Was Bedeutet Tu Auf Dem Lohnzettel
Na, wer freut sich nicht über den monatlichen Lohnzettel? Okay, vielleicht nicht direkt freuen, aber immerhin wissen wir dann, was am Ende des Monats auf unserem Konto landet. Doch Moment mal! Zwischen Brutto und Netto tummeln sich ja noch allerhand seltsame Abkürzungen und Zahlen. Heute nehmen wir uns mal eine ganz bestimmte vor: "Tu". Was zum Kuckuck bedeutet das?
"Tu"? Klingt wie ein freundlicher Gruß, ist aber...
Tja, "Tu" ist keine Einladung zum Teetrinken mit dem Finanzamt. Vielmehr ist es die Abkürzung für "Tarifliche Umlage". Und was das bedeutet, ist leider nicht ganz so einfach wie "Hallo!". Keine Panik, wir entwirren das gemeinsam!
Stellt euch vor, ihr seid Teil einer großen Gemeinschaft, einer riesigen WG sozusagen. In dieser WG gibt es bestimmte Regeln und Verpflichtungen. Eine davon ist, dass jeder etwas zur Solidarität beiträgt, falls jemand in Not gerät. Die "Tarifliche Umlage" ist so ein Solidaritätsbeitrag.
Sie fällt vor allem in bestimmten Branchen an, in denen es Tarifverträge gibt. Ein Tarifvertrag ist wie ein Vertrag zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmervertretern (meist Gewerkschaften), der Arbeitsbedingungen wie Gehalt, Arbeitszeit und eben auch solche Umlagen regelt.
Konkret bedeutet das:
Ein Teil eures Bruttogehalts wird einbehalten, um bestimmte Leistungen zu finanzieren. Welche Leistungen das genau sind, hängt vom jeweiligen Tarifvertrag ab. Das kann zum Beispiel sein:
- Zusatzleistungen im Krankheitsfall: Manche Tarifverträge sehen vor, dass Arbeitnehmer im Krankheitsfall über das gesetzliche Krankengeld hinaus eine zusätzliche Leistung erhalten. Die "Tu" kann dazu dienen, diese Leistung zu finanzieren.
- Unterstützung bei Kurzarbeit: Wenn ein Unternehmen in wirtschaftliche Schwierigkeiten gerät und Kurzarbeit anmeldet, kann die "Tu" dazu beitragen, das Gehalt der betroffenen Arbeitnehmer aufzustocken.
- Zusätzliche Altersvorsorge: In manchen Branchen wird über Tarifverträge eine zusätzliche Altersvorsorge geregelt. Auch hier kann die "Tu" ein Baustein zur Finanzierung sein.
Also, keine Sorge, das Geld ist nicht einfach weg! Es fließt in einen Topf, aus dem dann Leistungen finanziert werden, die euch und euren Kollegen zugutekommen können. Denkt an die WG-Analogie: Eure "Miete" (die "Tu") wird dafür verwendet, das WG-Leben angenehmer zu gestalten (z.B. Reparaturen, neue Kaffeemaschine, wenn die alte den Geist aufgibt).
Der "Tu"-Betrag: Klein, aber fein (hoffentlich!)
In der Regel ist der Betrag, der unter "Tu" auf eurem Lohnzettel steht, relativ gering. Er wird als Prozentsatz eures Bruttogehalts berechnet. Manchmal ist es nur ein Bruchteil eines Prozents. Aber auch kleine Beträge können in der Masse eine große Wirkung haben.
Wichtig: Die "Tarifliche Umlage" ist nicht mit den Sozialversicherungsbeiträgen (Kranken-, Renten-, Arbeitslosen- und Pflegeversicherung) zu verwechseln. Diese sind separate Posten auf dem Lohnzettel.
Wo finde ich mehr Infos? Am besten schaut ihr in eurem Arbeitsvertrag oder Tarifvertrag nach. Dort sollte genau erklärt sein, welche Leistungen durch die "Tarifliche Umlage" finanziert werden. Fragt ansonsten einfach mal eure Kollegen oder den Betriebsrat. Die wissen oft Bescheid!
"Tu" – Ein bisschen Bürokratie, aber mit gutem Zweck
Zugegeben, die "Tarifliche Umlage" klingt erstmal nicht besonders sexy. Aber wenn man weiß, dass das Geld dazu beiträgt, dass man im Krankheitsfall besser abgesichert ist oder dass bei Kurzarbeit das Gehalt nicht so stark schrumpft, sieht die Sache schon anders aus. Im Grunde ist es ein Zeichen der Solidarität und des Zusammenhalts in der Arbeitswelt.
Also, das nächste Mal, wenn ihr euren Lohnzettel in der Hand haltet und das mysteriöse "Tu" entdeckt, wisst ihr Bescheid! Es ist kein Monster, sondern ein kleiner, aber feiner Beitrag zur Absicherung und Unterstützung in bestimmten Lebenslagen. Und wer weiß, vielleicht profitiert ihr ja irgendwann selbst davon. In diesem Sinne: Auf einen fairen und transparenten Lohnzettel!
"Ein Lohnzettel ist wie eine Schatzkarte – nur dass der Schatz nicht unbedingt so groß ist, wie man sich erhofft."
