Was Ist Ein Erziehungsziel
Also, mal ehrlich, "Erziehungsziel"? Klingt irgendwie nach einem strengen Deutschlehrer mit hochgezogenen Augenbrauen, oder? Ein Ziel, das man erreichen MUSS? Puh.
Das heilige Erziehungsziel – Ein Mythos?
Wir reden hier von Kindern. Lebewesen, die noch nicht mal wissen, wo rechts und links ist, und sollen schon ein Erziehungsziel erfüllen? Ist das nicht ein bisschen... übertrieben?
Ich meine, klar, wir wollen keine kleinen Tyrannen heranziehen. Aber dieses ewige Gerede von "Selbstständigkeit fördern" und "Empathie entwickeln"... Klingt alles super in der Theorie, aber in der Praxis? Da klebt das Kind mit Nutella im Gesicht an meinem Bein und will fernsehen. Wo ist da die Selbstständigkeit? Wo die Empathie, wenn ich ihm die Fernbedienung wegnehme?
Das Problem mit den Zielen
Das Ding ist doch, Ziele sind oft unrealistisch. Besonders, wenn sie von anderen Leuten kommen. Oma will, dass das Kind "ordentlich" wird. Der Kindergarten, dass es "sozialkompetent" ist. Und wir Eltern? Wir wollen einfach nur, dass es mal fünf Minuten still ist! (Psst, nicht weitersagen!)
Ich wage mal eine gewagte These: Vielleicht sollten wir uns weniger auf Erziehungsziele versteifen und mehr auf das Hier und Jetzt konzentrieren. Ein bisschen Chaos, ein bisschen Dreck, ein bisschen Blödsinn im Kopf. Ist das denn so schlimm?
Ich plädiere für mehr "Einfach-Mal-Machen-Lassen". Solange das Kind nicht gerade die Katze blau anmalt (ok, vielleicht auch dann nicht gleich ausrasten...), sollten wir ihm einfach seinen Spaß lassen. Daraus lernt es vielleicht mehr als aus jeder noch so gut gemeinten "Fördermaßnahme".
Die heimliche Erziehung
Die Wahrheit ist doch: Erziehung passiert sowieso. Jeden Tag. Durch alles, was wir tun und sagen. Durch unser Vorbild. Durch die Bücher, die wir vorlesen. Durch die Gespräche, die wir führen. Diese "heimliche" Erziehung ist oft viel effektiver als jedes noch so ausgeklügelte Erziehungsziel.
Ich behaupte: Kinder sind wie kleine Schwämme. Sie saugen alles auf. Gute und schlechte Dinge. Und das, was wir ihnen vorleben, bleibt eher hängen als das, was wir ihnen predigen.
"Sei du selbst die Veränderung, die du dir wünschst für diese Welt," sagte schon Gandhi. Gilt auch für die Erziehung, finde ich.
Das Tabu-Thema: Perfektion
Lasst uns ehrlich sein: Viele Erziehungsziele sind heimliche Versuche, das perfekte Kind zu erschaffen. Ein Kind, das in allem gut ist, das alle Erwartungen erfüllt, das uns Eltern nicht blamiert. Aber, hey, Perfektion ist doch langweilig! Und meistens auch unglücklich.
Viel wichtiger ist doch, dass unser Kind lernt, mit seinen Fehlern umzugehen. Dass es lernt, wieder aufzustehen, wenn es hinfällt. Dass es lernt, sich selbst zu lieben, mit all seinen Macken und Eigenheiten.
Und ganz nebenbei: Ein Kind, das Fehler machen darf, ist auch viel entspannter. Und entspannte Kinder machen entspannte Eltern. Win-win!
Mein (unpopuläres) Fazit
Also, was ist mein Erziehungsziel? Ehrlich gesagt: Ich hab keins. Zumindest kein festes, in Stein gemeißeltes. Ich versuche einfach, ein guter Mensch zu sein. Ein Vorbild. Und hoffe, dass mein Kind sich davon ein bisschen was abschaut.
Und wenn es dann doch mal die Katze blau anmalt? Dann atme ich tief durch, mache ein Foto für Instagram (natürlich mit Einverständnis des Kindes!) und überlege mir, wie wir die blaue Farbe wieder abbekommen. Denn, ganz ehrlich, das ist doch das wahre Leben, oder?
Vielleicht ist das ja auch ein Erziehungsziel: Gelassenheit lernen. Sowohl für das Kind als auch für die Eltern. In diesem Sinne: Happy Erziehung!
