Vater Amerikaner Mutter Deutsch Kind In Deutschland Geboren
Okay, hört mal zu. Unpopuläre Meinung incoming! Aber irgendwer muss es ja mal sagen.
Vater Amerikaner, Mutter Deutsch, Kind in Deutschland geboren. Das ist ja erstmal nix Besonderes, oder? Aber dann fängt das Dilemma an.
Erstens, die Sprache. Das arme Kind! Soll es jetzt Denglisch reden? Oder, noch schlimmer, so tun, als ob es fließend Englisch kann, obwohl es eigentlich nur "Hi!" und "Bye!" beherrscht? Ich sag's euch, cringe-Alarm!
Und dann die Namen. Typisch amerikanische Namen in Deutschland... Oh je. Kevin, Justin, Chantal – sorry, aber da klingelt's bei vielen Deutschen nicht gerade positiv. Ich meine, muss das sein? Kann man dem Kind nicht wenigstens einen deutschen Zweitnamen geben? Irgendwas Solides. Günther vielleicht? (Okay, vielleicht nicht Günther... aber ihr wisst, was ich meine!)
Kultureller Clash Deluxe
Wir alle wissen: Deutsche und Amerikaner sind… nun ja, sagen wir mal, unterschiedlich. Der Amerikaner ist laut, überschwänglich, liebt es, Smalltalk zu halten. Die Deutsche eher… reserved. Direkt. Und dann muss das Kind dazwischen vermitteln? Viel Spaß dabei!
Stellt euch vor: Weihnachten! Die amerikanische Seite der Familie packt gefühlt 100 Geschenke aus. Die deutsche Seite schenkt dem Kind ein Paar Wollsocken und ein Buch über deutsche Geschichte. Das Kind sitzt da, überfordert und leicht traumatisiert.
Oder Ostern! Amerikanische Easter Egg Hunt versus deutsches Eiersuchen im Garten. Der Unterschied ist gewaltig! Die Amerikaner verstecken Plastikeier mit Süßigkeiten, die Deutschen bemalen echte Eier und verstecken sie einzeln. Das Kind fragt sich: Bin ich jetzt im Film "Gremlins" oder in einem Heimatmuseum?
Essen, oh Essen!
Das Essen! Ein endloses Schlachtfeld. Die Amerikaner lieben Burger, Pommes, Pizza. Die Deutschen bevorzugen Brot, Wurst, Käse. Das Kind steht vor der Wahl: Fett oder Ballaststoffe? Zucker oder Salz? Die Entscheidung des Lebens!
Und dann erst Thanksgiving! Ein Truthahn, so groß wie ein Kleinwagen, dazu Süßkartoffelauflauf mit Marshmallows (ernsthaft, Marshmallows?). Die deutsche Oma guckt skeptisch. Sie würde dem Kind lieber eine deftige Kartoffelsuppe servieren. Das Kind weint innerlich.
"Aber," höre ich euch schon rufen, "das Kind profitiert doch von zwei Kulturen!"
Ja, vielleicht. Aber ehrlich gesagt? Ich glaube, es ist erstmal vor allem verwirrt. Es weiß nicht, wo es hingehört. Es fühlt sich weder richtig amerikanisch noch richtig deutsch. Es ist ein ewiger Tourist im eigenen Leben.
Und was ich auch nicht verstehe: Warum muss man ständig betonen, wie "amerikanisch" das Kind ist? "Oh, schau mal, wie gut er/sie Englisch spricht!" Ja, hallo? Er/Sie ist hier geboren und spricht fließend Deutsch! Das ist doch viel beeindruckender, oder nicht?
Außerdem, lasst das Kind einfach Kind sein! Es muss nicht ständig zwischen zwei Welten hin- und hergerissen werden. Es muss nicht ständig erklären, warum es kein Marshmallow-Süßkartoffelauflauf mag. Es muss nicht ständig beweisen, dass es "wirklich" amerikanisch ist.
Lasst es einfach ein deutsches Kind sein, mit einem amerikanischen Papa. Das ist doch auch okay, oder? Unpopuläre Meinung, ich weiß. Aber ich stehe dazu!
Und jetzt brauche ich erstmal ein Bier. Oder vielleicht doch eine Cola mit Eis? Entscheidungen, Entscheidungen...
