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Wann Gehörte österreich Zu Deutschland


Wann Gehörte österreich Zu Deutschland

Servus, liebe Reisefreunde! Heute nehmen wir euch mit auf eine kleine Zeitreise – eine Reise, die uns in die bewegte Geschichte Österreichs führt. Genauer gesagt, sprechen wir über eine Periode, die für viele Österreicher immer noch eine dunkle und schmerzhafte Erinnerung ist: die Zeit des Anschlusses an Deutschland.

Ich erinnere mich noch gut an meinen ersten Besuch in Wien. Die imperiale Pracht, die beeindruckenden Museen, die gemütlichen Kaffeehäuser...alles strahlte eine Geschichte von Stolz und Unabhängigkeit aus. Doch je tiefer ich in die Gespräche mit den Einheimischen eintauchte, desto deutlicher spürte ich die Narben, die die Zeit des Nationalsozialismus hinterlassen hatte. Es ist wichtig, diese Geschichte zu kennen, um das heutige Österreich wirklich zu verstehen. Also, schnallt euch an, es wird eine spannende, wenn auch manchmal bedrückende Reise in die Vergangenheit.

Der Weg zum Anschluss: Mehr als nur ein Ja-Wort

Die Frage "Wann gehörte Österreich zu Deutschland?" lässt sich relativ einfach beantworten: Vom 12. März 1938 bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs im Jahr 1945. Doch hinter dieser simplen Jahreszahl verbirgt sich eine komplexe und vielschichtige Geschichte von politischen Intrigen, wirtschaftlichem Druck und nicht zuletzt, von der Verblendung und Begeisterung eines Teils der österreichischen Bevölkerung. Viele denken, der Anschluss sei ein einfacher Akt der Vereinigung gewesen, ein freudiges "Ja" zweier Brüderländer. Die Wahrheit ist weit weniger romantisch.

Bereits in den Jahren vor 1938 gab es in Österreich eine starke Bewegung, die eine Vereinigung mit dem Deutschen Reich befürwortete. Diese sogenannten "Nationalsozialisten" sahen in Hitler und seinem Regime die Lösung für die wirtschaftlichen und politischen Probleme Österreichs. Nach dem Ersten Weltkrieg und dem Zerfall der k.u.k. Monarchie befand sich Österreich in einer prekären Lage. Die Wirtschaft lag am Boden, die politische Landschaft war zersplittert, und das Land litt unter einer Identitätskrise. Viele Österreicher sahen in der "großen Lösung" – dem Anschluss an das wirtschaftlich stärkere Deutschland – den einzigen Ausweg.

Es ist wichtig zu verstehen, dass diese Begeisterung nicht von allen geteilt wurde. Es gab auch einen starken Widerstand gegen den Nationalsozialismus, vor allem in den Reihen der Sozialdemokraten und der katholischen Kirche. Doch diese Kräfte waren zersplittert und wurden zunehmend von den Nationalsozialisten unterdrückt.

Das Ultimatum und der Einmarsch

Der entscheidende Wendepunkt kam im Februar 1938. Hitler forderte vom österreichischen Bundeskanzler Kurt Schuschnigg weitreichende Zugeständnisse, darunter die Aufnahme von Nationalsozialisten in die Regierung. Schuschnigg versuchte, dem Druck standzuhalten und kündigte für den 13. März eine Volksbefragung über die Unabhängigkeit Österreichs an. Doch Hitler sah darin eine Provokation und drohte mit dem Einmarsch deutscher Truppen. Um ein Blutvergießen zu verhindern, gab Schuschnigg nach und trat zurück. Am 12. März 1938 marschierten deutsche Truppen in Österreich ein, ohne auf nennenswerten Widerstand zu stoßen.

Ich habe in Wien das "Haus der Geschichte Österreich" besucht, ein wirklich empfehlenswertes Museum. Dort werden die Ereignisse dieser Zeit sehr anschaulich dargestellt. Man kann sich kaum vorstellen, wie schnell sich damals alles verändert hat. Innerhalb weniger Tage wurden Gesetze geändert, politische Gegner verhaftet und die Bevölkerung einer massiven Propaganda ausgesetzt.

"Österreich ist frei!" – Mit diesen Worten verkündete Hitler den Anschluss Österreichs an das Deutsche Reich.

Doch die "Freiheit", von der Hitler sprach, war in Wahrheit eine Unterdrückung der österreichischen Identität und Selbstbestimmung.

Die Zeit im Dritten Reich: Leid und Verfolgung

Der Anschluss bedeutete für Österreich den Verlust der Eigenstaatlichkeit und die Eingliederung in das nationalsozialistische Deutschland. Österreich wurde zur "Ostmark", später zu verschiedenen Reichsgaue umbenannt. Die Nationalsozialisten errichteten in Österreich eine Terrorherrschaft, die von Verfolgung, Enteignung und Ermordung Andersdenkender geprägt war. Besonders betroffen waren Juden, Sinti und Roma, Homosexuelle und politische Gegner.

Die jüdische Bevölkerung Österreichs wurde systematisch entrechtet und verfolgt. Ihre Geschäfte wurden "arisiert", ihre Wohnungen geplündert, und viele von ihnen wurden in Konzentrationslager deportiert und ermordet. Die Gräueltaten, die in dieser Zeit in Österreich begangen wurden, sind unfassbar und dürfen niemals vergessen werden. Wenn ihr in Wien seid, solltet ihr unbedingt das "Jüdische Museum Wien" besuchen, um mehr über das Schicksal der jüdischen Bevölkerung Österreichs zu erfahren.

Widerstand und Kollaboration

Trotz der brutalen Unterdrückung gab es auch in Österreich Widerstand gegen das NS-Regime. Dieser Widerstand war zwar nicht massenhaft, aber er war dennoch vorhanden und wichtig. Es gab Einzelpersonen und Gruppen, die sich aktiv gegen die Nationalsozialisten stellten, beispielsweise durch das Verteilen von Flugblättern, das Verstecken von Verfolgten oder die Unterstützung von alliierten Kriegsgefangenen.

Es ist aber auch wichtig zu erwähnen, dass es in Österreich nicht nur Opfer, sondern auch Täter gab. Viele Österreicher beteiligten sich aktiv an den Verbrechen des NS-Regimes, sei es als Mitglieder der SS, als Denunzianten oder als Profiteure der "Arisierung". Die Auseinandersetzung mit dieser dunklen Seite der österreichischen Geschichte ist bis heute nicht abgeschlossen.

Das Ende des Krieges und die Wiederherstellung der Unabhängigkeit

Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs wurde Österreich von den alliierten Siegermächten besetzt. Im Jahr 1955 erhielt Österreich seine volle Souveränität zurück, unter der Bedingung, dass es eine dauernde Neutralität erklärt. Seitdem ist Österreich eine stabile Demokratie und ein wichtiger Teil der Europäischen Union. Es ist ein Land, das aus seiner Geschichte gelernt hat und sich aktiv für Frieden und Völkerverständigung einsetzt.

Wenn ihr heute durch Österreich reist, werdet ihr auf viele Mahnmale und Gedenkstätten stoßen, die an die Opfer des Nationalsozialismus erinnern. Diese Orte sind wichtig, um die Erinnerung wachzuhalten und dafür zu sorgen, dass sich solche Gräueltaten niemals wiederholen. Österreich hat sich seiner Vergangenheit gestellt und ist heute ein Land, das stolz auf seine Identität und seine Unabhängigkeit ist.

Abschließend kann ich euch nur empfehlen, Österreich zu besuchen und euch selbst ein Bild von diesem wunderschönen Land zu machen. Lasst euch von der Gastfreundschaft der Menschen, der beeindruckenden Kultur und der atemberaubenden Landschaft verzaubern. Und vergesst dabei nicht, dass Österreich eine bewegte Geschichte hat, die es zu respektieren und zu verstehen gilt.

Bis bald, und haltet die Augen offen für weitere spannende Reisegeschichten!

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