Transaktionale Stressmodell Nach Lazarus
Okay, lasst uns ehrlich sein. Stress. Wer kennt ihn nicht? Wir alle schleppen ihn mit uns rum wie eine alte Handtasche, die eigentlich schon auseinanderfällt, aber in der sich gefühlt unser ganzes Leben befindet.
Und jetzt kommt Lawrence daher. Nicht irgendein Lawrence, sondern Richard Lazarus. Klingt wie ein Detektivroman, oder? Er und seine Kollegin Susan Folkman hatten da so eine Idee. Nennt sich das Transaktionale Stressmodell. Klingt kompliziert? Ist es eigentlich gar nicht.
Im Grunde sagt der liebe Lazarus: Stress ist nicht einfach nur, dass draußen irgendwas Böses passiert. Sondern wie wir das beurteilen. Unpopuläre Meinung: Ich finde, er hat recht!
Die Sache mit der Beurteilung
Stellt euch vor: Ihr sollt eine Präsentation halten. Variante A: Ihr denkt: "Oh Gott, ich werde mich blamieren! Alle werden mich auslachen!" Panik pur! Variante B: Ihr denkt: "Okay, ist zwar doof, aber ich hab mich vorbereitet. Wird schon schiefgehen...äh... gutgehen!" Deutlich entspannter, oder?
Lazarus würde sagen: Das ist die "primäre Beurteilung". Wir checken, ob die Situation überhaupt gefährlich für uns ist. Ist sie irrelevant? Super! Ist sie positiv? Noch besser! Ist sie stressig? Na gut, dann geht's weiter.
Dann kommt die "sekundäre Beurteilung". Hier fragen wir uns: "Was kann ich tun? Hab ich überhaupt die Ressourcen, damit klarzukommen?" Wenn die Antwort "Nein, ich bin verloren!" ist, na dann Prost Mahlzeit! Stresslevel 1000!
Bewältigungsstrategien: Der Schlüssel zum Glück?
Und genau hier kommen die sogenannten Bewältigungsstrategien ins Spiel. Lazarus unterscheidet da grob zwei Sorten:
- Problemorientiertes Coping: Wir packen das Problem an der Wurzel. Heißt: Präsentation? Üben, üben, üben!
- Emotionsorientiertes Coping: Wir versuchen, unsere Gefühle zu kontrollieren. Heißt: Tief durchatmen, positive Affirmationen aufsagen, mit Freunden quatschen. Oder – mein persönlicher Favorit – Schokolade essen. (Ja, ich weiß, ist nicht die gesündeste Variante...).
Unpopuläre Meinung Nummer 2: Manchmal ist emotionsorientiertes Coping unterschätzt! Nicht jedes Problem lässt sich sofort lösen. Manchmal muss man einfach erstmal runterkommen.
Alltagswahnsinn und Lazarus
Aber mal ehrlich, das Modell von Lazarus ist doch super alltagstauglich. Denkt mal drüber nach: Der nervige Kollege? Die endlose To-Do-Liste? Der Stau auf dem Weg zur Arbeit? Alles Situationen, die wir unterschiedlich bewerten und mit denen wir unterschiedlich umgehen können.
"Stress is not what happens to us. It's our response to what happens to us, and response is something we can choose."
Okay, das Zitat ist jetzt nicht direkt von Lazarus, aber es passt doch perfekt, oder? Erinnert uns daran, dass wir nicht hilflos ausgeliefert sind. Wir können beeinflussen, wie wir auf Stress reagieren.
Unpopuläre Meinung Nummer 3: Vielleicht sollten wir alle mal einen Lazarus-Crashkurs machen. Wäre vermutlich sinnvoller als die meisten Management-Seminare.
Also, das nächste Mal, wenn euch der Stress überrollt, denkt an Richard Lazarus und seine Transaktionale Stressmodell. Und fragt euch: Wie bewerte ich diese Situation eigentlich? Und was kann ich tun, um damit besser klarzukommen? Vielleicht hilft es ja, zumindest ein bisschen. Und wenn nicht, dann esst eine Schokolade. Schaden kann's ja nicht.
In diesem Sinne: Bleibt locker und lasst euch nicht stressen!
