Theory Of Planned Behaviour Deutsch
Herzlich Willkommen in der faszinierenden Welt der Theorie des geplanten Verhaltens! Klingt kompliziert? Keine Sorge, das ist sie gar nicht. Vor allem ist sie unglaublich hilfreich, um zu verstehen, warum wir Menschen so handeln, wie wir handeln – besonders, wenn wir uns in einer neuen Umgebung befinden, wie zum Beispiel auf Reisen oder während eines Auslandsaufenthalts. Stell dir vor, du bist in Deutschland und möchtest dich schnell integrieren, die lokale Kultur respektieren und fundierte Entscheidungen treffen. Genau dabei kann dir dieses Modell helfen!
Was ist die Theorie des geplanten Verhaltens (TPB)?
Die Theorie des geplanten Verhaltens, oft kurz TPB genannt, ist ein sozialpsychologisches Modell, das versucht, menschliches Verhalten vorherzusagen. Entwickelt wurde sie von Icek Ajzen als Erweiterung der Theorie des überlegten Handelns (Theory of Reasoned Action). Im Kern besagt die TPB, dass unsere Absichten, etwas zu tun, der beste Indikator dafür sind, ob wir es tatsächlich tun werden. Diese Absichten werden jedoch von drei Hauptfaktoren beeinflusst:
1. Einstellung (Attitude)
Deine Einstellung gegenüber einem bestimmten Verhalten ist schlicht und einfach, wie positiv oder negativ du dieses Verhalten bewertest. Stell dir vor, du überlegst, ob du während deines Aufenthalts in Deutschland versuchen solltest, dein Deutsch zu verbessern. Wenn du denkst, dass Deutschlernen eine tolle Möglichkeit ist, die Kultur besser kennenzulernen, neue Leute zu treffen und deine Karrierechancen zu verbessern, dann hast du eine positive Einstellung dazu. Umgekehrt, wenn du denkst, dass Deutschlernen schwierig, zeitaufwendig und frustrierend ist, dann hast du eine negative Einstellung. Je positiver deine Einstellung, desto wahrscheinlicher ist es, dass du auch tatsächlich Deutsch lernen wirst.
Wie beeinflusst das dein Reiseerlebnis? Ganz einfach: Wenn du denkst, dass das Essen in deutschen Restaurants teuer und nicht nach deinem Geschmack ist, wirst du weniger wahrscheinlich dort essen gehen. Wenn du aber denkst, dass es eine tolle Möglichkeit ist, die lokale Küche kennenzulernen, wirst du es eher ausprobieren.
2. Subjektive Norm (Subjective Norm)
Die subjektive Norm beschreibt, was du glaubst, was andere wichtige Menschen in deinem Leben über dein Verhalten denken. Es geht also um sozialen Druck. Wenn deine Freunde, Familie oder Kollegen denken, dass du unbedingt Deutsch lernen solltest, weil es dir bei deiner Arbeit in Deutschland hilft, dann spürst du eine positive subjektive Norm. Umgekehrt, wenn sie denken, dass es unnötig ist oder dass du deine Zeit besser nutzen könntest, dann spürst du eine negative subjektive Norm. Wir sind soziale Wesen und lassen uns oft von dem beeinflussen, was andere von uns erwarten.
Beispiel: Stell dir vor, du möchtest in Deutschland Fahrrad fahren. Wenn du das Gefühl hast, dass die Deutschen das Fahrradfahren sehr schätzen und es als umweltfreundlich und gesund ansehen (positive subjektive Norm), dann wirst du eher dazu geneigt sein, auch selbst Fahrrad zu fahren. Wenn du aber den Eindruck hast, dass Fahrradfahren eher unüblich ist und du dich damit lächerlich machst (negative subjektive Norm), wirst du es eher vermeiden.
3. Wahrgenommene Verhaltenskontrolle (Perceived Behavioral Control)
Die wahrgenommene Verhaltenskontrolle bezieht sich auf deine eigene Einschätzung, wie leicht oder schwer es dir fallen wird, ein bestimmtes Verhalten auszuführen. Hast du das Gefühl, die Kontrolle über die Situation zu haben? Glaubst du, dass du die nötigen Ressourcen, Fähigkeiten und Möglichkeiten hast, um dein Ziel zu erreichen? Wenn du glaubst, dass du genug Zeit, Geld und Unterstützung hast, um Deutsch zu lernen, dann hast du eine hohe wahrgenommene Verhaltenskontrolle. Wenn du aber glaubst, dass du keine Zeit hast, die Sprachkurse zu teuer sind und du niemanden kennst, der dir helfen kann, dann hast du eine niedrige wahrgenommene Verhaltenskontrolle.
Reisebeispiel: Du möchtest ein Museum in Deutschland besuchen, aber du bist dir unsicher, ob du den Weg dorthin findest, ob es geöffnet ist und ob du die Eintrittskarte bezahlen kannst. Wenn du glaubst, dass du alle diese Hindernisse überwinden kannst (z.B. mit Hilfe von Google Maps, der Webseite des Museums oder ausreichend Bargeld), dann hast du eine hohe wahrgenommene Verhaltenskontrolle und wirst das Museum eher besuchen. Wenn du aber denkst, dass es zu kompliziert ist, wirst du es vielleicht lieber lassen.
Wie du die TPB auf dein Deutschland-Erlebnis anwenden kannst
Die Theorie des geplanten Verhaltens ist nicht nur ein theoretisches Konzept, sondern ein praktisches Werkzeug, das du nutzen kannst, um dein Reiseerlebnis in Deutschland zu optimieren. Hier sind einige konkrete Tipps:
- Identifiziere deine Ziele: Was möchtest du während deines Aufenthalts in Deutschland erreichen? Möchtest du dein Deutsch verbessern, die Kultur kennenlernen, neue Freunde finden oder einfach nur eine gute Zeit haben?
- Analysiere deine Einstellungen: Wie denkst du über die verschiedenen Aspekte deines Aufenthalts? Bist du optimistisch und neugierig oder eher skeptisch und ängstlich? Versuche, deine negativen Einstellungen in positive umzuwandeln.
- Berücksichtige die subjektiven Normen: Was erwarten andere von dir? Wie kannst du sicherstellen, dass du von positiven Einflüssen umgeben bist, die dich unterstützen und motivieren? Suche den Kontakt zu Menschen, die deine Ziele teilen.
- Stärke deine wahrgenommene Verhaltenskontrolle: Was brauchst du, um deine Ziele zu erreichen? Welche Ressourcen, Fähigkeiten und Möglichkeiten fehlen dir noch? Suche nach Lösungen und Strategien, um deine Hindernisse zu überwinden.
Ein konkretes Beispiel: Deutsch lernen
Nehmen wir an, dein Ziel ist es, dein Deutsch während deines Aufenthalts in Deutschland zu verbessern.
- Einstellung: Statt zu denken "Deutsch ist so schwer!", denke "Deutsch zu lernen öffnet mir Türen zu neuen Freundschaften und kulturellen Erfahrungen."
- Subjektive Norm: Sprich mit anderen Expats oder Deutschen, die Deutsch gelernt haben, und lass dich von ihren Erfahrungen inspirieren. Suche dir einen Tandempartner, der dich unterstützt und motiviert.
- Wahrgenommene Verhaltenskontrolle: Melde dich für einen Sprachkurs an, lade dir eine Sprachlern-App herunter oder suche dir einen privaten Lehrer. Setze dir realistische Ziele und belohne dich für deine Fortschritte.
Die Grenzen der TPB
Obwohl die Theorie des geplanten Verhaltens ein nützliches Werkzeug ist, hat sie auch ihre Grenzen. Sie berücksichtigt beispielsweise nicht vollständig:
- Gewohnheiten: Viele unserer Handlungen sind Gewohnheiten und werden nicht bewusst geplant.
- Emotionen: Unsere Gefühle können unsere Entscheidungen stark beeinflussen, selbst wenn sie nicht rational sind.
- Unvorhergesehene Ereignisse: Das Leben ist unberechenbar. Unerwartete Ereignisse können unsere Pläne durchkreuzen.
Trotz dieser Einschränkungen bietet die TPB eine wertvolle Grundlage, um menschliches Verhalten zu verstehen und zu beeinflussen. Sie hilft uns, bewusster zu werden, welche Faktoren unsere Entscheidungen prägen und wie wir diese Faktoren zu unserem Vorteil nutzen können.
Fazit
Die Theorie des geplanten Verhaltens ist ein faszinierendes und nützliches Modell, das dir helfen kann, dich in deiner neuen Umgebung in Deutschland besser zurechtzufinden, fundierte Entscheidungen zu treffen und deine Ziele zu erreichen. Indem du deine Einstellungen, subjektiven Normen und deine wahrgenommene Verhaltenskontrolle berücksichtigst, kannst du dein Reiseerlebnis aktiv gestalten und das Beste aus deiner Zeit in Deutschland herausholen. Also, nutze dieses Wissen und genieße deine Reise!
