Unter Der Drachenwand Klausur
Mal ehrlich, wer von uns hat Unter der Drachenwand wirklich geliebt?
Krieg, Liebe, und gähnende Langeweile?
Okay, ich gebe zu, Robert Seethaler kann schreiben. Der Mann hat Talent. Aber diese Drachenwand… puh!
Wir alle kennen das: Deutschlehrer mit leuchtenden Augen, die von diesem "Meisterwerk" schwärmen. Sie reden von tiefer Bedeutung, von historischem Kontext, von Charakterentwicklung.
Ich nicke brav, kritzele kleine Männchen in meinen Block und denke mir: Wann ist das endlich vorbei?
Klar, der Zweite Weltkrieg war schrecklich. Keine Frage. Aber musste man mir das in so quälend langsamen Bildern erzählen?
"Oh, der Geruch von Erde und Verzweiflung liegt in der Luft..."
Ja, okay, verstanden. Krieg ist doof. Kann's weitergehen?
Liebe in Zeiten des Krieges – irgendwie egal
Und dann diese Liebesgeschichte! Anna und Franz. Ach, die zwei! So tragisch, so leidenschaftlich, so... austauschbar?
Tut mir leid, aber ich konnte mich einfach nicht für ihre Schicksale begeistern. Ich war mehr damit beschäftigt, herauszufinden, ob ich nach der Deutschstunde noch ein Stück Kuchen ergattern konnte.
Vielleicht liegt es daran, dass ich ein hoffnungsloser Romantiker bin, der lieber Kitsch-Komödien schaut. Aber diese düstere, schwermütige Romanze hat mich einfach kalt gelassen.
Die Figuren waren irgendwie... blass. Wie Geister, die durch eine verregnete Landschaft wandern. Ich habe mir mehr Farbe, mehr Leben, mehr irgendetwas gewünscht!
Die Drachenwand – mehr Drama als nötig?
Versteht mich nicht falsch. Ich weiß, dass Unter der Drachenwand ein wichtiges Buch ist. Es behandelt wichtige Themen. Es ist literarisch anspruchsvoll.
Aber musste es so... deprimierend sein?
Ich meine, ich verstehe ja, dass Krieg kein Zuckerschlecken ist. Aber ein bisschen Hoffnung, ein bisschen Licht am Ende des Tunnels wäre doch auch schön gewesen, oder?
Die ganze Zeit dieses Gefühl: Alles ist furchtbar, alles wird noch furchtbarer, und am Ende sterben sowieso alle. Juhu!
Und die Klausur? Eine Qual! Wer kann sich denn all diese Namen und Details merken? Wer zur Hölle ist Veit Kolbe und warum ist er so wichtig?
Ich erinnere mich noch an meine eigene Klausur. Ich habe versucht, irgendwas halbwegs Sinnvolles zusammenzukratzen, während ich innerlich geflucht habe. Wahrscheinlich habe ich mehr über das Layout des Buches geschrieben als über den Inhalt.
Unpopuläre Meinung: Gebt uns was Lustiges!
Ich weiß, ich weiß. Es ist blasphemisch. Ich bin ein Kulturbanause. Ich verstehe nichts von Literatur.
Aber ich stehe dazu: Ich fand Unter der Drachenwand langweilig.
Vielleicht bin ich einfach nicht der Typ für schwere Kost. Vielleicht brauche ich mehr Action, mehr Humor, mehr explodierende Dinge.
Oder vielleicht bin ich einfach nur ein Mensch, der nach einem langen Tag in der Schule lieber etwas Leichtes und Unterhaltsames liest.
Gibt es da draußen noch jemanden, dem es auch so ging? Oder bin ich ganz allein mit meiner unpopulären Meinung?
Vielleicht sollten wir uns alle zusammentun und eine Petition starten. Wir fordern: Mehr lustige Bücher im Deutschunterricht! Weniger Kriegstrauma, mehr Lachen!
Ich bin sicher, es gibt genug großartige Bücher, die uns zum Nachdenken anregen können, ohne uns gleichzeitig in die Depression zu treiben.
Also, liebe Deutschlehrer da draußen: Bitte, bitte, bitte. Denkt beim nächsten Mal an uns arme Schüler. Gebt uns was Lustiges. Gebt uns was Spannendes. Gebt uns irgendwas, das nicht Unter der Drachenwand ist!
Und wenn ihr uns trotzdem die Drachenwand aufzwingen müsst… dann wenigstens mit 'ner großen Tafel Schokolade dazu. Das mildert das Leid wenigstens ein bisschen.
