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Theory Of Planned Behavior Deutsch


Theory Of Planned Behavior Deutsch

Die Theory of Planned Behavior (TPB), auf Deutsch Theorie des geplanten Verhaltens, ist ein sozialpsychologisches Modell, das menschliches Verhalten voraussagen und erklären soll. Entwickelt von Icek Ajzen, baut sie auf der Theory of Reasoned Action (TRA) auf und erweitert diese. Während die TRA davon ausgeht, dass Verhalten hauptsächlich durch die Intention einer Person bestimmt wird, eine bestimmte Handlung auszuführen, und diese Intention wiederum durch die Einstellung gegenüber der Handlung und die subjektiven Normen beeinflusst wird, fügt die TPB eine entscheidende Komponente hinzu: die wahrgenommene Verhaltenskontrolle. Diese Erweiterung macht die TPB zu einem robusteren Werkzeug zur Analyse von Verhalten, insbesondere in Situationen, in denen Individuen Hindernisse oder Schwierigkeiten bei der Umsetzung ihrer Intentionen erwarten.

Die Kernelemente der Theory of Planned Behavior

Um die Theory of Planned Behavior vollständig zu verstehen, ist es unerlässlich, sich mit ihren Kernkomponenten auseinanderzusetzen. Diese Komponenten wirken zusammen, um die Verhaltensabsicht einer Person zu formen, die letztendlich ihr Verhalten beeinflusst.

1. Einstellung gegenüber dem Verhalten (Attitude toward the Behavior)

Die Einstellung gegenüber dem Verhalten bezieht sich auf die Bewertung einer Person, ob die Ausführung eines bestimmten Verhaltens positiv oder negativ wäre. Diese Bewertung basiert auf den Überzeugungen über die Konsequenzen des Verhaltens und der Bewertung dieser Konsequenzen. Beispielsweise könnte eine Person eine positive Einstellung zum Recycling haben, weil sie glaubt, dass es die Umwelt schont (Überzeugung) und sie Umweltschutz für wichtig hält (Bewertung). Umgekehrt könnte eine Person eine negative Einstellung zum Rauchen haben, weil sie glaubt, dass es gesundheitsschädlich ist (Überzeugung) und sie Gesundheit als wichtig erachtet (Bewertung).

2. Subjektive Norm (Subjective Norm)

Die subjektive Norm reflektiert den wahrgenommenen sozialen Druck, ein bestimmtes Verhalten auszuführen oder zu unterlassen. Sie basiert auf den Überzeugungen einer Person darüber, was wichtige Bezugspersonen (z.B. Familie, Freunde, Kollegen) von ihr erwarten und der Motivation, diesen Erwartungen zu entsprechen. Eine Person könnte sich beispielsweise unter Druck gesetzt fühlen, an einer Spendenaktion teilzunehmen, wenn sie glaubt, dass ihre Kollegen dies von ihr erwarten und sie die Wertschätzung ihrer Kollegen wichtig findet. Die subjektive Norm kann stark von kulturellen und sozialen Kontexten beeinflusst werden.

3. Wahrgenommene Verhaltenskontrolle (Perceived Behavioral Control)

Die wahrgenommene Verhaltenskontrolle ist die wichtigste Ergänzung der TPB gegenüber der TRA. Sie bezieht sich auf die Überzeugung einer Person, wie einfach oder schwierig es für sie sein wird, ein bestimmtes Verhalten auszuführen. Diese Überzeugung basiert auf den wahrgenommenen Ressourcen und Gelegenheiten sowie den wahrgenommenen Hindernissen. Beispielsweise könnte eine Person eine geringe wahrgenommene Verhaltenskontrolle beim Abnehmen haben, wenn sie glaubt, dass sie keine Zeit zum Trainieren hat (Mangel an Ressourcen) und dass es überall verlockende, ungesunde Lebensmittel gibt (Hindernisse). Die wahrgenommene Verhaltenskontrolle beeinflusst nicht nur die Verhaltensabsicht, sondern kann auch das Verhalten direkt beeinflussen, insbesondere wenn die Person tatsächlich mit Schwierigkeiten bei der Umsetzung ihrer Absicht konfrontiert ist.

4. Verhaltensabsicht (Behavioral Intention)

Die Verhaltensabsicht ist die unmittelbare Determinante des Verhaltens. Sie repräsentiert die Bereitschaft oder den Plan einer Person, ein bestimmtes Verhalten auszuführen. Die Verhaltensabsicht wird durch die Einstellung gegenüber dem Verhalten, die subjektive Norm und die wahrgenommene Verhaltenskontrolle beeinflusst. Je positiver die Einstellung, je stärker der wahrgenommene soziale Druck und je höher die wahrgenommene Verhaltenskontrolle, desto stärker ist in der Regel die Verhaltensabsicht.

5. Verhalten (Behavior)

Das Verhalten ist die eigentliche Handlung, die untersucht wird. Die TPB geht davon aus, dass die Verhaltensabsicht der beste Prädiktor für das Verhalten ist, obwohl auch die wahrgenommene Verhaltenskontrolle einen direkten Einfluss haben kann, wie bereits erwähnt.

Anwendungsbereiche der Theory of Planned Behavior

Die Theory of Planned Behavior hat sich als äußerst vielseitig erwiesen und wird in einer Vielzahl von Anwendungsbereichen eingesetzt. Einige Beispiele sind:

  • Gesundheitsverhalten: Vorhersage und Beeinflussung von Ernährungsverhalten, sportlicher Aktivität, Rauchen, Alkoholkonsum, Impfungen und anderen Gesundheitsverhaltensweisen.
  • Umweltverhalten: Förderung von Recycling, Energiesparen, nachhaltigem Konsum und anderen umweltfreundlichen Verhaltensweisen.
  • Marketing: Verständnis des Kaufverhaltens von Konsumenten und Entwicklung effektiver Marketingstrategien.
  • Organisationsverhalten: Analyse von Arbeitszufriedenheit, Leistungsbereitschaft und anderen Verhaltensweisen im Arbeitskontext.
  • Bildung: Untersuchung der Studienwahl, des Lernverhaltens und der Teilnahme an Bildungsprogrammen.

Kritik und Weiterentwicklungen der TPB

Obwohl die TPB ein weit verbreitetes und einflussreiches Modell ist, ist sie nicht ohne Kritik. Einige der häufigsten Kritikpunkte sind:

  • Die Vernachlässigung von Emotionen: Die TPB konzentriert sich hauptsächlich auf kognitive Faktoren und berücksichtigt Emotionen nur indirekt. Einige Forscher argumentieren, dass Emotionen eine wichtige Rolle bei der Verhaltensentscheidung spielen und in das Modell integriert werden sollten.
  • Die Annahme rationalen Verhaltens: Die TPB geht davon aus, dass Menschen rational handeln und ihre Entscheidungen auf der Grundlage einer bewussten Abwägung von Vor- und Nachteilen treffen. Dies mag nicht immer der Fall sein, da Verhalten oft von Gewohnheiten, Impulsen oder unbewussten Motiven beeinflusst wird.
  • Die Schwierigkeit der Messung: Die Konstrukte der TPB, insbesondere die wahrgenommene Verhaltenskontrolle, können schwierig zu messen sein. Die Messinstrumente müssen sorgfältig entwickelt werden, um sicherzustellen, dass sie die intendierten Konzepte valide erfassen.

Trotz dieser Kritikpunkte bleibt die TPB ein wertvolles Werkzeug zur Analyse und Vorhersage von Verhalten. Im Laufe der Jahre wurden verschiedene Weiterentwicklungen vorgeschlagen, um die Schwächen des Modells zu beheben. Dazu gehören beispielsweise die Integration von Emotionen, die Berücksichtigung von Gewohnheiten und die Einbeziehung von moralischen Normen. Diese Weiterentwicklungen tragen dazu bei, die TPB zu einem noch umfassenderen und nützlicheren Modell zu machen.

Die Theory of Planned Behavior als Grundlage für Interventionen

Die Stärke der Theory of Planned Behavior liegt nicht nur in ihrer Fähigkeit, Verhalten zu erklären, sondern auch in ihrer Anwendung als Grundlage für Interventionen, die darauf abzielen, Verhalten zu ändern. Indem man die Faktoren identifiziert, die die Verhaltensabsicht beeinflussen, kann man gezielte Maßnahmen entwickeln, um diese Faktoren zu beeinflussen und somit die Wahrscheinlichkeit des gewünschten Verhaltens zu erhöhen.

Beispielsweise könnte eine Kampagne zur Förderung des Recyclings darauf abzielen, die Einstellung gegenüber dem Recycling zu verbessern, indem sie über die Vorteile des Recyclings für die Umwelt aufklärt. Sie könnte auch versuchen, die subjektive Norm zu beeinflussen, indem sie zeigt, wie viele andere Menschen recyceln und wie wichtig Recycling in der Gemeinschaft ist. Und schließlich könnte sie die wahrgenommene Verhaltenskontrolle stärken, indem sie leicht zugängliche Recyclingbehälter bereitstellt und Informationen darüber liefert, wie man richtig recycelt.

Fazit

Die Theory of Planned Behavior ist ein leistungsstarkes Modell, das uns hilft, menschliches Verhalten besser zu verstehen und zu beeinflussen. Indem wir die Faktoren berücksichtigen, die die Verhaltensabsicht formen, können wir effektivere Interventionen entwickeln, um positive Verhaltensänderungen in einer Vielzahl von Bereichen zu fördern. Auch wenn das Modell nicht perfekt ist und weiterhin weiterentwickelt wird, bleibt es ein unverzichtbares Werkzeug für Forscher, Praktiker und Entscheidungsträger, die sich für die Gestaltung menschlichen Verhaltens interessieren.

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Theory Of Planned Behavior Deutsch Theory of planned behavior. Adapted from Fig. 1 in Ajzen (1991, p. 182
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