Während Der Fahrt In Einem Tunnel Bemerken
Kennt ihr das? Man fährt so auf der Autobahn. Die Landschaft zieht vorbei. Irgendwie beruhigend. Dann... BAMM! Dunkelheit.
Ich rede natürlich vom Tunnel. Und lasst mich euch was sagen, ich hab da so meine Theorie. Ich glaube, es gibt zwei Arten von Menschen.
Die einen, die merken sofort, wenn es in einen Tunnel geht. Die haben so einen inneren Tunnel-Radar. Die wittern das Ding schon kilometerweit vorher. Vielleicht haben sie sogar ein spezielles Tunnel-Gefühl, so eine Art... Tunnel-Kribbeln?
Und dann gibt es uns. Die anderen. Die, die plötzlich im Tunnel sind.
Die plötzliche Tunnel-Realität
Okay, okay, ich übertreibe vielleicht ein bisschen. Aber ich schwöre, es ist mir schon oft passiert. Ich bin in Gedanken, höre Musik, vielleicht singe ich sogar leise mit (schuldig!). Und dann, ohne Vorwarnung: Schwärze.
Manchmal dauert es einen kurzen Moment, bis mein Gehirn kapiert, was los ist. "Moment mal...", denke ich dann. "Ist hier gerade die Sonne explodiert?"
Und dann, langsam, dämmert es mir: "Ach, ein Tunnel."
Die Tunnel-Erkenntnis: Ein stiller Moment der Scham
Das Problem ist, dass dieser Moment der Erkenntnis oft mit einem leisen Anflug von Scham einhergeht. Denn irgendwie fühlt es sich an, als hätte man was Wichtiges verpasst. Als wäre man der Einzige im Auto, der nicht mitbekommen hat, dass es gleich unter die Erde geht.
Und dann kommt die Frage: Habe ich die ganzen Schilder übersehen? Waren da nicht diese blinkenden Lichter? Die Hinweise auf die bevorstehende Dunkelheit?
Wahrscheinlich. Aber hey, ich war beschäftigt! Mit der Musik, mit den Gedanken, mit dem Versuch, das verdammte Navigationssystem zu verstehen.
Ich meine, wer achtet schon auf Schilder, wenn man gerade versucht, den Refrain von "Bohemian Rhapsody" perfekt zu treffen?
Tunnel-Phänomen: Bin ich der Einzige?
Ich frage mich wirklich, ob ich der Einzige bin, dem das passiert. Oder gibt es da draußen noch mehr Tunnel-Verpeilte? Bitte sag mir, dass ich nicht allein bin! Das wäre so... erleichternd.
Vielleicht sollten wir einen Club gründen. Den "Tunnel-Ignoranten e.V." Oder "Die plötzliche Dunkelheit-Fraktion". Wir könnten uns regelmäßig treffen und uns gegenseitig Geschichten von verpassten Tunnel-Warnungen erzählen.
Und natürlich könnten wir uns gegenseitig Tipps geben, wie man besser aufpasst. Zum Beispiel: "Versuche, nicht zu laut mitzusingen." Oder: "Schau ab und zu mal auf die Straße, anstatt nur auf dein Handy."
Unbeliebte Meinung: Tunnel sind okay
Und wisst ihr was? Ich muss gestehen: Eigentlich finde ich Tunnel gar nicht so schlimm. Im Gegenteil. Sie haben etwas Beruhigendes.
Dieser kurze Moment der Dunkelheit, dieser Bruch mit der Außenwelt. Es ist fast wie eine kleine Auszeit. Wie ein kurzer Winterschlaf für die Augen.
Klar, manchmal sind sie ein bisschen gruselig. Besonders, wenn es lange Tunnel sind und die Lichter flackern. Aber im Großen und Ganzen finde ich sie... ganz okay.
Und mal ehrlich: Ist es nicht auch ein bisschen spannend? Dieses Gefühl, in eine andere Welt einzutauchen. Für ein paar Minuten unter der Erde zu verschwinden.
Also, das nächste Mal, wenn ihr in einen Tunnel fahrt (oder plötzlich in einem seid), denkt an mich. Und lächelt. Denn vielleicht seid ihr ja gar nicht so allein, wie ihr denkt.
Und vielleicht ist es ja auch ganz okay, ab und zu mal ein bisschen verpeilt zu sein. Hauptsache, man kommt sicher am Ziel an.
P.S.: Ich schwöre, das nächste Mal werde ich wirklich auf die Schilder achten. Versprochen!
Naja, fast versprochen...
