Wann Wird Es Abends Wieder Heller
Viele Menschen, die in Deutschland leben, insbesondere jene, die neu im Land sind, fragen sich jedes Jahr aufs Neue: Wann wird es abends wieder heller? Die Antwort ist eng mit dem Sonnenstand, der Erdrotation und den jährlich stattfindenden Zeitumstellungen verbunden. Dieser Artikel erklärt die zugrundeliegenden Mechanismen und gibt Ihnen eine praktische Übersicht, wann Sie mit längeren Tagen und mehr Abendlicht rechnen können.
Die Grundlagen: Sonnenstand und Jahreszeiten
Die Dauer des Tageslichts wird maßgeblich durch den Sonnenstand beeinflusst. Die Erde dreht sich nicht nur um die Sonne, sondern ist auch um etwa 23,5 Grad geneigt. Diese Neigung führt zu den Jahreszeiten. Im Sommer ist die Nordhalbkugel der Sonne zugeneigt, was zu längeren Tagen und kürzeren Nächten führt. Im Winter ist die Nordhalbkugel von der Sonne abgewandt, was kürzere Tage und längere Nächte zur Folge hat.
Die Tage beginnen also nicht plötzlich hell zu werden. Es ist ein gradueller Prozess. Nach der Wintersonnenwende, die üblicherweise am 21. oder 22. Dezember stattfindet, werden die Tage wieder länger. Dieser Zeitpunkt markiert den kürzesten Tag des Jahres. Ab diesem Tag gewinnt das Tageslicht langsam aber stetig an Dauer.
Allerdings ist der Zuwachs an Tageslicht in den ersten Wochen nach der Wintersonnenwende noch relativ gering. Die Veränderung ist zunächst kaum spürbar. Erst im Januar und Februar wird der Unterschied deutlicher.
Die Rolle der Zeitumstellung
Neben dem natürlichen Verlauf des Sonnenstandes spielt auch die Zeitumstellung eine wichtige Rolle bei der subjektiven Wahrnehmung, wann es abends wieder heller wird. In Deutschland und vielen anderen europäischen Ländern wird die Uhr zweimal jährlich umgestellt:
- Sommerzeit: Am letzten Sonntag im März wird die Uhr um eine Stunde vorgestellt. Das bedeutet, dass es abends eine Stunde länger hell bleibt, aber morgens auch eine Stunde später hell wird.
- Winterzeit (Normalzeit): Am letzten Sonntag im Oktober wird die Uhr um eine Stunde zurückgestellt.
Die Sommerzeit hat den direkten Effekt, dass wir uns abends über mehr Helligkeit freuen können. Die Umstellung bewirkt quasi einen "geschenkten" Abend, der aber auf Kosten des Morgens geht. Ohne die Sommerzeit wäre es im Sommer morgens deutlich früher hell, aber abends auch früher dunkel.
Konkrete Zeiträume und Beispiele
Um Ihnen eine konkretere Vorstellung zu geben, wann Sie mit längeren Tagen rechnen können, hier einige Anhaltspunkte:
Januar und Februar: Langsamer Zuwachs
In diesen Monaten nimmt die Tageslänge langsam aber stetig zu. Pro Tag gewinnt das Tageslicht nur wenige Minuten. Allerdings summiert sich dies über die Wochen. Beispielsweise kann man im Februar bereits eine deutliche Verbesserung im Vergleich zum Dezember feststellen.
März: Deutliche Veränderung
Im März beschleunigt sich der Zuwachs an Tageslicht. Dies liegt daran, dass der Sonnenstand schneller steigt. Zudem erfolgt Ende März die Umstellung auf die Sommerzeit. Dieser Zeitpunkt wird oft als Wendepunkt wahrgenommen, da es plötzlich spürbar länger hell bleibt.
April und Mai: Längere Tage
In diesen Monaten erleben wir die deutlichsten Zuwächse an Tageslicht. Die Tage werden merklich länger, und die Abende sind hell und freundlich. Die Natur blüht auf, und die längere Helligkeit trägt zu einer positiven Stimmung bei.
Juni: Längster Tag
Die Sommersonnenwende im Juni markiert den längsten Tag des Jahres. Danach werden die Tage wieder kürzer, wenn auch zunächst nur minimal. Die Abende bleiben aber weiterhin sehr lange hell.
Wie man die Zunahme des Tageslichts verfolgen kann
Es gibt verschiedene Möglichkeiten, die Zunahme des Tageslichts im Auge zu behalten:
- Online-Tools: Es gibt zahlreiche Webseiten und Apps, die den Sonnenaufgang und Sonnenuntergang für jeden Ort und jeden Tag berechnen. Geben Sie einfach Ihren Standort ein, und Sie erhalten detaillierte Informationen über die Tageslänge.
- Wetterberichte: Viele Wetterberichte geben auch Auskunft über die Sonnenaufgangs- und Sonnenuntergangszeiten.
- Persönliche Beobachtung: Achten Sie einfach bewusst auf die Veränderungen im Tagesverlauf. Vergleichen Sie, wann es morgens hell wird und wann es abends dunkel wird.
Auswirkungen auf die Stimmung und Gesundheit
Die Zunahme des Tageslichts hat positive Auswirkungen auf unsere Stimmung und Gesundheit. Längere Tage und mehr Sonnenlicht fördern die Produktion von Vitamin D im Körper, was wichtig für die Knochengesundheit und das Immunsystem ist. Zudem kann mehr Tageslicht helfen, saisonale Depressionen (Winterdepression) zu lindern.
Wichtig: Achten Sie darauf, sich nicht zu lange ungeschützt der Sonne auszusetzen, um Hautschäden zu vermeiden. Nutzen Sie Sonnenschutzmittel und tragen Sie gegebenenfalls schützende Kleidung.
Zusammenfassung
Die Tage werden nach der Wintersonnenwende langsam aber stetig länger. Der Zuwachs an Tageslicht beschleunigt sich im Frühjahr. Die Zeitumstellung zur Sommerzeit Ende März sorgt für einen zusätzlichen Effekt, der die Abende subjektiv heller erscheinen lässt. Nutzen Sie Online-Tools oder Wetterberichte, um die Zunahme des Tageslichts zu verfolgen. Genießen Sie die längeren Tage und die positiven Auswirkungen auf Ihre Stimmung und Gesundheit. Und vergessen Sie nicht den Sonnenschutz!
