Ulysses Lord Alfred Tennyson
Okay, Leute, mal ehrlich. Wir müssen über Ulysses von Alfred Lord Tennyson reden. Und vielleicht habe ich da eine... unpopuläre Meinung. Aber hört erstmal zu!
Klar, Ulysses. Episch. Tiefgründig. Bla bla bla. Haben wir alle in der Schule gelesen. Haben alle so getan, als ob wir es voll verstanden hätten. Aber Hand aufs Herz: Wer von uns hat sich wirklich damit identifiziert?
Dieser Ulysses, also Odysseus, der alte Griesgram. Er kommt nach Hause. Frau und Kind sind da. Eigentlich alles gut, oder? Aber nein! Er hat keinen Bock auf Rente. Er will wieder Abenteuer! Verstehe ich ja. Wer will schon rumsitzen und stricken?
Aber er lässt seine Frau und seinen Sohn einfach zurück! Irgendwie... egoistisch, oder? Ich meine, Telemachos soll jetzt König sein und alles regeln. Danke, Papa! Einfach mal so die Verantwortung abwälzen. Kennen wir das nicht alle?
Und dann diese Zeilen:
"To strive, to seek, to find, and not to yield."Klingt toll, oder? Motivierend! Aber bedeutet es nicht auch: "Ich mache, was ich will, egal was die anderen sagen!"? Ein bisschen rücksichtslos, würde ich sagen.
Ich meine, ich will ja auch nicht den ganzen Tag Netflix gucken (obwohl...). Aber ich kann doch nicht einfach meinen Job kündigen und auf Weltreise gehen, ohne an meine Familie zu denken! Oder vielleicht doch? Nein, lieber nicht. Wäre ja noch schöner, wenn dann das Finanzamt vor der Tür steht.
Die Sache mit dem Alter
Und dann ist da noch die Sache mit seinem Alter. Ulysses ist kein junger Hüpfer mehr. Er ist ein alter Mann! Er sollte sich vielleicht mal ein bisschen schonen. Aber nein, er will unbedingt noch mal auf's Meer. Mit seinen alten Kumpels!
Ich stelle mir das gerade vor: Eine Gruppe älterer Herren, die auf einem kleinen Boot herumschippern. Einer hat Rücken, der andere braucht alle halbe Stunde eine Pinkelpause. Und Ulysses schreit die ganze Zeit: "Vorwärts! Zum Horizont!"
Ein bisschen lächerlich, oder? Aber vielleicht auch... inspirierend. Ich meine, wer sagt denn, dass man mit 70 nicht mehr verrückte Sachen machen kann? Vielleicht sollte ich mir doch noch einen Motorradführerschein holen...
Die Crew: Auch nicht besser?
Und was ist mit seiner Crew? Die sind ja auch nicht mehr die Jüngsten. Und trotzdem sind sie sofort dabei! "Klar, Ulysses! Wir segeln mit dir bis ans Ende der Welt!" Haben die nichts Besseres zu tun? Haben die keine Enkelkinder, die sie besuchen müssen?
Vielleicht sind sie einfach nur froh, aus dem Altersheim rauszukommen. Wer weiß? Aber irgendwie finde ich das auch ein bisschen traurig. Sind sie wirklich freiwillig dabei? Oder fühlen sie sich verpflichtet, ihrem alten Helden zu folgen?
Aber hey, vielleicht ist das ja auch der Punkt. Vielleicht geht es in Ulysses gar nicht um Abenteuer und Heldentum. Vielleicht geht es darum, dass man im Alter nicht aufgeben soll. Dass man seine Träume verfolgen soll, egal wie alt man ist.
Vielleicht ist Ulysses ja doch ein Vorbild. Ein egoistisches, rücksichtsloses Vorbild. Aber trotzdem ein Vorbild. Oder vielleicht liege ich auch einfach nur falsch. Was denkt ihr?
Egal, ob ihr Ulysses liebt oder hasst. Ob ihr ihn für einen Helden oder einen egozentrischen Spinner haltet. Eins ist klar: Alfred Lord Tennyson hat uns mit diesem Gedicht zum Nachdenken angeregt. Und das ist ja schon mal was, oder?
Und jetzt entschuldigt mich, ich muss mal schauen, ob ich noch ein paar alte Freunde für eine spontane Segeltour begeistern kann. Vielleicht nicht bis ans Ende der Welt. Aber zumindest bis zum nächsten Eiscafe.
