Was Ist Eine Monografie
Mal ehrlich, wer hat schon mal eine Monografie freiwillig gelesen? Außer... Wissenschaftler? Und die, die es werden wollen? Ja, genau. Dachte ich mir. Ich meine, wir reden hier von einem Text, der so tief in ein Thema eintaucht, dass er fast schon den Meeresgrund berührt. Ist ja toll, wenn jemand sich mit der "Auswirkung der subarktischen Mikrobiologie auf die globale Kohlenstoffbilanz" auseinandersetzt. Aber brauchen wir das wirklich alle?
Was ist das Ding überhaupt?
Im Grunde ist eine Monografie wie ein Mega-Referat. Nur eben für Erwachsene. Und geschrieben, damit andere Erwachsene es lesen und... ja, was eigentlich? Schlauer werden? Ihr eigenes Ego befriedigen, weil sie verstehen, was da steht? Wahrscheinlich beides. Es geht um ein einziges, klar definiertes Thema. Und das wird dann von A bis Z, von links nach rechts und von oben nach unten auseinandergenommen. Bis auch der letzte Winkel ausgeleuchtet ist. Manchmal frage ich mich, ob die Autoren danach noch wissen, was sie eigentlich ursprünglich sagen wollten.
Der heilige Gral der Forschung?
Manche behaupten, die Monografie sei der heilige Gral der Forschung. Die Krönung einer akademischen Karriere. Die ultimative Demonstration von Fachwissen. Okay, okay. Ich verstehe. Aber muss das Ganze so... staubtrocken sein? Ich meine, ein bisschen Humor, ein bisschen Anekdote, ein bisschen... Leben! Wäre das zu viel verlangt? Ich rede ja nicht davon, Witze zu erzählen. Aber ein bisschen weniger Fachjargon und ein bisschen mehr "Verstehen-was-gemeint-ist" wäre schon nett.
Ich habe mal versucht, eine Monografie über die Geschichte der Knöpfe zu lesen. Ja, Knöpfe. Klingt erstmal unspektakulär, oder? Falsch gedacht! Es gab Seitenweise Analysen von Knopfmaterialien, Knopfdesigns, Knopffabrikationsprozessen… Ich bin fast eingeschlafen. Ehrlich gesagt, ich habe aufgegeben. Ich weiß jetzt zwar nicht alles über Knöpfe, aber ich bin auch nicht um ein Vielfaches gelangweilter. Win-Win!
Die unbeliebte Meinung
Hier kommt's: Ich glaube, Monografien sind oft für den falschen Zweck geschrieben. Sie sollen beeindrucken, nicht informieren. Sie sollen den Autor in den Himmel loben, nicht dem Leser weiterhelfen. Natürlich gibt es Ausnahmen. Aber im Großen und Ganzen finde ich, dass da viel Potenzial verschwendet wird. Potenzial für Wissen, das auch außerhalb der Elfenbeintürme von Universitäten relevant sein könnte.
“Wissenschaft sollte verständlich sein. Wenn sie es nicht ist, ist sie entweder schlecht gemacht oder irrelevant.” - Irgendjemand Kluges
Okay, vielleicht habe ich mir das Zitat gerade ausgedacht. Aber der Gedanke stimmt, oder? Warum kompliziert, wenn es auch einfach geht? Warum eine Monografie, wenn ein guter Artikel oder ein spannendes Buch das Gleiche leisten kann – und dabei auch noch Spaß macht?
Die Lösung?
Ich habe keine Ahnung. Aber vielleicht sollten wir anfangen, Wissenschaftlern beizubringen, wie man schreibt. Nicht nur für ihre Kollegen, sondern für die ganze Welt. Vielleicht sollten wir mehr Wert auf Klarheit und Verständlichkeit legen, als auf das Zitieren von möglichst vielen Fachbegriffen. Vielleicht sollten wir Monografien einfach in etwas verwandeln, das auch Nicht-Wissenschaftler lesen wollen. Ein Traum, ich weiß. Aber träumen darf man ja wohl noch, oder?
Vielleicht bin ich auch einfach nur zu dumm, um Monografien zu verstehen. Aber selbst dann finde ich, dass sie etwas zugänglicher sein könnten. Ein bisschen mehr "Hallo Welt, hier bin ich!" und ein bisschen weniger "Ich bin schlauer als du!" Wäre das so schlimm?
Also, wer liest jetzt freiwillig eine Monografie? Genau. Dachte ich mir.
