Was Ist Ein Hexameter
Hand aufs Herz: Haben Sie schon mal vom Hexameter gehört? Seien wir ehrlich, wahrscheinlich nur, wenn Sie Latein in der Schule hatten. Und selbst dann, vielleicht nur im Schlaf geredet.
Der Hexameter: Ein alter Bekannter?
Der Hexameter. Klingt irgendwie nach einem Hightech-Gerät aus einem Science-Fiction-Film. Oder nach einem besonders komplizierten Schraubenschlüssel. Aber nein, es ist "nur" ein Versmaß. Ein Gedichtmaß, um genau zu sein. Und zwar eines, das schon ziemlich alt ist. So richtig alt.
Was ist das überhaupt?
Okay, vereinfacht gesagt: Der Hexameter ist eine Zeile in einem Gedicht, die aus sechs "Füßen" besteht. Jeder Fuß ist entweder ein Daktylus (eine lange Silbe, gefolgt von zwei kurzen) oder ein Spondaus (zwei lange Silben). Klingt kompliziert? Ist es auch! Aber keine Panik, wir müssen das ja nicht selbst dichten. Gott sei Dank.
Denken Sie an Homer. Ja, der Typ, der die Ilias und die Odyssee geschrieben hat. Der hat das Ding gerockt. Oder an Vergil. Der hat mit der Aeneis auch ordentlich Hexameter verbraten. Das waren die Profis.
Meine (unpopuläre) Meinung
Jetzt kommt's: Ich finde ja, der Hexameter ist ein bisschen... überbewertet. Ja, ich habe es gesagt! Klar, er hat seine Berechtigung. Er klingt feierlich, er hat Würde. Aber ganz ehrlich? Wenn ich ein Gedicht lese, will ich mich nicht erst durch komplizierte Silbenmuster quälen müssen. Ich will Emotionen, Bilder, eine gute Geschichte!
Und mal ehrlich, wer von uns sitzt denn heute noch da und zählt lange und kurze Silben, während er ein Gedicht liest? Eben! Wir wollen unterhalten werden, berührt werden. Und da gibt es doch so viele andere tolle Gedichtformen, die das auch können. Ohne diesen ganzen Silben-Zirkus.
Vielleicht bin ich ja auch einfach zu ungebildet, um die wahre Schönheit des Hexameters zu erkennen. Aber ich stehe dazu: Ich finde, es gibt Gedichtformen, die uns heute mehr zu sagen haben. Die näher an unserem Leben, an unseren Gefühlen dran sind. Die nicht so... gestrig sind.
Ein kleiner Reim zum Abschluss
Okay, um das Ganze abzurunden, hier noch ein kleiner, ganz unakademischer Reim:
Der Hexameter, lang und schwer,
Kann ganz schön anstrengend sein, das ist doch klar, Drum reim' ich lieber locker, frei und heiter,
Und lass' den alten Trottel einfach weiter!
So. Das musste mal gesagt werden. Und jetzt dürfen Sie mich gerne für meine Meinung steinigen. Aber vielleicht, ganz vielleicht, gibt es ja da draußen noch jemanden, der mir zustimmt. Jemand, der auch lieber ein kurzes, knackiges Gedicht liest, als sich mit uralten Versmaßen herumzuschlagen.
Und wenn nicht? Auch egal. Hauptsache, wir hatten ein bisschen Spaß. Und vielleicht haben Sie ja sogar etwas über den Hexameter gelernt. Oder zumindest gelernt, dass es Leute gibt, die ihn nicht so toll finden. Auch das ist ja schon mal was.
Also, auf zu neuen Gedichten! Und keine Angst vor langen und kurzen Silben. Es gibt noch so viel mehr zu entdecken!
