Summary The Reluctant Fundamentalist
Okay, lasst uns ehrlich sein. Der Reluctant Fundamentalist von Mohsin Hamid. Ein Buch, das in den Uni-Seminaren hochgejubelt wird. Jeder nickt zustimmend. Tiefgründig! Subtil! Genial! Aber... findet ihr es auch ein bisschen... anstrengend?
Changez, mein Freund, mein Feind, mein... Gesprächspartner?
Da ist dieser Typ, Changez. Super intelligent, Princeton-Absolvent. Wandert nach Amerika aus, macht Karriere. Alles scheint perfekt. Dann kommt 9/11. Und plötzlich ist sein Leben... kompliziert. Ja, ja, kennen wir alles. Aber warum muss er mir das stundenlang in einem pakistanischen Café erzählen?
Ein Gespräch ohne Ende
Das Buch ist ja im Grunde ein einziges, langes Gespräch. Changez redet und redet. Zu einem Amerikaner. Der vielleicht, vielleicht auch nicht ein Spion ist. Die Spannung ist zum Greifen nah. Aber mal ehrlich, wer redet SO lange am Stück? Sogar meine Oma, die Weltmeisterin im Geschichtenerzählen ist, macht mal eine Pause zum Luft holen!
Ich meine, ich verstehe ja die Symbolik. Der Fremde. Die Entfremdung. Die Suche nach Identität. Aber manchmal fühle ich mich wie der Amerikaner im Buch. Ich sitze da, nicke höflich und denke: "Könnten wir bitte zum Punkt kommen? Ich hab Hunger!"
Das Buch spielt mit unseren Vorurteilen. Wer ist gut? Wer ist böse? Ist Changez ein Terrorist? Oder einfach nur ein missverstandener Mann? Hamid ist ein Meister darin, Fragen aufzuwerfen. Aber er beantwortet sie nicht wirklich. Das ist natürlich der Witz. Es soll zum Nachdenken anregen. Aber manchmal will man einfach nur eine klare Antwort, oder?
Amerika! Liebe es oder... verlass es?
Changez' Beziehung zu Amerika ist... kompliziert. Er liebt das Land, bewundert es. Aber er hasst auch die Doppelmoral, die Arroganz. Er ist hin- und hergerissen. Wie viele von uns, die eine Hassliebe zu einem bestimmten Ort oder einer bestimmten Sache empfinden. Die Frage ist nur: Was macht man damit?
Vielleicht ist das der Kern des Buches: Die Suche nach einem Zuhause. Nach einem Ort, an dem man sich wirklich zugehörig fühlt. Und die Erkenntnis, dass dieser Ort vielleicht gar nicht existiert. Oder dass man ihn erst selbst erschaffen muss.
Aber selbst dann, wenn Changez mir die ganze Zeit von seinem Inneren berichtet, fühle ich mich irgendwie nicht... verbunden. Vielleicht liegt es daran, dass ich zu sehr damit beschäftigt bin, darüber nachzudenken, wie unbequem die Stühle in diesem imaginären pakistanischen Café sind.
Unpopuläre Meinung incoming!
Jetzt kommt meine unpopuläre Meinung: Vielleicht ist Der Reluctant Fundamentalist ein bisschen... überschätzt. Ja, es ist gut geschrieben. Ja, es behandelt wichtige Themen. Aber es ist auch ein bisschen prätentiös. Ein bisschen zu bemüht. Ein bisschen zu... intellektuell.
Ich meine, ich liebe anspruchsvolle Literatur. Aber manchmal sehne ich mich einfach nach einem Buch, das mich unterhält, ohne mir das Gefühl zu geben, ich müsste einen Doktortitel in postkolonialer Theorie haben, um es zu verstehen.
Vielleicht bin ich einfach zu dumm für dieses Buch. Oder vielleicht bin ich einfach nur ehrlich. Der Reluctant Fundamentalist ist kein schlechtes Buch. Aber es ist auch kein Meisterwerk. Es ist... ein Buch. Mit einem sehr, sehr langen Monolog.
Und jetzt lehne ich mich zurück und warte darauf, dass die Literaturkritiker mich steinigen. Aber hey, wenigstens habe ich meine Meinung gesagt.
Das Ende (endlich!)
Also, was sollen wir jetzt mit Changez und seinem "reluctant fundamentalism" anfangen? Ist er ein Held, ein Schurke, oder einfach nur ein Mann, der versucht, seinen Platz in einer komplizierten Welt zu finden? Ich glaube, das liegt ganz bei uns, dem Leser. Aber ehrlich gesagt, bin ich froh, dass das Gespräch vorbei ist. Ich brauche dringend einen Chai und ein Nickerchen.
