The Part Time Indian Summary
Sherman Alexies Roman "Das absolut wahre Tagebuch eines Teilzeit-Indianers" (Originaltitel: "The Absolutely True Diary of a Part-Time Indian"), oft einfach als "The Part-Time Indian" bezeichnet, ist eine ergreifende Coming-of-Age-Geschichte, die die Herausforderungen und Triumphe eines jungen Spokane-Indianers namens Junior (geboren als Arnold Spirit Jr.) schildert. Dieser Artikel bietet eine umfassende Zusammenfassung des Romans und untersucht die zentralen Themen und Wendepunkte.
Die Ausgangslage: Armut und Hoffnungslosigkeit im Reservat
Die Geschichte beginnt im Spokane-Indianerreservat in Washington State. Junior lebt mit seiner Familie – seinen Eltern, seiner Großmutter, seiner Schwester Mary und seinem besten Freund Rowdy – in extremer Armut. Das Leben im Reservat ist geprägt von Alkoholismus, Gewalt und Hoffnungslosigkeit. Die Schule ist schlecht ausgestattet und die Lehrer sind resigniert. Junior, der mit Hydrocephalus geboren wurde, einer Krankheit, die zu Gehirnschäden führte, kämpft mit gesundheitlichen Problemen, Sprachschwierigkeiten und einem Außenseiterstatus innerhalb seiner Gemeinschaft.
Trotz dieser schwierigen Umstände besitzt Junior einen scharfen Intellekt und einen ausgeprägten künstlerischen Sinn. Er zeichnet Cartoons, um seine Gedanken und Gefühle auszudrücken. Früh in der Geschichte wird deutlich, dass Junior sich nach mehr sehnt, als das Reservat ihm bieten kann. Er spürt, dass seine Chancen auf eine bessere Zukunft gering sind, wenn er weiterhin die Schule im Reservat besucht.
Der Wendepunkt: Die Entscheidung für die Reardan High School
Ein entscheidender Moment ereignet sich, als Junior in der Schule ein altes, abgenutztes Geometrielehrbuch findet, das seiner Mutter gehörte. Er erkennt, dass das Buch seit über 30 Jahren von Schülern benutzt wurde, was ihn mit der Hoffnungslosigkeit und Stagnation im Reservat konfrontiert. Diese Erkenntnis veranlasst ihn, eine mutige Entscheidung zu treffen: Er beschließt, die Reardan High School zu besuchen, eine Schule, die hauptsächlich von Weißen besucht wird, außerhalb des Reservats.
Diese Entscheidung wird von vielen in seiner Gemeinschaft als Verrat angesehen. Rowdy, sein bester Freund, reagiert wütend und gewalttätig. Er fühlt sich von Junior im Stich gelassen und interpretiert Juniors Entscheidung als eine Abkehr von ihrer gemeinsamen Identität und Herkunft. Juniors Eltern unterstützen ihn widerwillig, obwohl sie die möglichen Konsequenzen für ihn und ihre Familie kennen. Die Fahrt zur Reardan High School ist nicht einfach; Junior muss große Entfernungen zurücklegen und mit dem Misstrauen und der Feindseligkeit seiner Stammesangehörigen umgehen.
Leben in Reardan: Kulturelle Entfremdung und neue Freundschaften
In Reardan wird Junior mit einer völlig neuen Welt konfrontiert. Er ist einer der wenigen Indianer an der Schule und fühlt sich oft isoliert und entfremdet. Er wird mit Stereotypen und Vorurteilen konfrontiert und muss ständig seine Identität verteidigen. Die finanziellen Unterschiede zwischen ihm und seinen Mitschülern sind deutlich spürbar. Er trägt Second-Hand-Kleidung und kann sich viele der Annehmlichkeiten nicht leisten, die seine Klassenkameraden als selbstverständlich betrachten.
Trotz dieser Herausforderungen findet Junior auch neue Freundschaften in Reardan. Er freundet sich mit Penelope an, einem beliebten und intelligenten Mädchen, in das er sich verliebt. Er freundet sich auch mit Gordy an, einem belesenen und exzentrischen Jungen, der ihm hilft, sich in der Welt der Bücher und Ideen zurechtzufinden. Gordy wird zu einem wichtigen Mentor und unterstützt Junior dabei, sein intellektuelles Potenzial voll auszuschöpfen.
Auch sportlich erlebt Junior Erfolge. Er tritt dem Basketballteam der Schule bei und überrascht viele, indem er sich als talentierter Spieler erweist. Seine Spiele gegen das Reservatteam werden zu symbolträchtigen Auseinandersetzungen, die seine Loyalitäten und seine Identität in Frage stellen.
Tragödien und Verluste: Der Preis des Aufbruchs
Während Junior in Reardan Fortschritte macht, wird sein Leben von einer Reihe tragischer Ereignisse überschattet. Seine Großmutter, die eine wichtige Stütze in seinem Leben war, wird von einem betrunkenen Fahrer überfahren. Kurz darauf stirbt sein bester Freund Eugene bei einem Streit, ebenfalls im Zusammenhang mit Alkohol. Schließlich stirbt auch seine Schwester Mary bei einem Brand in ihrem Wohnwagen in Montana.
Diese Verluste erschüttern Junior zutiefst und bringen ihn an den Rand der Verzweiflung. Er hinterfragt seine Entscheidung, das Reservat zu verlassen, und fühlt sich schuldig für das Leid, das seine Familie erfährt. Trotz des Schmerzes und der Trauer findet Junior Kraft und Trost in seinen Freundschaften in Reardan und in seiner Leidenschaft für das Schreiben und Zeichnen.
Diese Schicksalsschläge verdeutlichen auf tragische Weise die zerstörerischen Auswirkungen von Armut, Alkoholismus und Hoffnungslosigkeit in den Reservaten. Sie zeigen aber auch Juniors Widerstandsfähigkeit und seinen unerschütterlichen Willen, trotz aller Widrigkeiten ein besseres Leben zu führen.
Versöhnung und Akzeptanz: Die Suche nach Identität
Am Ende des Romans kehrt Junior nach einer langen Reise der Selbstfindung und des Wachstums zu seinen Wurzeln zurück. Er erkennt, dass er nicht zwischen dem Reservat und Reardan wählen muss. Er kann beide Welten in sich vereinen und seine Identität als Spokane-Indianer bewahren, während er gleichzeitig die Chancen und Möglichkeiten nutzt, die ihm die Welt außerhalb des Reservats bietet.
Er findet auch wieder zu Rowdy zurück, der sich im Laufe der Zeit verändert hat und Juniors Entscheidung, das Reservat zu verlassen, besser versteht. Die beiden Freunde versöhnen sich und spielen gemeinsam Basketball, ein Symbol für ihre tiefe Verbundenheit und ihre gemeinsame Vergangenheit.
Der Roman endet mit einem Gefühl der Hoffnung und der Akzeptanz. Junior hat gelernt, mit seinen Verlusten umzugehen, seine Identität zu akzeptieren und seinen eigenen Weg zu gehen. Er hat bewiesen, dass es möglich ist, die Fesseln der Armut und der Hoffnungslosigkeit zu sprengen und ein erfülltes und sinnvolles Leben zu führen.
Zentrale Themen des Romans:
- Identität: Juniors Suche nach seiner Identität als Spokane-Indianer in einer von Weißen dominierten Welt ist ein zentrales Thema. Er ringt mit der Frage, was es bedeutet, dazuzugehören und gleichzeitig seinen eigenen Weg zu gehen.
- Armut und Hoffnungslosigkeit: Der Roman beleuchtet die harten Lebensbedingungen in den Indianerreservaten und die zerstörerischen Auswirkungen von Armut, Alkoholismus und mangelnder Bildung.
- Freundschaft und Familie: Die Beziehungen zu seiner Familie und seinen Freunden spielen eine entscheidende Rolle in Juniors Leben. Sie geben ihm Halt, Trost und die Kraft, die Herausforderungen zu meistern.
- Bildung und Hoffnung: Bildung wird als Schlüssel zur Überwindung von Armut und zur Erlangung einer besseren Zukunft dargestellt. Junior nutzt seine Intelligenz und seine Kreativität, um sich eine neue Perspektive zu eröffnen.
- Verrat und Loyalität: Juniors Entscheidung, das Reservat zu verlassen, wird von einigen als Verrat angesehen, was die komplexen Fragen von Loyalität und Zugehörigkeit aufwirft.
"Ich glaube, die Welt ist ungerecht. Ich glaube, es gibt viel Ungerechtigkeit. Aber ich glaube auch, dass ich mich nicht von dieser Ungerechtigkeit unterkriegen lassen darf. Ich darf nicht aufgeben."
Dieses Zitat aus dem Roman fasst Juniors unerschütterlichen Optimismus und seinen Glauben an die Möglichkeit einer besseren Zukunft zusammen. Es ist eine Botschaft der Hoffnung und der Ermutigung für alle, die mit Widrigkeiten zu kämpfen haben.
"The Part-Time Indian" ist eine bewegende und authentische Geschichte, die wichtige soziale und kulturelle Fragen aufwirft. Sie ist ein wertvolles Leseerlebnis für junge und alte Leser und regt zum Nachdenken über Themen wie Identität, Armut, Hoffnung und die Bedeutung von Bildung an.
