Tamron Af 70 300 F4 5.6 Di Ld
Okay, Leute, mal ehrlich. Wir müssen über dieses Objektiv reden. Ihr wisst schon, das Tamron AF 70-300mm f/4-5.6 Di LD. Ja, genau das. Das, das jeder zu haben scheint, oder zumindest mal hatte.
Ich habe da nämlich so eine... naja, sagen wir mal, eine etwas andere Meinung dazu. Eine Meinung, die euch vielleicht überraschen wird. Eine Meinung, die euch vielleicht dazu bringt, eure alten Fotoalben noch mal durchzublättern. Seid gewarnt!
Das Objektiv der Massen?
Jeder fängt mal klein an, richtig? Und für viele war dieses Tamron die erste Begegnung mit der Welt der Teleobjektive. Man wollte plötzlich Vögel im Garten fotografieren, den Mond (der dann doch immer nur ein unscharfer Fleck wurde) oder die Katze des Nachbarn aus sicherer Entfernung beobachten. Versteht mich nicht falsch, die Ambition ist lobenswert!
Aber sind wir mal ehrlich: War es wirklich so gut, wie wir uns alle einreden? Hatten wir damals einfach nur geringere Ansprüche? Oder war es einfach nur der günstige Preis, der uns geblendet hat?
Die "Bokeh"-Blase
Erinnert ihr euch an das Bokeh? Das unscharfe, verschwommene Zeug im Hintergrund, das jedes Foto sofort "professionell" wirken lassen sollte? Ja, das Tamron hat auch Bokeh produziert. Irgendwie. Aber war es wirklich... schön? Oder eher so ein "Ich hab's versucht"-Bokeh?
Ich sage ja nur... manchmal sah es eher aus wie ein Unfall mit Aquarellfarben. Aber hey, immerhin war der Hintergrund unscharf. Mission erfüllt, oder?
Die Schärfe-Lotterie
Und dann war da noch die Schärfe. Ein Glücksspiel für sich. Manchmal knackscharf, manchmal... naja, sagen wir mal "künstlerisch interpretiert". Man hat gehofft und gebetet, dass der Fokus sitzt. Und wenn nicht? Dann war's halt "Vintage-Look". Ja, genau, Vintage. War bestimmt so gewollt.
Ich meine, wer braucht schon knackscharfe Fotos von Eichhörnchen, wenn man auch ein leicht verschwommenes Eichhörnchen haben kann, das aussieht, als hätte es zu tief ins Glas geschaut?
Aber im Ernst, es war halt so. Man hat gelernt, damit zu leben. Man hat die ISO-Werte bis zum Anschlag hochgedreht und gehofft, dass das Rauschen die Unschärfe kaschiert.
Das Plastik-Gefühl
Und dann war da noch die Haptik. Dieses unverwechselbare Plastik-Gefühl, das man schon beim ersten Anfassen hatte. Man wusste sofort: Das ist kein Profi-Equipment. Aber hey, es hat seinen Zweck erfüllt. Und es war leicht! Das ist ja auch was wert, oder?
Man hat sich gefühlt wie ein echter Fotograf, mit einer echten Kamera und einem... naja, sagen wir mal, "interessanten" Objektiv. Man war stolz. Und das ist doch das Wichtigste, oder?
Unpopuläre Meinung?
Wahrscheinlich werde ich jetzt gesteinigt. Wahrscheinlich werden die Tamron-Enthusiasten auf die Barrikaden gehen und mir erklären, wie genial dieses Objektiv doch ist. Aber hey, ich sage ja nur, wie ich es empfunden habe.
Ich will das Tamron nicht schlechtreden. Es hat vielen den Einstieg in die Fotografie ermöglicht. Es war günstig, leicht und einigermaßen brauchbar. Aber lasst uns ehrlich sein: Es war kein Meisterwerk. Es war ein Kompromiss. Ein Kompromiss, den wir alle eingegangen sind. Und vielleicht ist es genau das, was es so besonders macht.
Also, was meint ihr? Bin ich der Einzige, der das so sieht? Oder gibt es da draußen noch andere, die heimlich im Stillen zustimmen?
Ich bin gespannt auf eure Kommentare! Und keine Sorge, ich trage kugelsichere Weste.
Vielleicht ist die Wahrheit ja, dass das Tamron AF 70-300mm f/4-5.6 Di LD gar nicht so schlecht war. Vielleicht war es einfach nur der erste Schritt auf einer langen Reise. Eine Reise, die uns zu besseren Objektiven, besseren Fotos und besseren Fotografen gemacht hat.
Und dafür bin ich dankbar. Auch wenn ich jetzt ein Objektiv für 2000 Euro habe und trotzdem noch unscharfe Fotos mache.
