Warum Tut Meine Brust Weh
Brustschmerzen, im Deutschen auch als Mastodynie oder Mastalgie bekannt, sind ein häufiges Beschwerdebild, das viele Frauen betrifft. Obwohl der Begriff beunruhigend klingen mag, sind die Ursachen in den meisten Fällen harmlos. Für Expats und Neuankömmlinge in Deutschland ist es wichtig, die möglichen Gründe für Brustschmerzen zu verstehen, um unnötige Sorgen zu vermeiden und bei Bedarf die richtige medizinische Versorgung in Anspruch nehmen zu können.
Zyklusbedingte Brustschmerzen (Zyklische Mastodynie)
Die häufigste Ursache für Brustschmerzen ist hormonell bedingt und steht in direktem Zusammenhang mit dem Menstruationszyklus. Diese Art von Schmerz wird als zyklische Mastodynie bezeichnet. Die Beschwerden treten typischerweise in der zweiten Zyklushälfte, also nach dem Eisprung, auf und klingen mit dem Einsetzen der Menstruation wieder ab. Das liegt an den schwankenden Hormonspiegeln von Östrogen und Progesteron.
Symptome der zyklischen Mastodynie:
- Beidseitige Schmerzen: Betrifft in der Regel beide Brüste gleichzeitig.
- Diffuse Schmerzen: Der Schmerz ist nicht auf einen bestimmten Punkt beschränkt, sondern breitet sich über die gesamte Brust aus.
- Spannungsgefühl: Die Brüste können sich prall, geschwollen und empfindlich anfühlen.
- Verstärkung vor der Menstruation: Die Schmerzen nehmen in den Tagen vor der Periode zu.
- Oft verbunden mit PMS: Häufig treten gleichzeitig andere prämenstruelle Symptome wie Stimmungsschwankungen, Kopfschmerzen und Blähungen auf.
Was Sie tun können: Bei leichten bis mittelschweren Beschwerden können folgende Maßnahmen helfen:
- Schmerzlinderung: Rezeptfreie Schmerzmittel wie Ibuprofen oder Paracetamol können die Schmerzen lindern.
- Wärme oder Kälte: Ein warmer Umschlag oder eine kalte Kompresse können je nach Bedarf wohltuend wirken.
- Stützender BH: Ein gut sitzender, stützender BH, besonders beim Sport, kann die Belastung der Brüste reduzieren.
- Reduzierung von Koffein und Salz: Einige Frauen berichten von einer Besserung der Symptome, wenn sie den Konsum von Koffein und Salz reduzieren.
- Pflanzliche Mittel: Mönchspfeffer (Agnus castus) kann bei zyklusbedingten Beschwerden helfen, sollte aber nur nach Rücksprache mit einem Arzt oder Apotheker eingenommen werden.
Nicht-zyklusbedingte Brustschmerzen (Nicht-zyklische Mastodynie)
Brustschmerzen, die nicht mit dem Menstruationszyklus zusammenhängen, werden als nicht-zyklische Mastodynie bezeichnet. Die Ursachen hierfür sind vielfältiger und erfordern möglicherweise eine genauere Untersuchung.
Mögliche Ursachen für nicht-zyklische Mastodynie:
- Medikamente: Bestimmte Medikamente, wie z.B. hormonelle Verhütungsmittel, Antidepressiva oder Herzmedikamente, können Brustschmerzen als Nebenwirkung verursachen.
- Zysten: Flüssigkeitsgefüllte Bläschen (Zysten) in der Brust können Schmerzen und Spannungsgefühle verursachen.
- Fibroadenome: Gutartige Knoten in der Brust, die sich tasten lassen und manchmal schmerzhaft sein können.
- Brustentzündung (Mastitis): Eine Entzündung des Brustgewebes, häufig durch Bakterien verursacht, kann starke Schmerzen, Rötung und Schwellung verursachen. Tritt oft beim Stillen auf.
- Verletzungen: Prellungen oder andere Verletzungen der Brust können Schmerzen verursachen.
- Schmerzen von der Brustwand: Manchmal werden Schmerzen, die von der Brustwand, den Muskeln oder Rippen ausgehen, als Brustschmerzen wahrgenommen. Dies kann z.B. durch eine Zerrung oder eine Rippenfellentzündung verursacht werden.
- Brustkrebs: Obwohl Brustschmerzen selten das einzige Symptom von Brustkrebs sind, ist es wichtig, die Möglichkeit in Betracht zu ziehen und bei anhaltenden oder ungewöhnlichen Schmerzen einen Arzt aufzusuchen. Weitere Symptome von Brustkrebs können Knoten, Veränderungen der Brustwarze oder der Haut sein.
Wann Sie einen Arzt aufsuchen sollten: Es ist ratsam, einen Arzt aufzusuchen, wenn:
- Die Schmerzen stark sind und Ihre Lebensqualität beeinträchtigen.
- Die Schmerzen anhaltend sind und nicht von selbst verschwinden.
- Sie einen Knoten in der Brust tasten.
- Es zu Veränderungen der Brustwarze oder der Haut kommt (z.B. Einziehungen, Rötungen, Schwellungen, Ausfluss).
- Die Schmerzen von Fieber oder anderen Anzeichen einer Infektion begleitet werden.
- Sie besorgt sind und sich unsicher fühlen.
Diagnose von Brustschmerzen
Um die Ursache Ihrer Brustschmerzen zu ermitteln, wird Ihr Arzt zunächst eine ausführliche Anamnese erheben. Dabei werden Sie nach Ihren Beschwerden, Ihrem Menstruationszyklus, eingenommenen Medikamenten und Ihrer Krankengeschichte befragt. Anschließend wird eine körperliche Untersuchung der Brust durchgeführt. Je nach Bedarf können weitere Untersuchungen angeordnet werden:
- Mammographie: Eine Röntgenaufnahme der Brust, die zur Erkennung von Knoten oder anderen Auffälligkeiten eingesetzt wird.
- Ultraschall: Eine Untersuchung mit Ultraschallwellen, die zur Unterscheidung zwischen festen Knoten und Zysten verwendet wird.
- Biopsie: Eine Gewebeprobe, die entnommen wird, um die Zellen unter dem Mikroskop zu untersuchen und eine Diagnose zu stellen.
Behandlung von nicht-zyklischen Brustschmerzen
Die Behandlung von nicht-zyklischen Brustschmerzen richtet sich nach der zugrunde liegenden Ursache.
- Medikamente: Bei bakterieller Mastitis werden Antibiotika verschrieben. Bei hormonell bedingten Schmerzen können hormonelle Medikamente in Erwägung gezogen werden.
- Zystenpunktion: Zysten können punktiert und entleert werden, um die Schmerzen zu lindern.
- Operation: In seltenen Fällen ist eine Operation erforderlich, z.B. zur Entfernung von Fibroadenomen oder zur Behandlung von Brustkrebs.
Brustschmerzen und die deutsche Gesundheitsversorgung
Als Expat oder Neuankömmling in Deutschland ist es wichtig, sich mit dem deutschen Gesundheitssystem vertraut zu machen. In der Regel benötigen Sie eine Krankenversicherung, um medizinische Leistungen in Anspruch nehmen zu können. Bei Brustschmerzen ist Ihr erster Ansprechpartner in der Regel Ihr Hausarzt (Allgemeinarzt) oder ein Gynäkologe (Frauenarzt). Diese können Sie untersuchen und gegebenenfalls an weitere Spezialisten überweisen.
Die Kosten für medizinische Behandlungen werden in der Regel von Ihrer Krankenversicherung übernommen. Es kann jedoch sein, dass Sie einen Eigenanteil zahlen müssen. Es ist ratsam, sich vorab bei Ihrer Krankenversicherung über die genauen Bedingungen zu informieren.
Wichtige Hinweise für Expats:
- Sprachbarriere: Wenn Sie die deutsche Sprache nicht ausreichend beherrschen, ist es ratsam, einen Dolmetscher zu engagieren oder einen Arzt zu suchen, der Ihre Sprache spricht.
- Krankenversicherungskarte: Halten Sie Ihre Krankenversicherungskarte bei Arztbesuchen bereit.
- Überweisung: In manchen Fällen benötigen Sie eine Überweisung von Ihrem Hausarzt, um einen Facharzt aufsuchen zu können.
Zusammenfassend lässt sich sagen:
Brustschmerzen sind ein häufiges Problem, das in den meisten Fällen harmlos ist. Es ist jedoch wichtig, die möglichen Ursachen zu kennen und bei Bedarf einen Arzt aufzusuchen. Als Expat oder Neuankömmling in Deutschland sollten Sie sich mit dem deutschen Gesundheitssystem vertraut machen und sicherstellen, dass Sie eine Krankenversicherung haben. Mit der richtigen Information und Vorsorge können Sie unnötige Sorgen vermeiden und Ihre Gesundheit optimal schützen.
Disclaimer: Dieser Artikel dient lediglich der Information und ersetzt keine ärztliche Beratung. Bei gesundheitlichen Beschwerden sollten Sie immer einen Arzt aufsuchen.
