Wann Wurde Die Nsdap Gegründet
Die Gründung der NSDAP: Ein historischer Überblick
Für Expatriates, Neuankömmlinge und alle, die ein fundiertes Verständnis der deutschen Geschichte suchen, ist es essentiell, die Ursprünge der Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei (NSDAP) zu kennen. Dieser Artikel bietet einen klaren und präzisen Überblick über die Gründung und frühe Entwicklung der NSDAP, um ein besseres Verständnis ihrer späteren Rolle in der deutschen Geschichte zu ermöglichen.
Die Vorläufer: Die Deutsche Arbeiterpartei (DAP)
Die NSDAP entstand nicht aus dem Nichts. Ihre Wurzeln liegen in einer kleineren, unbedeutenderen Gruppierung namens Deutsche Arbeiterpartei (DAP). Gegründet wurde die DAP am 5. Januar 1919 in München. Ihre Gründer waren unter anderem Anton Drexler, ein Werkzeugmacher, und Karl Harrer, ein Journalist. Die DAP war eine von vielen kleinen, völkisch-nationalistischen Parteien, die nach dem Ersten Weltkrieg in Deutschland entstanden. Diese Parteien profitierten von der weit verbreiteten Unzufriedenheit mit den Ergebnissen des Krieges, dem Versailler Vertrag und den wirtschaftlichen Schwierigkeiten der Weimarer Republik.
Die DAP vertrat ein Gemisch aus nationalistischen, antisemitischen und sozialistischen Ideen. Sie warb für ein "deutsches" Wirtschaftssystem und forderte die Ausweisung von Juden aus Deutschland. Allerdings war die Partei zu Beginn noch sehr klein und hatte wenig Einfluss.
Wichtige Ziele der DAP in ihren frühen Jahren waren:
- Die Aufhebung des Versailler Vertrags.
- Die Schaffung eines "deutschen" Wirtschaftssystems, das vor "jüdischem Kapitalismus" geschützt werden sollte.
- Die Ausweisung von Juden aus Deutschland.
- Die Schaffung eines "Großdeutschen Reiches", das alle deutschsprachigen Gebiete Europas umfassen sollte.
Der Beitritt Adolf Hitlers und die Umbenennung in NSDAP
Eine entscheidende Wendung erfuhr die DAP durch den Beitritt Adolf Hitlers im September 1919. Hitler, ein ehemaliger Gefreiter im Ersten Weltkrieg, wurde von der Reichswehr als V-Mann eingesetzt, um die Aktivitäten verschiedener politischer Gruppen in München zu beobachten. Dabei fiel ihm die DAP auf, und er wurde eingeladen, der Partei beizutreten. Hitler erkannte schnell das Potenzial der Partei und wurde bald zu ihrem einflussreichsten Mitglied.
Hitler war ein begabter Redner und Agitator. Er verstand es, die Unzufriedenheit der Bevölkerung zu nutzen und seine nationalistischen und antisemitischen Ideen zu verbreiten. Unter Hitlers Führung wurde die DAP reorganisiert und umbenannt. Am 24. Februar 1920 wurde die Partei offiziell in Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei (NSDAP) umbenannt. Gleichzeitig wurde das sogenannte "25-Punkte-Programm" verabschiedet, das die politischen Ziele der Partei festlegte.
Das 25-Punkte-Programm enthielt Forderungen wie:
- Die Vereinigung aller Deutschen in einem Großdeutschen Reich.
- Die Aufhebung des Versailler Vertrags.
- Die Forderung nach Land und Boden (Kolonien) zur Ernährung unseres Volkes und zur Ansiedlung unseres Bevölkerungsüberschusses.
- Nur wer deutschen Blutes ist, ohne Rücksicht auf Konfession, kann Staatsbürger sein. Kein Jude kann daher Staatsbürger sein.
- Nichtdeutsche sollen Deutschland verlassen.
- Die Bekämpfung der "jüdischen Weltverschwörung".
Die frühen Jahre der NSDAP
In den frühen 1920er Jahren wuchs die NSDAP rasch an. Sie profitierte von der Hyperinflation und der politischen Instabilität der Weimarer Republik. Hitler nutzte seine rhetorischen Fähigkeiten, um die Massen zu mobilisieren und Anhänger zu gewinnen. Die Partei gründete die Sturmabteilung (SA), eine paramilitärische Organisation, die zur Einschüchterung politischer Gegner eingesetzt wurde.
Ein wichtiger Meilenstein in der frühen Geschichte der NSDAP war der gescheiterte Hitler-Ludendorff-Putsch vom 9. November 1923 in München. Hitler und seine Anhänger versuchten, die bayerische Regierung zu stürzen und eine "nationale Revolution" auszulösen. Der Putsch scheiterte jedoch, und Hitler wurde verhaftet und zu einer fünfjährigen Haftstrafe verurteilt. Er verbüßte jedoch nur neun Monate im Gefängnis Landsberg, wo er sein Buch "Mein Kampf" schrieb.
Obwohl der Putsch scheiterte, trug er dazu bei, Hitler und die NSDAP in der Öffentlichkeit bekannt zu machen. Hitler nutzte den Prozess, um seine Ideen zu verbreiten und sich als Führer der nationalen Bewegung zu präsentieren.
Die Neuorientierung der NSDAP nach dem Putsch
Nach seiner Haftentlassung im Dezember 1924 reorganisierte Hitler die NSDAP neu. Er erkannte, dass er die Macht nicht durch einen gewaltsamen Putsch erlangen konnte, sondern dass er den legalen Weg über Wahlen einschlagen musste. Er konzentrierte sich darauf, die Partei zu einer Massenpartei auszubauen und in allen Teilen der Bevölkerung Anhänger zu gewinnen.
Die NSDAP nutzte geschickt Propaganda und die wirtschaftliche Notlage der Weltwirtschaftskrise ab 1929, um ihre Anhängerschaft zu vergrößern. Sie versprach den Menschen Arbeit, Brot und die Wiederherstellung der nationalen Ehre. Insbesondere bei der verunsicherten Mittelschicht und den Arbeitslosen fand die NSDAP großen Zuspruch.
Die NSDAP profitierte auch von der Schwäche der anderen politischen Parteien und der Instabilität der Weimarer Republik. Die häufigen Regierungswechsel und die Unfähigkeit der Parteien, sich auf eine gemeinsame Politik zu einigen, trugen dazu bei, dass viele Menschen das Vertrauen in die Demokratie verloren.
Der Aufstieg zur Macht
Die NSDAP nutzte die politische und wirtschaftliche Krise der Weimarer Republik, um ihren Einfluss stetig auszubauen. Bei den Reichstagswahlen 1930 wurde die NSDAP mit 18,3 % der Stimmen zweitstärkste Partei. Bei den Wahlen im Juli 1932 wurde sie mit 37,3 % sogar stärkste Partei. Obwohl die NSDAP keine absolute Mehrheit erreichte, war sie nun die dominierende Kraft im Reichstag.
Am 30. Januar 1933 wurde Adolf Hitler von Reichspräsident Paul von Hindenburg zum Reichskanzler ernannt. Dies markierte den Beginn der nationalsozialistischen Herrschaft in Deutschland. Innerhalb weniger Monate schaltete die NSDAP alle politischen Gegner aus und errichtete eine totalitäre Diktatur.
Fazit
Die Gründung der NSDAP im Januar 1919 und ihre Umbenennung im Februar 1920 waren der Beginn einer verhängnisvollen Entwicklung in der deutschen Geschichte. Die Partei nutzte die politischen und wirtschaftlichen Krisen der Weimarer Republik, um ihren Einfluss stetig auszubauen und schließlich die Macht zu ergreifen. Das Verständnis der Ursprünge und frühen Entwicklung der NSDAP ist entscheidend, um die Gräueltaten des Nationalsozialismus und die Schrecken des Zweiten Weltkriegs zu begreifen. Es ist ein wichtiger Schritt, um zu verhindern, dass sich solche Ereignisse jemals wiederholen.
