Wann Wurde Notre Dame Gebaut
Hallo und herzlich willkommen zu unserem kleinen Führer über eines der berühmtesten und atemberaubendsten Bauwerke der Welt: Notre-Dame de Paris! Wenn du planst, Paris zu besuchen, oder einfach nur neugierig auf die Geschichte dieser ikonischen Kathedrale bist, bist du hier genau richtig. Wir werden uns die faszinierende Frage widmen: Wann wurde Notre Dame gebaut? und dabei in die spannende Entstehungsgeschichte dieses architektonischen Meisterwerks eintauchen.
Die Anfänge: Eine Insel der Geschichte
Bevor wir uns dem eigentlichen Baubeginn von Notre-Dame widmen, ist es wichtig, den historischen Kontext zu verstehen. Die Île de la Cité, die Insel im Herzen von Paris, auf der Notre-Dame steht, war schon lange vor der Kathedrale ein bedeutender Ort. Bereits in der Römerzeit befand sich hier ein Tempel, der Jupiter gewidmet war. Später, im 4. Jahrhundert, wurde an dieser Stelle eine christliche Basilika errichtet, die im Laufe der Zeit zu einer merowingischen Kirche ausgebaut wurde.
Diese frühe christliche Kirche, später die Kathedrale Saint-Étienne, diente über Jahrhunderte als religiöses Zentrum von Paris. Doch im 12. Jahrhundert war sie schlichtweg zu klein geworden, um die wachsende Bevölkerung und den zunehmenden religiösen Eifer der Stadt zu bewältigen. Die Notwendigkeit einer größeren und prächtigeren Kathedrale war offensichtlich.
Der Startschuss: Bischof Maurice de Sully und der Baubeginn
Die treibende Kraft hinter dem Bau von Notre-Dame war Bischof Maurice de Sully. Er war ein visionärer Kirchenmann, der die Bedeutung einer imposanten Kathedrale für das Ansehen der Stadt erkannte und den Bau einer neuen Kirche vehement vorantrieb. Sully ordnete den Abriss der alten Kathedrale Saint-Étienne an, um Platz für den Neubau zu schaffen.
Der Baubeginn von Notre-Dame de Paris wird üblicherweise auf das Jahr 1163 datiert. Dies geschah unter der Herrschaft von König Ludwig VII. und unter der Aufsicht von Bischof Maurice de Sully. Die Grundsteinlegung war ein feierlicher Akt, der den Beginn eines monumentalen Projekts markierte, das die nächsten Jahrhunderte prägen sollte.
Die ersten Phasen: Chor und Querschiff
In den ersten Bauphasen konzentrierte man sich auf den Chor, den östlichen Teil der Kathedrale, in dem der Altar steht. Der Chor wurde in einem revolutionären neuen Stil errichtet: der Gotik. Dieser Stil zeichnete sich durch spitz zulaufende Bögen, Rippengewölbe und große Fenster aus, die das Innere mit Licht durchfluteten.
Nach dem Chor wurde das Querschiff in Angriff genommen, der Arm der Kathedrale, der den Hauptschiff kreuzt. Die Arbeiten am Querschiff dauerten mehrere Jahrzehnte und wurden im Wesentlichen um 1182 fertiggestellt. Bischof Maurice de Sully erlebte die Fertigstellung dieser ersten Bauphasen noch selbst, bevor er 1196 verstarb.
Das Hauptschiff und die Westfassade: Ein Jahrhundert der Arbeit
Nach dem Chor und dem Querschiff folgte der Bau des Hauptschiffs, des langen, zentralen Bereichs der Kathedrale, in dem sich die Gemeinde versammelt. Die Arbeiten am Hauptschiff dauerten fast ein Jahrhundert, von etwa 1182 bis in die Mitte des 13. Jahrhunderts.
Gleichzeitig mit dem Bau des Hauptschiffs wurde auch an der Westfassade gearbeitet, der beeindruckenden Frontseite der Kathedrale mit ihren drei Portalen und den beiden charakteristischen Türmen. Die Westfassade wurde im Wesentlichen um 1250 fertiggestellt und ist ein Meisterwerk gotischer Architektur.
Die Türme: Ein langer Weg nach oben
Die beiden Türme von Notre-Dame sind ein unverwechselbares Merkmal der Pariser Skyline. Der Bau der Türme begann im 13. Jahrhundert und dauerte bis in die Mitte des 14. Jahrhunderts. Der Nordturm wurde 1240 fertiggestellt, der Südturm 1345. Interessanterweise war ursprünglich geplant, die Türme mit Spitztürmen zu versehen, aber diese wurden nie realisiert.
Weitere Ergänzungen und Veränderungen: Die Kathedrale im Wandel der Zeit
Obwohl der Hauptbau von Notre-Dame im 14. Jahrhundert abgeschlossen war, wurde die Kathedrale im Laufe der Jahrhunderte immer wieder verändert und erweitert. Im 17. Jahrhundert wurden umfangreiche Restaurierungsarbeiten durchgeführt, und im 19. Jahrhundert leitete der Architekt Eugène Viollet-le-Duc eine umfassende Renovierung, bei der unter anderem der berühmte Spitzturm auf dem Dach errichtet wurde.
Die Französische Revolution hinterließ ebenfalls ihre Spuren an Notre-Dame. Die Kathedrale wurde entweiht und in einen Tempel der Vernunft umgewandelt. Viele religiöse Artefakte wurden zerstört oder gestohlen. Erst im 19. Jahrhundert wurde Notre-Dame wieder vollständig ihrer religiösen Bestimmung zurückgegeben.
Die Katastrophe von 2019: Ein Schock für die Welt
Am 15. April 2019 erschütterte ein verheerendes Feuer Notre-Dame. Der Spitzturm stürzte ein, und große Teile des Daches wurden zerstört. Die Welt hielt den Atem an, als die Flammen das historische Bauwerk bedrohten. Glücklicherweise konnten die Feuerwehrleute das Feuer unter Kontrolle bringen und verhindern, dass die gesamte Kathedrale zerstört wurde.
Seitdem laufen die Restaurierungsarbeiten auf Hochtouren. Ziel ist es, Notre-Dame so originalgetreu wie möglich wiederaufzubauen. Die Wiedereröffnung ist für 2024 geplant, pünktlich zu den Olympischen Spielen in Paris. Es ist ein Symbol der Hoffnung und des Wiederaufbaus für Paris und die Welt.
Zusammenfassung: Die lange Baugeschichte von Notre-Dame
Um die Frage "Wann wurde Notre Dame gebaut?" abschließend zu beantworten, lässt sich sagen, dass der Bau der Kathedrale sich über einen langen Zeitraum erstreckte, von 1163 bis ins 14. Jahrhundert. Es war ein Gemeinschaftsprojekt, an dem Generationen von Handwerkern, Architekten und Künstlern beteiligt waren.
Hier noch einmal die wichtigsten Daten im Überblick:
- 1163: Baubeginn unter Bischof Maurice de Sully
- Um 1182: Fertigstellung des Chors und des Querschiffs
- Um 1250: Fertigstellung der Westfassade
- 1345: Fertigstellung der Türme
Notre-Dame heute: Ein Besuch wert (auch in der Restaurierungsphase)
Auch wenn Notre-Dame derzeit restauriert wird und nicht für Besucher zugänglich ist, ist sie dennoch ein beeindruckendes Bauwerk, das man bei einem Besuch in Paris nicht verpassen sollte. Du kannst die Kathedrale von außen bewundern und die Arbeiten beobachten, die unternommen werden, um sie wieder in altem Glanz erstrahlen zu lassen.
Zudem gibt es in der Umgebung von Notre-Dame viele weitere Sehenswürdigkeiten, die einen Besuch wert sind, wie zum Beispiel die Sainte-Chapelle mit ihren atemberaubenden Glasfenstern oder das Musée de Cluny, das mittelalterliche Kunst beherbergt.
Wir hoffen, dieser kleine Führer hat dir geholfen, die Geschichte und den Baubeginn von Notre-Dame besser zu verstehen. Notre-Dame ist mehr als nur ein Gebäude; sie ist ein Symbol für Paris, für Frankreich und für die menschliche Fähigkeit, Schönheit und Größe zu schaffen. Wir freuen uns darauf, dich bald in Paris begrüßen zu dürfen, wenn die Kathedrale wieder ihre Tore öffnet!
