Taschenrechner Casio Fx 991dex
Hand aufs Herz, Leute. Seid mal ehrlich zu euch selbst. Wir alle kennen ihn. Er liegt in der Schublade. Oder im Rucksack. Vielleicht sogar verstaubt. Der Casio FX-991DEX. Der Taschenrechner, der mehr kann als die meisten von uns. Und ja, ich wage es zu sagen: Ich finde ihn… ein bisschen… überbewertet.
Bevor jetzt der Shitstorm losbricht, lasst mich das erklären. Ich meine nicht, dass er schlecht ist. Um Gottes Willen, nein! Er rechnet. Er integriert. Er kann sogar Matrizen. Klingt alles super, oder? Aber mal ehrlich: Wann zur Hölle brauche ich Matrizen im Alltag? Beim Einkaufen? Beim Kochen? Beim Versuch, meinen Steuerschein zu verstehen?
Ich weiß, ich weiß. Für Ingenieure, Mathematiker und sonstige Zahlenakrobaten ist er wahrscheinlich Gold wert. Aber für den Rest von uns? Für Otto Normalverbraucher? Ist er nicht ein bisschen wie ein Ferrari, den man nur auf dem Weg zum Bäcker benutzt? Ein bisschen overkill?
Die Features, die keiner braucht (aber alle haben)
Dieser Rechner hat mehr Funktionen als meine Waschmaschine. Und die ist schon ziemlich smart. Er kann Gleichungen lösen, von denen ich nicht mal wusste, dass sie existieren. Er hat einen QR-Code-Generator, der meine Ergebnisse in fancy Grafiken verwandelt. Wozu? Um sie dann auf Instagram zu posten? #Matheistcool? Ich weiß ja nicht…
Und dann ist da noch das Display. Hochauflösend, gestochen scharf. Fast schon zu schön für die krakeligen Zahlen, die ich da eintippe. Es ist wie ein HD-Fernseher, auf dem man nur alte VHS-Kassetten guckt.
Die Bedienung: Ein Abenteuer für sich
Die Bedienung des FX-991DEX ist auch so eine Sache. Man braucht fast schon einen Doktortitel in Taschenrechnerologie, um all seine Funktionen zu verstehen. Ich habe die Bedienungsanleitung mal überflogen. Nach fünf Minuten hatte ich Kopfschmerzen und das dringende Bedürfnis, mir ein Eis zu holen.
Gibt es da nicht einfachere Alternativen? Rechner, die nicht so tun, als wären sie ein NASA-Computer? Rechner, die einfach nur… rechnen? Und das am besten ohne mir das Gefühl zu geben, total unterqualifiziert zu sein?
"Der Casio FX-991DEX ist wie ein Schweizer Taschenmesser. Man hat alles dabei, aber benutzt am Ende doch nur das Messer und den Korkenzieher."
Das Trauma der Schulzeit
Vielleicht kommt meine Abneigung auch von meiner Schulzeit. Der FX-991DEX war damals der heilige Gral. Wer ihn hatte, war cool. Wer ihn nicht hatte, war… naja, nicht so cool. Und natürlich hat er uns allen geholfen, durch die Matheprüfungen zu kommen. Aber hat er uns auch wirklich etwas beigebracht? Oder nur das Ergebnis ausgespuckt?
Ich erinnere mich an Klausuren, in denen die Hälfte der Klasse nur auf ihren Taschenrechner starrte, in der Hoffnung, dass er die Lösung von alleine ausspuckt. Hauptsache das richtige Ergebnis, egal wie man dahin gekommen ist. War das wirklich der Sinn der Sache?
Und lasst uns ehrlich sein: Wie viele von uns haben nach der Schule jemals wieder eine Integralrechnung gebraucht? Oder eine komplexe Zahl? Eben.
Ich will den Casio FX-991DEX nicht schlechtreden. Er ist ein fantastisches Gerät. Für die richtigen Leute. Aber vielleicht sollten wir uns alle mal fragen, ob wir ihn wirklich brauchen. Oder ob ein einfacher Taschenrechner nicht auch reicht. Einer, der nicht versucht, uns das Gefühl zu geben, wir wären dumm.
Vielleicht ist meine Meinung unpopulär. Vielleicht werde ich jetzt gesteinigt. Aber ich stehe dazu: Der FX-991DEX ist ein bisschen überbewertet. Und manchmal, nur manchmal, sehne ich mich nach den guten alten Zeiten zurück. Als ein Taschenrechner einfach nur… ein Taschenrechner war.
