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Was Durften Frauen In Der Brd Nicht


Was Durften Frauen In Der Brd Nicht

Grüezi, liebe Reisefreunde! Sagt mal, habt ihr euch jemals gefragt, wie das Leben für Frauen in Deutschland *wirklich* war, bevor es die pulsierende, emanzipierte Gesellschaft wurde, die wir heute kennen? Ich meine, klar, wir fliegen für ein Wochenende nach Berlin, bestaunen die Streetart und tanzen in den Clubs, aber was steckt hinter der Fassade? Was bedeutete es, eine Frau in der alten Bundesrepublik (BRD) zu sein? Lasst uns auf eine kleine Zeitreise gehen, schnallt euch an, denn es wird... sagen wir mal... aufschlussreich.

Ein Blick zurück: Die BRD der Nachkriegszeit

Stellt euch vor: Deutschland, geteilt. Der Zweite Weltkrieg liegt noch wie ein bleierner Schatten über dem Land. Die Männer sind gefallen, vermisst oder traumatisiert zurückgekehrt. Die Frauen? Sie hatten während des Krieges die Fabriken am Laufen gehalten, die Trümmer weggeräumt und die Familien ernährt. Und dann? Dann sollten sie bitte schön wieder an den Herd zurückkehren. "Kinder, Küche, Kirche" war das Motto. Ein schöner Reim, aber eine furchtbare Realität für viele.

Die 50er und 60er Jahre waren geprägt von einem konservativen Gesellschaftsbild. Die Frau war primär für den Haushalt und die Erziehung der Kinder zuständig. Berufstätigkeit? Eher die Ausnahme als die Regel. Und wenn eine Frau doch arbeitete, dann meistens in schlecht bezahlten Jobs. Sekretärin, Verkäuferin, Krankenschwester... das waren die typischen Rollen.

Die Vorstellung, dass eine Frau einen hochqualifizierten Beruf ausüben oder gar eine Führungsposition bekleiden könnte, war für viele schlichtweg undenkbar.

Das Zivilrecht und die Abhängigkeit des Ehemanns

Und jetzt kommt der Hammer: Bis 1977 (!) galt in der BRD das sogenannte "Zivilrecht", das die Frau in vielen Bereichen des Lebens ehemannsabhängig machte. Klingt verrückt, oder? Aber es ist wahr. Ohne die Erlaubnis ihres Mannes durfte eine Frau beispielsweise keinen Arbeitsvertrag abschließen oder ein Bankkonto eröffnen. Ja, ihr lest richtig! Die Erlaubnis des Mannes! Man stelle sich das mal vor. Ich hätte meinen damaligen Job als Reisejournalistin nie ausüben können, wenn das noch gelten würde!

Und das war noch nicht alles. Wenn eine Frau arbeiten ging, musste sie ihren Mann um Erlaubnis bitten. Und wenn er fand, dass ihre Arbeit die Familie vernachlässigte, konnte er sie einfach untersagen. Das war ein unglaubliches Machtgefälle und für viele Frauen eine Quelle großer Frustration und Demütigung.

Die lange Reise zur Emanzipation

Natürlich gab es Widerstand. Frauen wehrten sich gegen diese Ungerechtigkeiten. Die 68er-Bewegung spielte eine wichtige Rolle, indem sie tradierte Rollenbilder in Frage stellte und für mehr Gleichberechtigung kämpfte. Frauen wie Alice Schwarzer wurden zu Ikonen der Frauenbewegung und kämpften unermüdlich für die Rechte der Frauen. Sie organisierten Demonstrationen, schrieben Artikel und Bücher und machten die Ungerechtigkeiten öffentlich. Ihr "Stern"-Artikel, in dem sie gemeinsam mit anderen Frauen zugaben, abgetrieben zu haben, sorgte für einen riesigen Skandal und trug maßgeblich zur Liberalisierung des Abtreibungsrechts bei.

Trotzdem dauerte es noch lange, bis sich wirklich etwas änderte. Die Reform des Familienrechts im Jahr 1977 war ein wichtiger Schritt, aber es war nur ein Anfang. Die Realität sah oft anders aus. Viele Frauen waren weiterhin finanziell von ihren Männern abhängig und sahen sich gezwungen, in unglücklichen Ehen zu bleiben.

Was durften Frauen *nicht*? Eine kurze Liste des Grauens

Um das Ganze noch mal zusammenzufassen, hier eine kurze Liste von Dingen, die Frauen in der BRD lange Zeit *nicht* durften, oder nur unter erschwerten Bedingungen:

  • Ohne Erlaubnis des Mannes arbeiten gehen
  • Ein eigenes Bankkonto eröffnen
  • Einen Kredit aufnehmen
  • Über ihr eigenes Vermögen verfügen
  • Ohne Zustimmung des Mannes einen Führerschein machen (in einigen Regionen)
  • Pillenrezept ohne die Zustimmung des Ehemannes (In vielen Regionen und bei vielen Ärzten wurde ein Arzt nicht bereit sein)
  • Gleichberechtigt vor Gericht auftreten (insbesondere bei Scheidungen)
  • Selbst über ihre Sexualität bestimmen (Vergewaltigung in der Ehe war lange Zeit kein Straftatbestand)

Erschreckend, oder? Es ist wichtig, sich diese Dinge vor Augen zu führen, um zu verstehen, wie weit wir gekommen sind und wie wichtig es ist, weiterhin für Gleichberechtigung zu kämpfen.

Die heutige Situation und der Blick nach vorn

Heute sieht die Situation in Deutschland Gott sei Dank ganz anders aus. Frauen sind in fast allen Bereichen des Lebens vertreten, bekleiden Führungspositionen, sind politisch aktiv und selbstbestimmt. Natürlich gibt es immer noch Baustellen. Die geschlechtsspezifische Lohnlücke ist nach wie vor ein Problem, und auch die Vereinbarkeit von Familie und Beruf ist nicht immer einfach. Aber im Vergleich zu den Zuständen in der alten BRD ist das Leben für Frauen heute ein Paradies.

Wenn ihr also das nächste Mal in Deutschland seid, nehmt euch einen Moment Zeit, um über die Geschichte der Frauenbewegung nachzudenken. Besucht das Frauenmuseum Bonn oder das Archiv der deutschen Frauenbewegung in Kassel. Sprecht mit älteren Frauen und lasst euch von ihren Geschichten inspirieren. Und vergesst nicht: Die Freiheit, die wir heute genießen, wurde hart erkämpft. Es liegt an uns, sie zu bewahren und weiter für eine gerechtere Welt zu kämpfen.

In diesem Sinne: Macht's gut und bis bald auf meiner nächsten Reise!

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