Toe Up Socken Wann Mit Ferse Beginnen
Hallo liebe Strickfreunde! Ihr plant einen Trip nach Deutschland und habt euch vorgenommen, eure Stricknadeln mitzubringen? Fantastisch! Oder vielleicht lebt ihr schon hier und sucht nach einem neuen Strickprojekt, das sowohl entspannend als auch nützlich ist? Dann seid ihr hier genau richtig! Wir tauchen ein in die Welt der Toe-Up-Socken und beantworten die entscheidende Frage: Wann beginnt man eigentlich mit der Ferse?
Das Stricken von Socken, besonders von der Spitze an (Toe-Up), erfreut sich großer Beliebtheit. Es bietet einige Vorteile gegenüber der traditionellen Methode, bei der man am Bündchen beginnt. Zum einen könnt ihr eure Wolle optimal nutzen, da ihr am Ende abschließt und somit sicherstellen könnt, dass euch nicht die Wolle ausgeht. Zum anderen könnt ihr die Socke während des Strickens anprobieren und sie so perfekt an eure Fußform anpassen. Aber wann kommt nun die Ferse ins Spiel?
Die Qual der Wahl: Verschiedene Fersenvarianten
Bevor wir uns dem Zeitpunkt widmen, ist es wichtig, die verschiedenen Fersenvarianten zu kennen, die beim Toe-Up-Sockenstricken verwendet werden können. Jede Variante hat ihre eigenen Vor- und Nachteile und beeinflusst den Zeitpunkt, an dem ihr mit dem Stricken beginnt:
Die Afterthought Heel (Nachträglich eingestrickte Ferse)
Diese Ferse wird, wie der Name schon sagt, nachträglich in die fertige Socke eingestrickt. Ihr strickt also zuerst den Fußteil komplett bis zur gewünschten Schaftlänge, lasst an der Stelle, wo die Ferse sitzen soll, Maschen still liegen oder nehmt einen Hilfsfaden. Nach Fertigstellung des restlichen Schafts werden die stillgelegten Maschen wieder aufgenommen und die Ferse wird in einer separaten Runde eingestrickt. Diese Methode ist besonders gut geeignet, wenn ihr euch unsicher seid, welche Fersenform am besten passt, da ihr sie erst am Ende ausprobieren könnt. Sie ist auch ideal für Restwolle, da die Ferse in einer Kontrastfarbe gestrickt werden kann.
Die Short Row Heel (Bumerangferse)
Die Bumerangferse, auch verkürzte Reihen Ferse genannt, ist eine sehr beliebte Methode. Sie wird durch das Stricken von verkürzten Reihen geformt, wodurch eine halbrunde Fersenform entsteht. Der Vorteil dieser Ferse ist, dass sie sehr einfach zu stricken ist und sich gut an den Fuß anpasst. Der Zeitpunkt, an dem ihr mit der Ferse beginnt, ist abhängig von der Länge eures Fußes. Ihr strickt den Fußteil bis kurz vor dem Beginn der Ferse (ungefähr 5-7 cm weniger als die Gesamtlänge eures Fußes) und beginnt dann mit den verkürzten Reihen.
Die Fleegle Heel
Die Fleegle Heel ist eine weitere beliebte Variante, die sich durch ihre besondere Konstruktion auszeichnet. Sie wird mit Zunahmen und Abnahmen gestrickt und bietet eine gute Passform. Der Zeitpunkt, an dem ihr mit dieser Ferse beginnt, ist ebenfalls abhängig von der Fußlänge. Ähnlich wie bei der Short Row Heel, strickt ihr den Fußteil bis kurz vor dem Beginn der Ferse und beginnt dann mit den speziellen Zunahmen und Abnahmen.
Die Gusset Heel (Zwickelferse)
Die Zwickelferse ist eine klassische Fersenform, die sich durch ihren Zwickel auszeichnet, der für zusätzlichen Komfort sorgt. Beim Toe-Up-Sockenstricken mit Zwickelferse werden die Zwickelmaschen durch Zunahmen gebildet, bevor mit der eigentlichen Fersenformung begonnen wird. Der Zeitpunkt für den Beginn der Ferse ist etwas früher als bei den anderen Varianten, da ihr zuerst den Zwickel formen müsst. Ihr strickt den Fußteil bis etwa 8-10 cm vor dem Ende der gewünschten Fußlänge und beginnt dann mit den Zunahmen für den Zwickel.
Der magische Moment: Wann mit der Ferse beginnen?
Jetzt kommt der entscheidende Punkt: Wann genau beginnt man mit dem Stricken der Ferse? Die Antwort ist nicht pauschal, da sie von der gewählten Fersenvariante und eurer individuellen Fußlänge abhängt. Hier sind einige allgemeine Richtlinien:
- Afterthought Heel: Wie bereits erwähnt, wird diese Ferse nach der Fertigstellung des Fußteils und des Schafts eingestrickt. Ihr könnt also den gesamten Fußteil und Schaft stricken, ohne euch Gedanken über den Zeitpunkt zu machen.
- Short Row Heel: Messt euren Fuß von der Spitze bis zum Beginn der Ferse. Zieht davon etwa 5-7 cm ab (je nach Fußgröße und gewünschter Fersentiefe). Das Ergebnis ist die Länge des Fußteils, bevor ihr mit den verkürzten Reihen beginnt. Wichtig: Probiert die Socke während des Strickens immer wieder an, um sicherzustellen, dass die Länge stimmt!
- Fleegle Heel: Ähnlich wie bei der Short Row Heel, messt euren Fuß und zieht 5-7 cm ab. Beginnt dann mit den spezifischen Zunahmen und Abnahmen für die Fleegle Heel.
- Gusset Heel: Hier müsst ihr etwas früher mit der Ferse beginnen, da ihr zuerst den Zwickel formen müsst. Messt euren Fuß und zieht etwa 8-10 cm ab. Beginnt dann mit den Zunahmen für den Zwickel.
Ein Tipp: Verwendet einen Maschenmarkierer, um den Beginn der Ferse zu kennzeichnen. So behaltet ihr den Überblick und könnt sicherstellen, dass ihr an der richtigen Stelle mit dem Stricken beginnt.
Praktische Tipps für unterwegs
Ihr seid im Urlaub und wollt eure Toe-Up-Socken stricken? Hier sind einige praktische Tipps, die euch das Leben erleichtern:
- Nehmt eine Anleitung mit: Egal, ob ausgedruckt oder auf dem Tablet – eine detaillierte Anleitung hilft euch, den Überblick zu behalten.
- Packt Maschenmarkierer ein: Sie sind unverzichtbar, um wichtige Stellen zu markieren und Fehler zu vermeiden.
- Wählt eine einfache Fersenvariante: Wenn ihr unterwegs seid, ist die Short Row Heel oft die einfachste und schnellste Option.
- Probiert die Socke regelmäßig an: Nur so könnt ihr sicherstellen, dass die Passform stimmt und ihr nicht zu früh oder zu spät mit der Ferse beginnt.
- Nutzt die Zeit im Zug oder Flugzeug: Stricken ist eine tolle Möglichkeit, die Reisezeit sinnvoll zu nutzen und sich zu entspannen.
Wo finde ich Anleitungen? Es gibt unzählige Anleitungen für Toe-Up-Socken im Internet, in Strickbüchern und auf Ravelry. Sucht nach Anleitungen, die speziell für Anfänger geeignet sind und detaillierte Beschreibungen und Fotos enthalten.
Fazit
Das Stricken von Toe-Up-Socken ist ein wunderbares Hobby, das euch viel Freude bereiten kann. Mit den richtigen Informationen und etwas Übung werdet ihr bald eure eigenen, perfekt passenden Socken stricken. Der Zeitpunkt, an dem ihr mit der Ferse beginnt, hängt von der gewählten Fersenvariante und eurer individuellen Fußlänge ab. Messt euren Fuß sorgfältig, wählt eine Anleitung, die euch gefällt, und probiert die Socke während des Strickens immer wieder an. Und das Wichtigste: Habt Spaß dabei!
Also, packt eure Stricknadeln ein und genießt eure Zeit in Deutschland! Vielleicht findet ihr ja sogar in einem lokalen Wollgeschäft neue, inspirierende Garne für euer nächstes Sockenprojekt.
Viel Spaß beim Stricken!
