Telc B2 Prüfung Beispiel
Kennen Sie das Gefühl, wenn Sie vor einer Aufgabe stehen, die so riesig erscheint, dass sie Ihnen den Atem raubt? So ging es mir, als ich zum ersten Mal von der Telc B2 Prüfung hörte. "B2", dachte ich, "das klingt nach einem Roboter aus einem Science-Fiction-Film."
Ich hatte mir Deutschlernen irgendwie einfacher vorgestellt. Ich träumte von gemütlichen Café-Besuchen, angeregten Gesprächen über Goethe und Brecht (obwohl ich zugegebenermaßen kaum etwas von denen gelesen hatte) und vielleicht sogar einer kleinen Romanze mit einem charmanten Bibliothekar namens Hans. Die Realität sah etwas anders aus.
Die Telc B2 Prüfung erwies sich als ein Monster mit vier Köpfen: Lesen, Hören, Schreiben und Sprechen. Und jeder dieser Köpfe hatte seine eigenen kleinen, fiesen Zähne. Die Leseverstehen-Aufgaben schienen aus kryptischen Gesetzestexten entnommen zu sein, die Hörverstehen-Aufgaben waren so schnell gesprochen, dass ich dachte, ich hätte meine Ohren verlegt, und beim Schreiben... nun, da kämpfte ich meistens mit der korrekten Anwendung des Genitivs (warum, oh warum, gibt es den Genitiv überhaupt?!).
Der Tag der Wahrheit: Die Prüfung
Der Tag der Prüfung fühlte sich an wie der Tag vor meinem Schulabschluss - nur mit mehr Nervosität und dem deutlichen Gefühl, dass mein Deutschwissen ein Kartenhaus war, kurz vor dem Einsturz. Der Prüfungsraum war so steril, dass ich mich fragte, ob hier heimlich Gehirnoperationen durchgeführt wurden.
Lesen
Die Leseverstehen-Aufgaben waren wie erwartet: Lange, verschachtelte Sätze, Vokabeln, die ich noch nie zuvor gesehen hatte, und Fragen, die so formuliert waren, dass selbst ein promovierter Linguist ins Schwitzen käme. Ich fühlte mich, als würde ich einen Roman in Klingonisch lesen. Ich kreuzte irgendetwas an und betete zum Deutschgott.
Hören
Das Hörverstehen war noch schlimmer. Die Sprecher redeten so schnell, dass ich dachte, sie hätten einen Wettbewerb für die schnellste Aussprache gewonnen. Ich konzentrierte mich so sehr, dass ich am Ende Kopfschmerzen hatte. Ich glaube, eine der Aufnahmen handelte von einer Debatte über die Vor- und Nachteile von Gurkenanbau in der Antarktis. Ernsthaft?
Schreiben
Die Schreibaufgabe. Hier sollte ich glänzen! Ich hatte geübt wie ein Weltmeister. Ich hatte E-Mails an fiktive Vermieter geschrieben, Beschwerden über imaginäre defekte Waschmaschinen verfasst und sogar einen Leserbrief an eine Zeitung über die Notwendigkeit von mehr Eichhörnchenüberquerungshilfen geschrieben. Aber im Prüfungsraum fiel mir nichts Besseres ein, als über die Schwierigkeiten des Deutschlernens zu schreiben. Sehr originell, ich weiß.
Sprechen
Und dann kam der Endgegner: die mündliche Prüfung. Ich wurde mit einem anderen Prüfling in einen Raum gesperrt und wir sollten uns über ein Thema austauschen. Mein Partner war ein junger Mann aus Brasilien, der so nervös war, dass er kaum ein Wort herausbrachte. Wir stammelten uns durch die Konversation, lachten ungeschickt und versuchten, uns gegenseitig Mut zuzusprechen. Es war eine Katastrophe. Eine liebenswerte Katastrophe, aber trotzdem eine Katastrophe.
Das überraschende Ergebnis
Ich war mir sicher, dass ich durchgefallen war. Ich hatte mich mental schon darauf vorbereitet, die Prüfung im nächsten Semester wiederholen zu müssen. Ich hatte sogar schon einen Termin beim Psychologen vereinbart, um meine Deutschlern-bedingten Traumata zu verarbeiten.
Aber dann kam die E-Mail. "Sehr geehrte/r [Ihr Name], wir freuen uns, Ihnen mitteilen zu können, dass Sie die Telc B2 Prüfung bestanden haben!"
Ich konnte es nicht glauben. Ich las die E-Mail dreimal, um sicherzugehen, dass ich mich nicht verlesen hatte. Ich hatte es tatsächlich geschafft! Ich war offiziell ein B2-Deutschsprecher!
Ich sprang auf und ab, jubelte und tanzte durch mein Zimmer. Ich rief meine Mutter an, meinen Vater, meine Oma, meinen besten Freund und sogar meinen ehemaligen Deutschlehrer, den ich eigentlich nie besonders mochte. Ich teilte die Nachricht mit der ganzen Welt.
Die Moral von der Geschicht'
Die Telc B2 Prüfung war vielleicht nicht der gemütliche Café-Besuch, den ich mir vorgestellt hatte. Aber sie war eine unglaubliche Lernerfahrung. Sie hat mir gezeigt, dass ich mehr kann, als ich dachte. Sie hat mir bewiesen, dass selbst die größten Herausforderungen zu meistern sind, wenn man hart arbeitet, sich nicht entmutigen lässt und vielleicht auch ein bisschen Glück hat.
Und was ist mit dem charmanten Bibliothekar Hans? Nun, den habe ich zwar immer noch nicht getroffen. Aber ich kann ihm jetzt zumindest auf Deutsch sagen, wie sehr ich seine Bücher mag.
Die Telc B2 Prüfung ist mehr als nur eine Prüfung. Sie ist ein Beweis dafür, dass man etwas erreichen kann, wenn man sich etwas vornimmt.
Und falls Sie auch gerade vor dieser Herausforderung stehen: Kopf hoch! Sie schaffen das! Und denken Sie daran: Selbst wenn Sie durchfallen, ist das nicht das Ende der Welt. Es ist nur ein weiterer Grund, noch härter zu üben und es beim nächsten Mal allen zu zeigen!
