The Great Gatsby Characterization
Okay, Leute, mal ehrlich: Der große Gatsby. Ein Buch, das man entweder liebt oder… nun, vielleicht ein bisschen einschläfernd findet, wenn man nicht gerade aufpasst. Aber lasst uns mal tiefer eintauchen, nicht in die dekadenten Partys (obwohl, die wären schon cool), sondern in die Charaktere. Denn die sind’s, die die ganze Geschichte so richtig saftig machen!
Nick Carraway: Der etwas unzuverlässige Erzähler von nebenan
Fangen wir mit Nick an. Nick ist unser Mann am Steuer, unser Erzähler. Er ist wie dein Kumpel, der immer sagt: „Ich bin ein guter Beobachter“, aber dann die Hälfte der Details vergisst und alles ein bisschen… naja, gefärbt darstellt. Er kommt aus dem Mittleren Westen, ist quasi frisch in New York und will eigentlich nur in Ruhe seine Anleihen verkaufen. Aber dann stolpert er über Gatsby und die ganze verrückte High-Society-Welt. Nick ist unser "ehrlicher" Blick in eine Welt voller Täuschung. Er versucht neutral zu sein, aber, Spoiler Alert: Er ist es nicht. Er bewundert Gatsby, verachtet Tom und Daisy, ist aber auch irgendwie von allen fasziniert. Er ist wie wir, wenn wir versuchen, die Klatschgeschichten unserer Freunde zu beurteilen: Wir wollen unparteiisch sein, aber insgeheim lieben wir das Drama!
Jay Gatsby: Der mysteriöse Gastgeber mit dem schattenhaften Hintergrund
Ah, Gatsby. Der Mann, der Mythos, die Legende. Er wirft Partys, die so extravagant sind, dass man sich fragt, woher er das ganze Geld hat (und ob er mich nicht mal einladen könnte). Gatsby ist das ultimative Rätsel. Er ist charmant, großzügig, ein bisschen schüchtern und offensichtlich steinreich. Aber warum schmeißt er diese ganzen Partys? Und warum starrt er immer so sehnsüchtig auf dieses grüne Licht am Ende des Docks? Er ist wie der neue Nachbar, von dem niemand so richtig weiß, was er beruflich macht, der aber trotzdem jeden Tag im Anzug rumläuft und einen Sportwagen fährt. Man will ihn kennenlernen, aber man hat auch ein bisschen Angst.
Gatsby ist der personifizierte amerikanische Traum, nur dass er vielleicht ein paar Abkürzungen genommen hat, um dorthin zu gelangen. Er ist der Beweis, dass man sich alles erkämpfen kann… oder zumindest so tun kann, als ob. Sein ganzes Leben ist eine Illusion, ein Kartenhaus, das auf einer einzigen, alles verzehrenden Sehnsucht aufgebaut ist: Daisy Buchanan.
Daisy Buchanan: Das goldene Mädchen mit dem gebrochenen Herzen (oder doch nicht?)
Daisy. Die Frau, für die Gatsby sein ganzes Vermögen ausgibt. Sie ist wunderschön, reich, gelangweilt und total… kompliziert. Sie ist wie eine Porzellanpuppe mit einem Riss im Herzen (oder vielleicht auch nur ein kleiner Kratzer, es ist schwer zu sagen). Sie verkörpert den sorglosen Reichtum der Upper Class, aber unter der Oberfläche brodelt eine gewisse Unzufriedenheit. Sie ist gefangen in einer unglücklichen Ehe mit dem Macho-Milliardär Tom, aber sie ist auch zu feige, um etwas daran zu ändern. Ist sie wirklich so unschuldig, wie sie tut? Oder ist sie einfach nur egoistisch und oberflächlich? Das ist die große Frage!
Daisy ist der Prototyp des "Damsel in Distress", aber vielleicht ist sie gar keine hilflose Jungfrau. Vielleicht ist sie einfach nur eine Meisterin der Manipulation, die genau weiß, wie sie ihre Reize einsetzen muss, um zu bekommen, was sie will.
Tom Buchanan: Der reiche Macho mit dem Doppelmoral
Tom ist der Antagonist, den man einfach hassen muss. Er ist reich, arrogant, rassistisch, sexistisch und hat eine Affäre. Er ist der Typ, der denkt, dass er sich alles erlauben kann, weil er eben Tom Buchanan ist. Er ist wie der Chef, der sich immer daneben benimmt, aber trotzdem nie zur Rechenschaft gezogen wird. Er verkörpert die dunkle Seite des amerikanischen Traums, den Überfluss und die Korruption, die mit unkontrollierter Macht einhergehen.
Tom ist der Inbegriff des "Old Money", der glaubt, dass ihm die Welt gehört.
Jordan Baker: Die zynische Golferin
Jordan ist Daisys Freundin und eine professionelle Golferin. Sie ist zynisch, unabhängig und ein bisschen skandalös. Sie ist wie die Freundin, die immer die Wahrheit sagt, egal wie unangenehm sie ist. Sie ist eine interessante Figur, weil sie eine Frau in einer von Männern dominierten Welt ist und sich nicht scheut, ihre Ellbogen einzusetzen. Aber auch sie ist nicht ganz sauber, sie betrügt beim Golf und ist insgesamt nicht die vertrauenswürdigste Person.
Die Nebenfiguren: Die Würze im Drama
Und dann haben wir noch die ganzen anderen Figuren, die die Geschichte so richtig bunt machen: Myrtle Wilson, die tragische Geliebte von Tom; George Wilson, ihr gutmütiger, aber naiver Ehemann; Meyer Wolfshiem, Gatsbys mysteriöser Geschäftspartner (mit den Manschettenknöpfen aus menschlichen Zähnen – ja, wirklich!). Jede Figur trägt dazu bei, das Bild der 1920er Jahre, der "Roaring Twenties", zu zeichnen: eine Zeit des Überflusses, der Illusionen und des tragischen Scheiterns.
Am Ende ist Der große Gatsby mehr als nur eine Liebesgeschichte. Es ist eine Geschichte über den amerikanischen Traum, über die Klassenunterschiede, über die Korruption und über die Illusionen, die wir uns selbst vorspielen, um mit dem Leben klarzukommen. Und die Charaktere sind der Schlüssel, um diese Themen zu verstehen. Also, das nächste Mal, wenn du das Buch in die Hand nimmst, nimm dir einen Moment Zeit, um über die Figuren nachzudenken. Sie sind mehr als nur Namen auf einer Seite. Sie sind Spiegelbilder unserer eigenen Sehnsüchte, Ängste und Widersprüche.
