Warum Ist Mir Immer Kalt Frau
Ach, die Kälte! Ein ständiger Begleiter, besonders für mich, und vielleicht auch für dich, liebe Leserin. Als Reisebloggerin bin ich ständig unterwegs, erkunde neue Orte, erlebe Abenteuer. Aber egal ob in der tropischen Hitze Südostasiens oder im eisigen Wind Patagoniens, eines bleibt konstant: Mir ist oft, fast immer, kalt. Und ich bin eine Frau. Die Frage "Warum ist mir immer kalt?" hat mich auf meinen Reisen immer wieder beschäftigt, und ich habe gelernt, dass es viele Gründe dafür gibt, die speziell uns Frauen betreffen können.
Ich erinnere mich gut an eine Wanderung durch die Anden. Die Sonne schien, die Landschaft war atemberaubend, aber ich zitterte am ganzen Körper, während meine männlichen Wanderbegleiter in T-Shirts schwitzten. Ich fühlte mich wie ein Versager, wie eine uncoole Reisende, die die Natur nicht richtig genießen konnte. Aber mit der Zeit habe ich verstanden, dass es nicht an meiner mangelnden Abhärtung lag, sondern an biologischen und physiologischen Faktoren.
Hormone und der weibliche Zyklus: Ein frostiges Zusammenspiel
Der erste, und wahrscheinlich wichtigste Grund, ist unser Hormonhaushalt. Östrogen spielt eine entscheidende Rolle bei der Regulierung unserer Körpertemperatur. Schwankungen im Östrogenspiegel, wie sie während des Menstruationszyklus auftreten, können dazu führen, dass wir uns kälter fühlen. Besonders in der zweiten Zyklushälfte, wenn der Progesteronspiegel steigt, kann sich unsere Körpertemperatur leicht erhöhen. Diese Erhöhung ist minimal, aber der Körper reagiert darauf, indem er versucht, sich abzukühlen, was uns dann als Kälteempfinden wahrnehmen lässt.
Während meiner Reisen habe ich gelernt, meinen Zyklus besser zu beobachten. Ich notiere, wann ich mich besonders friere und versuche, mich in diesen Phasen besonders gut zu wärmen. Eine warme Tasse Tee, eine zusätzliche Schicht Kleidung oder ein warmes Bad können wahre Wunder wirken.
Weniger Muskelmasse, weniger Wärme
Ein weiterer Faktor ist die Muskelmasse. Im Allgemeinen haben Frauen weniger Muskelmasse als Männer. Muskeln produzieren Wärme, und weniger Muskeln bedeuten weniger Wärmeproduktion. Das bedeutet, dass wir schneller auskühlen. Ich habe angefangen, auch auf Reisen kleine Fitnessübungen in meinen Alltag einzubauen. Das ist nicht nur gut für meinen Körper, sondern hilft mir auch, mich wärmer zu fühlen.
Auf einer meiner Reisen nach Nepal habe ich eine lokale Bäuerin kennengelernt, die trotz harter körperlicher Arbeit und einfacher Lebensumstände kaum unter Kälte litt. Sie war unglaublich stark und hatte eine erstaunliche Muskelkraft. Das hat mir gezeigt, wie wichtig Muskelmasse für die Wärmeregulierung ist.
Die Verteilung des Körperfetts: Mehr Isolierung, aber nicht genug?
Wir Frauen haben tendenziell einen höheren Körperfettanteil als Männer. Körperfett isoliert, das stimmt. Aber es ist eben auch so, dass die Art und Weise, wie unser Körper Fett verteilt, nicht unbedingt optimal ist, um uns warm zu halten. Frauen neigen dazu, Fett eher an Hüften, Oberschenkeln und Po zu speichern, während Männer eher Fett am Bauch ansetzen. Diese Verteilung führt dazu, dass unsere Extremitäten schneller auskühlen.
Niedrigerer Stoffwechsel und die Schilddrüse
Auch unser Stoffwechsel spielt eine Rolle. Frauen haben tendenziell einen niedrigeren Stoffwechsel als Männer, was bedeutet, dass unser Körper weniger Energie verbrennt und weniger Wärme produziert. Ein langsamer Stoffwechsel kann aber auch auf eine Schilddrüsenunterfunktion hindeuten. Wenn du also ständig frierst und auch andere Symptome wie Müdigkeit, Gewichtszunahme oder trockene Haut hast, solltest du unbedingt einen Arzt aufsuchen und deine Schilddrüse überprüfen lassen.
Auf meiner Reise durch Island, wo die Temperaturen selbst im Sommer frostig sein können, habe ich mich besonders intensiv mit diesem Thema beschäftigt. Viele Isländerinnen klagten über ähnliche Probleme, und einige von ihnen hatten tatsächlich eine Schilddrüsenunterfunktion. Die Kälte dort schien diese Problematik noch zu verstärken.
Eisenmangel: Ein stiller Kälteverursacher
Ein weiterer oft übersehener Faktor ist der Eisenmangel. Frauen haben aufgrund der Menstruation ein höheres Risiko für Eisenmangel. Eisen ist wichtig für den Sauerstofftransport im Blut, und ein Mangel kann zu Müdigkeit, Schwäche und eben auch zu einem erhöhten Kälteempfinden führen. Achte auf eine eisenreiche Ernährung, besonders wenn du dich vegetarisch oder vegan ernährst. Eisenhaltige Lebensmittel sind beispielsweise rotes Fleisch, Hülsenfrüchte, grünes Blattgemüse und Nüsse.
Ich selbst habe in Indien, wo ich mich hauptsächlich vegetarisch ernährt habe, einen Eisenmangel entwickelt. Seitdem achte ich sehr darauf, genügend Eisen zu mir zu nehmen und nehme bei Bedarf auch Nahrungsergänzungsmittel.
Kreislaufprobleme und kalte Hände und Füße
Kreislaufprobleme können ebenfalls dazu beitragen, dass uns schnell kalt wird. Wenn der Kreislauf nicht richtig funktioniert, werden die Extremitäten nicht ausreichend mit Blut versorgt, was zu kalten Händen und Füßen führt. Regelmäßige Bewegung, Wechselduschen und Massagen können helfen, den Kreislauf anzukurbeln.
In den kalten Wintermonaten in Skandinavien habe ich gelernt, wie wichtig es ist, auf eine gute Durchblutung zu achten. Warme Socken, Handschuhe und vor allem regelmäßige Bewegung im Freien haben mir geholfen, die Kälte besser zu ertragen.
Was kann man tun? Meine persönlichen Tipps gegen das Frieren auf Reisen
Nach all diesen Erkenntnissen, die ich auf meinen Reisen gesammelt habe, möchte ich dir meine persönlichen Tipps mitgeben, wie du dem Frieren auf Reisen entgegenwirken kannst:
- Schichtsystem: Zieh dich im Zwiebellook an. Mehrere dünne Schichten halten wärmer als eine dicke Schicht. So kannst du dich flexibel an unterschiedliche Temperaturen anpassen.
- Warme Getränke: Halte dich mit warmen Getränken wie Tee, Kaffee oder heißer Schokolade warm. Ingwertee ist besonders gut, da er den Kreislauf anregt.
- Bewegung: Bleibe in Bewegung! Auch kleine Spaziergänge oder Dehnübungen können helfen, den Kreislauf anzukurbeln und die Körpertemperatur zu erhöhen.
- Warme Mahlzeiten: Iss warme Mahlzeiten. Eine warme Suppe oder ein Eintopf wärmen von innen heraus.
- Warme Accessoires: Vergiss nicht auf warme Accessoires wie Mütze, Schal und Handschuhe. Besonders über den Kopf verlieren wir viel Wärme.
- Socken: Trage dicke, warme Socken. Kalte Füße führen schnell zu einem kalten Körper.
- Wärmflasche oder Wärmepads: Eine Wärmflasche oder Wärmepads können wahre Wunder wirken, besonders wenn du dich im Hotel oder Zelt befindest.
- Achte auf deine Ernährung: Eine ausgewogene Ernährung mit ausreichend Eisen, Vitaminen und Mineralstoffen ist wichtig für eine gute Wärmeregulierung.
- Höre auf deinen Körper: Jeder Mensch ist anders. Höre auf deinen Körper und finde heraus, was dir am besten hilft, um dich warm zu fühlen.
Und das Wichtigste: Schäm dich nicht, wenn dir kalt ist! Es ist kein Zeichen von Schwäche, sondern einfach eine Tatsache, die viele Frauen betrifft. Akzeptiere es und sorge gut für dich. Denn nur wenn du dich wohlfühlst, kannst du deine Reisen auch wirklich genießen.
Also, liebe Reisende, packt eure warmen Sachen ein, achtet auf euren Körper und lasst euch nicht von der Kälte aufhalten! Die Welt wartet darauf, von euch entdeckt zu werden, egal ob mit oder ohne zusätzliche Schicht Kleidung. Und denkt daran: Ein Lächeln wärmt oft mehr als jede Daunenjacke!
