Wann Wurde Die Deutsche Demokratische Republik Gegründet
Die Deutsche Demokratische Republik (DDR), auch bekannt als Ostdeutschland, existierte von 1949 bis 1990. Das Gründungsdatum ist ein zentraler Punkt, um die Geschichte und die politischen Umstände zu verstehen, die zur Teilung Deutschlands führten. Hier erfahren Sie alles Wichtige über die Gründung der DDR.
Der Hintergrund: Nachkriegsdeutschland und die Besatzungszonen
Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs im Jahr 1945 wurde Deutschland in vier Besatzungszonen aufgeteilt, die von den alliierten Siegermächten verwaltet wurden: die Sowjetunion, die Vereinigten Staaten, Großbritannien und Frankreich. Berlin, obwohl inmitten der sowjetischen Zone gelegen, wurde ebenfalls in vier Sektoren aufgeteilt. Die unterschiedlichen politischen und wirtschaftlichen Vorstellungen der Alliierten führten rasch zu Spannungen.
Die westlichen Besatzungszonen (amerikanische, britische und französische) verfolgten das Ziel, eine liberale Demokratie und eine freie Marktwirtschaft aufzubauen. Die Sowjetunion hingegen forcierte die Etablierung eines sozialistischen Systems nach sowjetischem Vorbild. Diese ideologischen Differenzen verstärkten sich im Laufe der Zeit und mündeten in den Kalten Krieg.
Die wirtschaftliche Lage in den Besatzungszonen war nach dem Krieg katastrophal. Hunger, Armut und Zerstörung prägten das Bild. Die westlichen Alliierten initiierten den Marshallplan, ein Wirtschaftsprogramm, das den Wiederaufbau in Westeuropa und den westlichen Zonen Deutschlands unterstützte. Die Sowjetunion lehnte die Teilnahme am Marshallplan ab und zwang auch die Länder in ihrem Einflussbereich dazu.
Die Gründung der BRD und die Reaktion der Sowjetunion
Am 23. Mai 1949 wurde die Bundesrepublik Deutschland (BRD) in den westlichen Besatzungszonen gegründet. Die BRD basierte auf einer demokratischen Verfassung, dem Grundgesetz, und orientierte sich an westlichen Werten. Die Sowjetunion betrachtete die Gründung der BRD als einen klaren Bruch der Nachkriegsvereinbarungen und reagierte prompt.
Der 7. Oktober 1949: Die Gründung der DDR
Am 7. Oktober 1949 wurde die Deutsche Demokratische Republik (DDR) in der sowjetischen Besatzungszone gegründet. Dieser Tag markiert die offizielle Entstehung des zweiten deutschen Staates. Die Gründung erfolgte unter der Kontrolle der Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands (SED), die eng mit der Sowjetunion verbunden war.
Die DDR proklamierte eine sozialistische Republik, in der die Produktionsmittel verstaatlicht und die Wirtschaft planwirtschaftlich organisiert wurden. Die SED übernahm die politische Führung und errichtete ein Einparteiensystem. Andersdenkende und Oppositionelle wurden unterdrückt und verfolgt.
Die Provisorische Volkskammer und die Rolle der SED
Die formelle Grundlage für die Gründung der DDR bildete die Provisorische Volkskammer, ein Parlament, das aus Vertretern verschiedener Organisationen und Parteien bestand, die jedoch alle von der SED kontrolliert wurden. Die Volkskammer verabschiedete am 7. Oktober 1949 die Verfassung der DDR, die eine sozialistische Ordnung festschrieb. Wilhelm Pieck wurde zum ersten Präsidenten der DDR gewählt, während Walter Ulbricht als Generalsekretär der SED die eigentliche Macht ausübte.
Die SED spielte eine zentrale Rolle bei der Gründung und Entwicklung der DDR. Sie orientierte sich an den Prinzipien des Marxismus-Leninismus und verfolgte das Ziel, eine sozialistische Gesellschaft nach sowjetischem Vorbild zu errichten. Die SED kontrollierte alle wichtigen Bereiche des Lebens, von der Politik und Wirtschaft über die Kultur und Bildung bis hin zu den Medien.
Die ersten Jahre der DDR: Konsolidierung und Abgrenzung
Die ersten Jahre nach der Gründung der DDR waren von Konsolidierung und Abgrenzung geprägt. Die SED versuchte, ihre Macht zu festigen und die Bevölkerung auf die sozialistische Ideologie einzuschwören. Gleichzeitig grenzte sich die DDR immer stärker von der BRD und den westlichen Staaten ab.
Die Wirtschaft wurde nach dem Vorbild der Sowjetunion umgestaltet. Es kam zur Verstaatlichung von Betrieben, zur Kollektivierung der Landwirtschaft und zur Einführung der Planwirtschaft. Diese Maßnahmen führten jedoch oft zu Engpässen und Versorgungsproblemen.
Auch die politische Verfolgung von Andersdenkenden nahm zu. Der Staatssicherheitsdienst (Stasi) wurde zu einem mächtigen Instrument der Überwachung und Unterdrückung. Zahlreiche Menschen wurden aus politischen Gründen verhaftet, verurteilt und inhaftiert.
Der Volksaufstand vom 17. Juni 1953
Ein wichtiges Ereignis in den ersten Jahren der DDR war der Volksaufstand vom 17. Juni 1953. Auslöser waren die Erhöhung der Arbeitsnormen und die Unzufriedenheit der Bevölkerung mit den Lebensbedingungen. Der Aufstand wurde jedoch von sowjetischen Truppen und der Volkspolizei blutig niedergeschlagen. Die Ereignisse des 17. Juni 1953 zeigten deutlich, dass die DDR-Führung nur mit Hilfe der Sowjetunion an der Macht bleiben konnte.
Die Berliner Mauer und die Zementierung der Teilung
Ein entscheidender Wendepunkt in der Geschichte der DDR war der Bau der Berliner Mauer am 13. August 1961. Die Mauer sollte die Flucht von DDR-Bürgern in den Westen verhindern. Bis dahin hatten Millionen Menschen die DDR verlassen, um in der BRD ein besseres Leben zu suchen. Die Mauer zementierte die Teilung Deutschlands und Berlins und wurde zum Symbol des Kalten Krieges.
Der Bau der Mauer hatte dramatische Folgen für die Menschen. Familien wurden getrennt, Freundschaften zerbrachen. Die Reisefreiheit wurde stark eingeschränkt. Die DDR wurde zu einem abgeschotteten Staat, in dem die Bürger kaum Kontakt zur Außenwelt hatten.
Das Ende der DDR und die Wiedervereinigung
In den 1980er Jahren geriet die DDR zunehmend in eine Krise. Die Wirtschaft stagnierte, die Umweltverschmutzung nahm zu, und die Unzufriedenheit der Bevölkerung wuchs. Die Reformpolitik von Michail Gorbatschow in der Sowjetunion, insbesondere die Politik der Glasnost (Offenheit) und Perestroika (Umbau), schwächte den Einfluss der Sowjetunion auf die DDR.
Im Herbst 1989 kam es zu Massenprotesten in der DDR. Die Menschen forderten Reisefreiheit, Demokratie und Rechtsstaatlichkeit. Die SED-Führung versuchte zunächst, die Proteste zu unterdrücken, musste aber schließlich nachgeben.
Am 9. November 1989 fiel die Berliner Mauer. Dieses Ereignis markierte den Beginn des Endes der DDR. Die Grenzen wurden geöffnet, und die Menschen strömten in den Westen. Die Rufe nach Wiedervereinigung wurden immer lauter.
Am 3. Oktober 1990 trat die DDR der Bundesrepublik Deutschland bei. Dieser Tag markiert die offizielle Wiedervereinigung Deutschlands. Die DDR hörte auf zu existieren, und die Menschen in Ost und West konnten wieder zusammenleben.
Fazit
Die Gründung der DDR am 7. Oktober 1949 war eine direkte Folge der Teilung Deutschlands nach dem Zweiten Weltkrieg und der ideologischen Differenzen zwischen den Alliierten. Die DDR entwickelte sich zu einem sozialistischen Staat unter der Kontrolle der SED und der Sowjetunion. Die Berliner Mauer wurde zum Symbol der Teilung und der Unterdrückung. Das Ende der DDR und die Wiedervereinigung Deutschlands im Jahr 1990 markierten das Ende des Kalten Krieges und den Beginn einer neuen Ära für Deutschland und Europa.
