Tapete Auf Tapete Kleben Geht Das
Herzlich willkommen in Deutschland! Planen Sie einen längeren Aufenthalt oder haben Sie sich vielleicht sogar dauerhaft hier niedergelassen? Dann stehen Sie vielleicht vor der Frage, wie Sie Ihr neues Zuhause verschönern können. Eine häufige Frage, die sich dabei stellt, ist: "Tapete auf Tapete kleben – geht das überhaupt?" Die Antwort ist nicht immer einfach und hängt von verschiedenen Faktoren ab. Aber keine Sorge, dieser Leitfaden hilft Ihnen, die richtige Entscheidung zu treffen und Fallstricke zu vermeiden. Wir erklären Ihnen, wann es funktioniert, wann Sie besser die Finger davon lassen und wie Sie vorgehen sollten, um ein zufriedenstellendes Ergebnis zu erzielen.
Die Grundlagen: Wann ist Tapete auf Tapete eine Option?
Grundsätzlich ist das Überkleben von Tapeten möglich, aber es ist keine Universallösung. Es gibt Situationen, in denen es eine praktikable und kostengünstige Option sein kann, und andere, in denen es zu Problemen führen wird. Betrachten wir zunächst die Faktoren, die für das Überkleben sprechen:
- Der Zustand der alten Tapete: Ist die vorhandene Tapete fest an der Wand verklebt, glatt und sauber? Dann ist die Wahrscheinlichkeit größer, dass das Überkleben funktioniert. Lose Stellen, Risse oder gar Schimmelbildung sind absolute No-Gos!
- Die Art der alten Tapete: Strukturtapeten mit sehr ausgeprägten Mustern sind problematisch, da sie sich durch die neue Tapete abzeichnen können. Glatte Vliestapeten oder Raufasertapeten mit feiner Struktur sind eher geeignet.
- Die Art der neuen Tapete: Schwere Tapeten, wie z.B. Vinyltapeten oder schwere Papiertapeten, belasten die alte Tapete stärker. Leichtere Vliestapeten sind in der Regel die bessere Wahl.
- Der Untergrund: Ist die Wand selbst stabil und tragfähig? Auch wenn die alte Tapete gut haftet, kann eine bröckelnde oder feuchte Wand Probleme verursachen.
Zusammenfassend lässt sich sagen: Wenn die alte Tapete fest, sauber, glatt und relativ dünn ist und Sie eine leichte Tapete verwenden möchten, stehen die Chancen gut, dass das Überkleben funktioniert.
Wann Sie lieber die Finger davon lassen sollten
In folgenden Fällen sollten Sie unbedingt davon absehen, Tapete auf Tapete zu kleben:
- Lose Tapete: Wenn die alte Tapete sich an einigen Stellen ablöst oder Blasen wirft, ist das Überkleben keine Option. Die neue Tapete wird die losen Stellen nur noch mehr belasten und sich ebenfalls ablösen.
- Mehrere Schichten Tapete: Je mehr Schichten Tapete bereits an der Wand sind, desto instabiler wird der Untergrund. Das Gewicht der neuen Tapete könnte dazu führen, dass sich alle Schichten gemeinsam ablösen.
- Stark strukturierte Tapete: Tiefe Muster oder Prägungen in der alten Tapete werden sich durch die neue Tapete abzeichnen und ein unschönes Ergebnis verursachen. Auch das Anbringen der neuen Tapete wird durch die Unebenheiten erschwert.
- Feuchtigkeitsschäden oder Schimmel: Feuchtigkeit und Schimmel sind ein Alarmsignal! Bevor Sie überhaupt an das Tapezieren denken, müssen Sie die Ursache der Feuchtigkeit beheben und den Schimmel fachgerecht entfernen lassen. Das Überkleben würde das Problem nur verdecken und verschlimmern.
- Vinyltapete: Vinyltapeten sind besonders schwierig zu überkleben, da sie eine glatte, wasserabweisende Oberfläche haben, an der der Kleister schlecht haftet.
Im Zweifelsfall ist es immer besser, die alte Tapete zu entfernen, um ein sauberes und dauerhaftes Ergebnis zu erzielen.
Schritt-für-Schritt-Anleitung: Tapete auf Tapete kleben (wenn es geht!)
Wenn Sie sich entschieden haben, dass das Überkleben in Ihrem Fall eine Option ist, sollten Sie folgende Schritte befolgen:
1. Vorbereitung ist alles!
Eine gründliche Vorbereitung ist das A und O für ein gutes Ergebnis. Nehmen Sie sich Zeit und gehen Sie sorgfältig vor:
- Reinigung: Reinigen Sie die alte Tapete gründlich mit einem feuchten Schwamm und etwas Spülmittel. Entfernen Sie Staub, Schmutz und Fettflecken. Lassen Sie die Tapete anschließend vollständig trocknen.
- Reparatur: Kleben Sie lose Stellen mit Tapetenkleister fest. Kleine Risse oder Löcher können Sie mit Spachtelmasse ausgleichen. Schleifen Sie die reparierten Stellen glatt.
- Grundierung: Tragen Sie eine Tapetengrundierung auf, um die Saugfähigkeit des Untergrunds zu reduzieren und die Haftung der neuen Tapete zu verbessern. Wählen Sie eine Grundierung, die für das Überkleben von Tapeten geeignet ist. Lassen Sie die Grundierung vollständig trocknen (beachten Sie die Herstellerangaben).
- Werkzeug bereitlegen: Sie benötigen: Tapeziertisch, Tapezierbürste oder -rolle, Cuttermesser, Wasserwaage oder Lot, Zollstock, Eimer, Kleister und natürlich die neue Tapete.
2. Die richtige Tapete und der richtige Kleister
Wie bereits erwähnt, ist eine leichte Vliestapete in der Regel die beste Wahl zum Überkleben. Achten Sie beim Kauf auf eine gute Qualität und auf die Herstellerangaben zur Verarbeitung.
Verwenden Sie einen Kleister, der für die Art der neuen Tapete geeignet ist. Vliestapetenkleister ist in der Regel eine gute Wahl, da er eine hohe Klebkraft hat und sich leicht verarbeiten lässt. Mischen Sie den Kleister nach den Anweisungen auf der Verpackung an.
3. Tapezieren Schritt für Schritt
Nun geht es ans Tapezieren selbst:
- Zuschnitt: Schneiden Sie die Tapetenbahnen auf die benötigte Länge zu. Achten Sie auf das Rapportmuster, falls vorhanden. Geben Sie an Ober- und Unterseite einige Zentimeter Überstand.
- Einkleistern (bei Papiertapeten): Tragen Sie den Kleister gleichmäßig auf die Rückseite der Tapetenbahn auf. Falten Sie die Bahn zusammen, sodass die eingekleisterten Seiten aufeinander liegen. Lassen Sie den Kleister einige Minuten einwirken (beachten Sie die Herstellerangaben). Bei Vliestapeten wird der Kleister direkt auf die Wand aufgetragen.
- Anbringen: Bringen Sie die erste Tapetenbahn an der Wand an. Achten Sie darauf, dass sie senkrecht ist (verwenden Sie Wasserwaage oder Lot). Drücken Sie die Tapete mit der Tapezierbürste oder -rolle von der Mitte nach außen fest, um Luftblasen zu vermeiden.
- Überstände abschneiden: Schneiden Sie die Überstände an Ober- und Unterseite mit einem Cuttermesser ab.
- Wiederholen: Wiederholen Sie die Schritte für die restlichen Tapetenbahnen. Achten Sie auf einen sauberen Übergang zwischen den Bahnen.
4. Trocknen lassen und genießen
Lassen Sie die Tapete nun vollständig trocknen. Vermeiden Sie Zugluft und starke Temperaturschwankungen. Nach dem Trocknen können Sie sich über Ihr neues Wanddesign freuen!
Alternativen zum Überkleben
Wenn Sie unsicher sind, ob das Überkleben die richtige Lösung ist, gibt es einige Alternativen:
- Tapete entfernen: Das Entfernen der alten Tapete ist zwar aufwendiger, aber es ist die sicherste Methode, um ein gutes Ergebnis zu erzielen. Es gibt verschiedene Techniken zum Entfernen von Tapeten, z.B. mit einem Dampfgerät oder mit speziellem Tapetenlöser.
- Wandverkleidung: Anstatt zu tapezieren, können Sie auch andere Wandverkleidungen verwenden, z.B. Holzpaneele, Putz oder Fliesen.
- Streichen: Wenn die alte Tapete glatt und fest ist, können Sie sie auch einfach überstreichen. Verwenden Sie eine Farbe, die für Tapeten geeignet ist.
Fazit: Gut überlegt ist halb tapeziert!
"Tapete auf Tapete kleben – geht das?" Ja, unter bestimmten Umständen ist es möglich. Es ist jedoch wichtig, die Vor- und Nachteile abzuwägen und die alte Tapete sorgfältig zu prüfen. Wenn Sie unsicher sind, ist es immer besser, die alte Tapete zu entfernen oder eine andere Wandgestaltungsmethode zu wählen. Mit einer guten Vorbereitung und der richtigen Technik können Sie jedoch auch mit dem Überkleben ein zufriedenstellendes Ergebnis erzielen. Viel Erfolg beim Tapezieren!
Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel dient nur zu Informationszwecken und ersetzt keine professionelle Beratung. Bei Fragen oder Unsicherheiten sollten Sie sich an einen Fachmann wenden.
Wir hoffen, dieser Leitfaden hat Ihnen geholfen! Genießen Sie Ihren Aufenthalt in Deutschland und viel Spaß beim Gestalten Ihres Zuhauses!
