Tinder Einmal Abgelehnt Immer Abgelehnt
Tinder. Die App der unbegrenzten Möglichkeiten? Vielleicht. Aber was, wenn das Schicksal, in Form eines wischenden Daumens, schon gesprochen hat?
Einmal "Nö" - Immer "Nö"? Eine ketzerische Frage...
Hand aufs Herz: Habt ihr euch jemals gefragt, ob Tinder uns nicht heimlich austrickst? So nach dem Motto: "Einmal links gewischt, für immer im digitalen Orkus verschwunden!" Ich sage: Es ist Zeit für eine ehrliche Diskussion. Eine Diskussion über die dunkle Seite des Swipens.
Wir alle kennen das. Man scrollt, man swipt. Manchmal euphorisch nach rechts, manchmal entschlossen nach links. Aber was passiert eigentlich mit denjenigen, die wir kategorisch abgelehnt haben?
Das "Niemals Wieder"-Syndrom
Ich habe da so eine Theorie, eine kleine, unbewiesene und wahrscheinlich völlig absurde Theorie. Aber hört mir zu: Ich glaube, dass Tinder eine Art internes Ranking-System hat. Und wer einmal durchfällt, fällt tief. Sehr tief.
Denkt mal drüber nach. Ihr seht ein Profil. Irgendwas stört euch. Vielleicht die Frisur. Vielleicht der komische Filter. Vielleicht die Tatsache, dass jemand ein Selfie mit einem Koi-Karpfen gemacht hat (kein Urteil, aber... hmm). Also: Links. Adieu. Auf Nimmerwiedersehen?
Oder etwa doch nicht? Kommt euch das nicht auch komisch vor? Manchmal habe ich das Gefühl, ich sehe immer dieselben Gesichter. Nur mit leicht veränderten Profilen. Ein neuer Hut. Eine neue Katze. Aber irgendwie... immer dieselbe Person.
Ist das nur Einbildung? Bin ich paranoid? Oder steckt da mehr dahinter? Ist es möglich, dass Tinder uns, aus welchen Gründen auch immer, immer wieder dieselben Profile vorsetzt? Selbst wenn wir sie bereits mit einem entschlossenen Wisch in die digitale Wüste geschickt haben?
Ich behaupte: Ja. Und ich behaupte auch: Das ist unfair.
Warum unfair? Weil Geschmäcker sich ändern. Weil Perspektiven sich verschieben. Weil der Typ mit dem Koi-Karpfen vielleicht doch ganz nett ist, wenn man ihn besser kennenlernt! (Okay, vielleicht nicht. Aber ihr versteht, was ich meine.)
Vielleicht hatte man einen schlechten Tag. Vielleicht war man hungrig. Vielleicht hatte man gerade ein besonders deprimierendes Gespräch mit der Steuererklärung. Gründe gibt es viele, um jemanden voreilig abzuweisen.
Und Tinder? Tinder scheint zu sagen: "Pech gehabt! Einmal abgelehnt, für immer stigmatisiert!"
Die Konsequenzen der "Einmal Nö"-Doktrin
Was bedeutet das für uns? Es bedeutet, dass wir noch vorsichtiger swipen müssen. Jeder Wisch ist eine Entscheidung von existenzieller Bedeutung. Ein falscher Wisch, und man hat sich die Chance auf die große Liebe (oder zumindest ein nettes Date) für immer verbaut.
Oder vielleicht auch nicht. Vielleicht ist meine Theorie völlig aus der Luft gegriffen. Vielleicht ist Tinder einfach nur ein komplexer Algorithmus, der versucht, uns das zu geben, was wir wollen. Oder was es glaubt, dass wir wollen.
Aber ich bleibe dabei: Ich traue dem Braten nicht. Ich glaube, dass Tinder ein Gedächtnis hat. Und dass dieses Gedächtnis gnadenlos ist.
Also, was tun? Sollen wir Tinder boykottieren? Sollen wir zu anderen Dating-Apps wechseln? Sollen wir uns in ein Kloster zurückziehen und dem weltlichen Vergnügen entsagen?
Nein. Natürlich nicht. Wir sind doch nicht blöd. Wir lieben Tinder. Wir hassen Tinder. Aber wir können nicht ohne Tinder.
Also swipen wir weiter. Aber mit einem neuen Bewusstsein. Mit dem Wissen, dass jeder Wisch eine Entscheidung von möglicherweise irreversibler Tragweite ist. Mit dem Bewusstsein, dass die Rache des abgelehnten Profils eine Realität sein könnte.
Und vielleicht, nur vielleicht, sollten wir Tinder einfach mal fragen: "Hey Tinder, warum zeigst du mir immer noch den Typen mit dem Koi-Karpfen?"
Die Antwort darauf wäre sicherlich...interessant.
Bis dahin: Fröhliches Swipen! Und denkt daran: Seid nett zu den Koi-Karpfen-Selfies!
