Un Secret Philippe Grimbert
Okay, Leute, lasst uns mal ehrlich sein. Wir alle haben dieses eine Buch gelesen, von dem uns die ganze Welt erzählt hat, wie wahnsinnig gut es ist. Und dann… tja, dann war es halt ein Buch. Bei mir war das Un Secret von Philippe Grimbert. Ja, ich hab's gesagt! Steinigt mich, Literatur-Snobs!
Ich meine, es ist ja nicht so, dass ich es gehasst hätte. Absolut nicht. Die Geschichte ist… nun ja, ein bisschen traurig. Ein Kind, das sich eine imaginäre ältere Bruder ausdenkt, um sich selbst interessanter zu machen. Kenne ich irgendwoher. Und dann kommt heraus, dass da tatsächlich ein Geheimnis in der Familie schlummert. Dramatisch! Aber war es wirklich das Meisterwerk, als das es überall angepriesen wurde? Ich bin mir da echt nicht so sicher.
Vielleicht bin ich ja zu abgestumpft von all den Wendungen und Geheimnissen, die mir heutzutage in Filmen und Serien um die Ohren gehauen werden. Ein Familiengeheimnis? Pfft! Ruf mich an, wenn ein Alien aus dem Toaster springt und verkündet, dass er mein echter Vater ist. Das wäre mal was!
Warum ich "Un Secret" vielleicht doch nicht so toll fand (und du vielleicht auch nicht):
Die Erwartungen sind einfach zu hoch
Klar, Un Secret ist ein Buch, das viele Leute berührt. Es geht um Identität, Familie, die Schrecken des Krieges. Schweres Geschütz, keine Frage. Aber wenn dir jeder erzählt, dass du danach dein Leben überdenken wirst, dann ist die Fallhöhe einfach riesig. Und dann… Plumps! Landung auf dem harten Boden der Realität. Sorry, Buch, aber ich bin immer noch die gleiche Person wie vorher. Nur mit ein paar grauen Haaren mehr, weil ich mich gefragt habe, wann endlich der Moment kommt, der mein Leben verändern soll.
Die Charaktere... irgendwie distanziert
Ich hatte das Gefühl, die Charaktere nur durch eine Glasscheibe zu beobachten. Ich konnte ihre Trauer und ihr Leid zwar sehen, aber ich konnte sie nicht wirklich fühlen. Vielleicht lag es an dem eher distanzierten Schreibstil von Grimbert. Vielleicht bin ich aber auch einfach nur ein gefühlskalter Klotz. Wer weiß das schon?
Ich meine, Maxime, der Vater, ist ja schon eine interessante Figur. Sportlich, gutaussehend, ein bisschen undurchsichtig. Aber so richtig warm wurde ich mit ihm nicht. Und die Mutter, Tania? Auch irgendwie... enigmatisch. Ich hätte mir da mehr Tiefgang gewünscht. Mehr Einblicke in ihre Gedanken und Gefühle. Mehr... Menschlichkeit.
Das Geheimnis selbst…
Okay, das Geheimnis ist natürlich der Dreh- und Angelpunkt der ganzen Geschichte. Ohne das Geheimnis wäre es ja nur die Erzählung eines kleinen Jungen mit einem imaginären Freund. Aber war das Geheimnis wirklich so überraschend? So bahnbrechend? Ich fand es… okay. Traurig, ja. Schockierend, vielleicht. Aber nicht so, dass ich nachts nicht mehr schlafen konnte. Vielleicht bin ich einfach zu oft "Game of Thrones" ge-binge-watched. Da ist man ja einiges gewohnt.
Ich will Grimbert nicht zu nahe treten. Er ist zweifellos ein talentierter Autor. Und Un Secret ist ein wichtiges Buch, das dazu anregt, über die Vergangenheit und ihre Auswirkungen auf die Gegenwart nachzudenken. Aber für mich persönlich hat es einfach nicht klick gemacht. Und das ist okay, oder? Wir können ja nicht alle die gleichen Bücher lieben. Sonst wäre es ja langweilig!
Vielleicht sollte ich es in ein paar Jahren noch einmal lesen. Vielleicht sehe ich es dann mit anderen Augen. Vielleicht springt dann doch noch ein Alien aus dem Toaster und sagt, dass er mein echter Vater ist. Man weiß ja nie.
Aber bis dahin bleibe ich dabei: Un Secret ist ein gutes Buch. Aber kein Meisterwerk. Zumindest nicht für mich. Und jetzt bin ich gespannt: Wer stimmt mir zu?
Also, liebe Leser, outet euch! Wer fand Un Secret auch ein bisschen… überschätzt? Lasst es mich wissen! Wir können ja zusammen einen Club der enttäuschten Leser gründen. Mit Tee und Keksen. Und ohne erzwungene literarische Diskussionen. Das wäre doch mal was!
