Vogel Gegen Scheibe Geflogen Genickbruch
Hand aufs Herz: Wer von uns hat noch NIE einen Vogel gegen eine Scheibe fliegen sehen? Ich meine, mal ehrlich. Wir kennen das alle. Bums! Federnstaub. Kurzes Beschnuppern des eigenen Ablebens. Und dann? Entweder wackelig davongetorkelt oder... nun ja. Das volle Programm.
Und jetzt kommt meine vielleicht etwas unpopuläre Meinung: Ich finde das... fascinierend. Ja, ich weiß, ich weiß. Grausam! Schrecklich! Armes Tier! Aber hey, die Natur ist nun mal kein Ponyhof, oder? Und ich beobachte das Ganze ja nicht mit sadistischer Freude. Eher mit einer Mischung aus Mitgefühl und – tja, ich sag's einfach – einem Hauch von Erstaunen.
Die Scheibe: Ein tückischer Feind
Denken wir mal drüber nach. Für einen Vogel ist eine Fensterscheibe quasi unsichtbar. Da ist dieser riesige, offene Raum. Sie sehen die Bäume, den Himmel, das leckere Futter jenseits der "Barriere". Und dann: BOOM! Ein gläserner Schlagbaum. Ein physikalischer Fail der Extraklasse. Ich meine, wer hat sich das ausgedacht? Architekten, ich schaue euch an!
Ich behaupte: Vögel sind Opfer moderner Architektur. Früher, als es nur Holzhütten und Höhlen gab, war das Leben einfacher. Keine tückischen, transparenten Todesfallen. Da konnte man sich wenigstens auf Baumkronen und Beerenbüsche konzentrieren, ohne ständig Angst vor einem Genickbruch zu haben. Stichwort Genickbruch. Klingt hart, ist es auch.
Die Darwin-Award-würdige Performance
Man muss den Vögeln aber auch zugutehalten: Manche von ihnen scheinen sich regelrecht anzustrengen, das Hindernis zu übersehen. Da wird mit voller Geschwindigkeit angeflogen, als gäbe es kein Morgen. Als ob die Scheibe nur eine optische Täuschung wäre. Ich nenne das "fliegerischer Optimismus". Oder einfach nur "unverbesserliche Dummheit". Sorry, kleine Piepmätze, aber es ist, wie es ist.
Besonders amüsant – äh, ich meine, besonders bedauerlich – wird es, wenn der Vogel den Aufprall überlebt und dann völlig desorientiert durch die Gegend taumelt. Da werden Bäume angeflogen, Zäune verfehlt und Katzen nur knapp entgangen. Eine Slapstick-Einlage, die Buster Keaton vor Neid erblassen lassen würde.
Was lernen wir daraus?
Die Moral von der Geschicht'? Tja, gute Frage. Vielleicht, dass wir unsere Fenster mit Aufklebern versehen sollten, damit die armen Vögel wenigstens eine Chance haben. Vielleicht, dass wir Architekten dazu zwingen sollten, Vogelfreundlichere Gebäude zu entwerfen. Oder vielleicht auch einfach nur: Dass das Leben manchmal einfach unfair ist. Und dass man auch über tragische Ereignisse lachen darf. (Aber nur, wenn man's nicht zu laut macht.)
Ich sage: Nehmt es mit Humor! Betrachtet den Vogel Gegen Scheibe Crash als ein kleines, unfreiwilliges Theaterstück. Eine kurze, aber intensive Vorstellung, die uns daran erinnert, dass wir alle irgendwann mal gegen eine Wand rennen. Im übertragenen Sinne natürlich. Hoffentlich ohne Genickbruch.
Und zum Schluss noch eine kleine Anekdote: Ich habe mal einen Sperling beobachtet, der gefühlt 20 Mal gegen meine Scheibe geflogen ist. Immer und immer wieder. Als ob er sich gesagt hätte: "Ich werde diese Scheibe besiegen! Ich werde hindurchfliegen! Ich werde... *BUMM!*... es nochmal versuchen!" Respekt, kleine Kampfsau. Respekt.
Denkt drüber nach. Und lacht ab und zu mal. Das Leben ist zu kurz, um sich nur über Vogeltod aufzuregen.
"Humor ist, wenn man trotzdem lacht." - Irgendwer Kluges (vermutlich)
