Theory Of Planned Behaviour Ajzen
Stell dir vor, du stehst vor dem Kühlschrank. Eine tiefe Sehnsucht nach Schokoladeneis überkommt dich. Eigentlich wolltest du dich gesünder ernähren, aber… das Eis… es ruft! Was jetzt passiert, ist im Grunde die Theory of Planned Behaviour in Aktion, erdacht vom Psychologen Icek Ajzen. Keine Panik, klingt kompliziert, ist es aber gar nicht. Es geht darum, warum wir tun, was wir tun, oder eben nicht tun.
Die drei Musketiere unserer Entscheidungen
Laut Ajzen gibt es drei "Musketiere", die unsere Entscheidungen maßgeblich beeinflussen:
1. Einstellung: Was denkst du darüber?
Das ist deine persönliche Meinung. Findest du Schokoladeneis lecker? (Wahrscheinlich ja!). Hältst du gesunde Ernährung für wichtig? (Hoffentlich auch!). Je positiver deine Einstellung zu einer Sache, desto wahrscheinlicher ist es, dass du sie tust. Aber Achtung, da kommen noch die anderen beiden Musketiere ins Spiel!
2. Subjektive Norm: Was denken die anderen?
Hier geht es um den sozialen Druck. Was glaubst du, was deine Freunde, Familie, dein Arzt über deine Schokoladeneis-Eskapade denken würden? Wenn du das Gefühl hast, alle um dich herum würden dich für deine gesunde Ernährung feiern, während Schokoladeneis als Todsünde gilt, sinkt die Wahrscheinlichkeit, dass du zum Eis greifst. Umgekehrt: Wenn deine Freunde sagen "Ach, gönn dir doch mal was!", dann sieht die Sache schon anders aus.
3. Wahrgenommene Verhaltenskontrolle: Kannst du das überhaupt?
Das ist die Frage nach deiner eigenen Macht. Glaubst du, du hast die Kontrolle über die Situation? Kannst du der Versuchung widerstehen? Oder fühlst du dich hilflos dem Eis ausgeliefert? Stell dir vor, du bist auf einer strengen Diät und weißt, dass ein Eisbecher deinen ganzen Fortschritt zunichtemachen würde. Deine wahrgenommene Verhaltenskontrolle wäre in dem Fall wahrscheinlich gering. Aber wenn du denkst: "Ach, ein kleines Eis schadet nicht, ich kann das morgen wieder ausgleichen!", dann fühlst du dich selbstbestimmter.
Die Intention: Der entscheidende Schritt
Aus dem Zusammenspiel dieser drei Faktoren entsteht deine Intention. Das ist im Grunde dein fester Vorsatz. Du hast abgewogen, was du denkst, was die anderen denken und ob du dich in der Lage siehst, deine Entscheidung umzusetzen. Und basierend darauf hast du dir vorgenommen, entweder das Eis zu essen oder eben nicht. Die Intention ist der beste Vorhersager für dein tatsächliches Verhalten.
Wichtig: Die Theorie besagt nicht, dass wir immer rational handeln. Oft handeln wir aus dem Bauch heraus. Aber die drei Musketiere wirken trotzdem im Hintergrund. Selbst wenn du impulsiv zum Eis greifst, spielen deine Einstellungen, Normen und deine wahrgenommene Kontrolle eine Rolle, wenn auch unbewusst.
Humorvolles Beispiel: Der Fitnessstudio-Fluch
Nehmen wir an, du hast dir vorgenommen, regelmäßig ins Fitnessstudio zu gehen.
* **Einstellung:** Du weißt, dass Sport gut für dich ist und du dich danach besser fühlst. * **Subjektive Norm:** Deine Freunde gehen auch ins Fitnessstudio und ermutigen dich, mitzumachen. * **Wahrgenommene Verhaltenskontrolle:** Du hast Zeit und Geld für ein Fitnessstudio-Abo und fühlst dich körperlich fit genug.Soweit so gut. Deine Intention ist also, regelmäßig ins Fitnessstudio zu gehen. Aber dann… der innere Schweinehund! Vielleicht denkst du dir: "Ach, ich bin doch viel zu müde heute" (Veränderung der wahrgenommenen Verhaltenskontrolle). Oder du siehst, wie deine Freunde stattdessen Pizza bestellen und einen Filmabend veranstalten (Veränderung der subjektiven Norm). Plötzlich bröckelt deine Intention und du landest doch wieder auf der Couch.
Herzlich: Die Kraft der positiven Beeinflussung
Die Theory of Planned Behaviour kann auch genutzt werden, um positive Verhaltensänderungen zu fördern. Wenn du jemanden dazu bringen möchtest, etwas Gutes zu tun (z.B. sich impfen zu lassen, sich ehrenamtlich zu engagieren), dann versuche, seine Einstellungen positiv zu beeinflussen, ihm zu zeigen, dass andere die Verhaltensweise unterstützen und ihm das Gefühl zu geben, dass er die Kontrolle hat.
Stell dir vor, eine ältere Dame zögert, sich impfen zu lassen. Wenn ihr Arzt ihr die Vorteile der Impfung erklärt (positive Einstellung), ihre Familie sie ermutigt (positive subjektive Norm) und er ihr versichert, dass die Impfung sicher und einfach ist (positive wahrgenommene Verhaltenskontrolle), dann steigt die Wahrscheinlichkeit, dass sie sich impfen lässt. Und das ist doch etwas Herzliches!
Fazit: Mehr als nur Eis und Fitnessstudio
Die Theory of Planned Behaviour ist vielseitig einsetzbar. Sie kann uns helfen, zu verstehen, warum wir uns so verhalten, wie wir es tun, und wie wir uns selbst und andere positiv beeinflussen können. Und das nächste Mal, wenn du vor dem Kühlschrank stehst und dich fragst, ob du wirklich dieses Schokoladeneis brauchst, denk an die drei Musketiere und entscheide weise!
