Wann Wurde Berliner Mauer Gebaut
Die Berliner Mauer, ein Symbol der Teilung Deutschlands und des Kalten Krieges, prägte das Bild Berlins und Europas über Jahrzehnte. Für Neu-Berliner oder Interessierte ist es wichtig zu wissen, wann genau diese Mauer errichtet wurde und welche historischen Hintergründe dazu führten. Dieser Artikel bietet eine klare und verständliche Erklärung.
Der Bau der Berliner Mauer: Ein historischer Überblick
Der Bau der Berliner Mauer begann am 13. August 1961. Dieser Tag wird oft als "Barbed Wire Sunday" bezeichnet, da an diesem Sonntagmorgen die Straßen zwischen Ost- und West-Berlin zunächst mit Stacheldrahtverhaue abgeriegelt wurden. Dies war der Beginn einer umfassenden Grenzsicherung, die sich in den folgenden Jahren zu einer massiven Betonmauer entwickelte.
Die Vorgeschichte: Teilung Deutschlands und Berlins
Um den Bau der Mauer zu verstehen, muss man die Nachkriegsgeschichte Deutschlands und Berlins betrachten. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde Deutschland in vier Besatzungszonen aufgeteilt: eine amerikanische, eine britische, eine französische und eine sowjetische Zone. Auch Berlin, obwohl inmitten der sowjetischen Zone gelegen, wurde in vier Sektoren aufgeteilt, die den Alliierten unterstanden.
Mit der Zeit entwickelten sich die politischen und wirtschaftlichen Systeme in den westlichen und östlichen Zonen Deutschlands unterschiedlich. In den Westzonen wurde die Bundesrepublik Deutschland (BRD) gegründet, ein demokratischer Staat mit einer freien Marktwirtschaft. In der sowjetischen Zone entstand die Deutsche Demokratische Republik (DDR), ein sozialistischer Staat unter der Kontrolle der Sowjetunion.
Berlin wurde zum Brennpunkt dieser ideologischen und politischen Gegensätze. Die Grenze zwischen Ost- und West-Berlin war zunächst relativ offen, was es den Bürgern ermöglichte, sich frei zwischen den Sektoren zu bewegen. Dies führte jedoch auch zu einer zunehmenden Abwanderung von Menschen aus der DDR in den Westen, insbesondere von hochqualifizierten Fachkräften.
Diese "Flucht der Intelligenz", wie sie oft genannt wurde, bedrohte die wirtschaftliche Stabilität der DDR. Hinzu kam, dass West-Berlin zu einem Schaufenster des Kapitalismus inmitten des sozialistischen Ostens wurde, was die Unzufriedenheit in der DDR weiter verstärkte.
Die Entscheidung zum Mauerbau
Die Regierung der DDR unter Walter Ulbricht sah sich zunehmend unter Druck. Die Abwanderung von Bürgern in den Westen musste gestoppt werden. Nach längeren Verhandlungen und mit Zustimmung der Sowjetunion beschloss die DDR-Führung, die Grenze nach West-Berlin zu schließen.
Die Entscheidung zum Mauerbau wurde streng geheim gehalten. Am Vorabend des 13. August 1961 wurden die Einheiten der Nationalen Volksarmee (NVA), der Volkspolizei und der Betriebskampfgruppen in Alarmbereitschaft versetzt.
Die ersten Tage des Mauerbaus
Am Morgen des 13. August 1961 begannen die DDR-Sicherheitskräfte, die Straßen und Wege zwischen Ost- und West-Berlin mit Stacheldraht zu versperren. Die U- und S-Bahn-Linien, die zwischen Ost und West verkehrten, wurden unterbrochen. Die Übergänge wurden geschlossen oder streng kontrolliert.
Zunächst bestand die "Mauer" aus Stacheldrahtverhauen und provisorischen Absperrungen. In den folgenden Tagen und Wochen wurde die Grenzsicherung jedoch massiv ausgebaut. Es entstanden Mauern aus Betonsteinen, die von bewaffneten Posten bewacht wurden.
Der Bau der Mauer erfolgte in mehreren Phasen, in denen die Grenzanlagen immer weiter verstärkt und perfektioniert wurden. Sie bestand schließlich aus einer bis zu 3,6 Meter hohen Betonmauer, einem Todesstreifen mit Wachtürmen, Minensperren, Hundelaufanlagen und anderen Hindernissen.
Die Reaktionen auf den Mauerbau
Der Bau der Berliner Mauer löste weltweit Bestürzung aus. Die Westmächte protestierten gegen die Verletzung des Viermächte-Status von Berlin, konnten den Bau der Mauer aber nicht verhindern. Die Bevölkerung in Ost- und West-Berlin reagierte mit Entsetzen und Wut.
Viele Familien und Freunde wurden durch die Mauer getrennt. Versuche, die Mauer zu überwinden, waren lebensgefährlich. Schätzungen zufolge kamen mindestens 140 Menschen bei dem Versuch, die Berliner Mauer zu überwinden, ums Leben.
"Niemand hat die Absicht, eine Mauer zu errichten!" - Walter Ulbricht, DDR-Staatsratsvorsitzender, nur wenige Wochen vor dem Mauerbau.
Dieses Zitat, das Ulbricht am 15. Juni 1961 auf einer internationalen Pressekonferenz äußerte, wurde später zum Symbol für die Lügenhaftigkeit der DDR-Führung.
Die Jahre der Teilung
Die Berliner Mauer stand über 28 Jahre lang und wurde zum Symbol der Teilung Deutschlands und Europas. Sie prägte das Leben der Menschen in Berlin und der DDR und trug maßgeblich zur Eskalation des Kalten Krieges bei.
Trotz der Mauer gab es immer wieder Versuche, die Grenze zu überwinden. Einige gelangten durch Tunnel, andere versuchten es mit selbstgebauten Flugzeugen oder mit gefälschten Ausweispapieren. Die DDR-Grenztruppen gingen mit äußerster Härte gegen Fluchtversuche vor.
Das Ende der Berliner Mauer
Die politischen Veränderungen in Osteuropa, insbesondere die Öffnung der Grenzen in Ungarn im Sommer 1989, setzten die DDR-Führung unter wachsenden Druck. Die Montagsdemonstrationen in Leipzig und anderen Städten der DDR forderten Reformen und Reisefreiheit.
Am 9. November 1989 verkündete Günter Schabowski, ein Mitglied des Politbüros der SED, in einer Pressekonferenz eine neue Reiseregelung für DDR-Bürger. Auf die Frage, ab wann diese Regelung gelte, antwortete er überraschend: "Das tritt nach meiner Kenntnis … ist das sofort, unverzüglich."
Diese Meldung verbreitete sich wie ein Lauffeuer. Tausende Menschen strömten zu den Grenzübergängen in Berlin und forderten die Öffnung der Mauer. Die überforderten Grenztruppen gaben schließlich nach, und die Berliner Mauer wurde geöffnet.
Der Fall der Berliner Mauer war ein historischer Moment, der den Weg zur Wiedervereinigung Deutschlands ebnete. Am 3. Oktober 1990 wurde Deutschland offiziell wiedervereinigt.
Fazit
Die Berliner Mauer wurde am 13. August 1961 errichtet und fiel am 9. November 1989. Ihr Bau war das Ergebnis der Teilung Deutschlands und des Kalten Krieges. Sie war ein Symbol der Unterdrückung und der Unfreiheit, aber auch des Widerstands und der Hoffnung. Die Erinnerung an die Berliner Mauer ist ein wichtiger Teil der deutschen Geschichte und mahnt uns, die Freiheit und die Demokratie zu verteidigen.
Heute sind nur noch wenige Überreste der Berliner Mauer erhalten. Sie dienen als Mahnmal und erinnern an die Zeit der Teilung. Orte wie die East Side Gallery, die Gedenkstätte Berliner Mauer in der Bernauer Straße und das Mauermuseum am Checkpoint Charlie sind wichtige Anlaufstellen, um die Geschichte der Berliner Mauer zu verstehen und zu bewahren.
Für Neu-Berliner ist das Wissen um die Geschichte der Berliner Mauer essenziell, um die Stadt und ihre Menschen besser zu verstehen. Es ist ein Teil der Identität Berlins und ein Mahnmal für die Notwendigkeit von Frieden, Freiheit und Demokratie.
