastung, die von deinem Einkommen und Familienstand abhängt.

Wichtig: Pauschalen nutzen

Gerade am Anfang kann es schwer sein, alle Kosten einzeln nachzuweisen. Für bestimmte Ausgaben gibt es Pauschalen, die du ohne Nachweis ansetzen kannst:

  • Arbeitnehmer-Pauschbetrag: Dieser beträgt 1.230 Euro (Stand 2023) und wird automatisch vom Finanzamt berücksichtigt, wenn deine tatsächlichen Werbungskosten niedriger sind. Wenn du also weniger als 1.230 Euro Werbungskosten hattest, musst du nichts weiter tun.

Fristen beachten!

Die Steuererklärung muss in der Regel bis zum 31. Juli des Folgejahres beim Finanzamt eingegangen sein. Wenn du einen Steuerberater oder Lohnsteuerhilfeverein beauftragst, verlängert sich die Frist in der Regel bis zum 28. Februar des übernächsten Jahres. Informiere dich aber rechtzeitig über die genauen Fristen, da diese sich ändern können. Achtung: Die Frist für 2023 wurde in der Regel verlängert!

Tipps für deine erste Steuererklärung nach der Ausbildung:

  • Sei gründlich: Nimm dir ausreichend Zeit für die Erstellung deiner Steuererklärung und überprüfe deine Angaben sorgfältig.
  • Bewahre alle Belege auf: Sammle alle relevanten Belege und Nachweise, um deine Ausgaben belegen zu können.
  • Nutze die Angebote der Finanzverwaltung: Die Finanzverwaltung bietet verschiedene Hilfestellungen und Informationen zur Steuererklärung an. Nutze diese Angebote, um dich zu informieren und deine Fragen zu klären.
  • Scheue dich nicht, Hilfe in Anspruch zu nehmen: Wenn du dich unsicher fühlst oder Fragen hast, scheue dich nicht, einen Steuerberater oder Lohnsteuerhilfeverein zu kontaktieren.

Fazit:

Auch wenn die Steuererklärung nach der Ausbildung zunächst abschreckend wirken mag, ist sie mit der richtigen Vorbereitung und den passenden Informationen gut zu bewältigen. Nutze die Möglichkeiten, deine Kosten abzusetzen, und hole dir gegebenenfalls professionelle Hilfe. Mit etwas Geduld und Sorgfalt kannst du möglicherweise sogar eine Steuererstattung erhalten und dein Konto aufbessern! Viel Erfolg dabei!

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