Was Kann Man Zur Beruhigung Nehmen
In Deutschland gibt es viele verschiedene Möglichkeiten, um sich zu beruhigen, sei es bei Stress, Nervosität oder leichten Schlafstörungen. Die Wahl des richtigen Mittels hängt stark von der Ursache der Unruhe und der individuellen Vorliebe ab. Dieser Artikel bietet einen Überblick über einige der gängigsten Optionen, die in Deutschland erhältlich sind, von rezeptfreien Medikamenten bis hin zu natürlichen Heilmitteln und Entspannungstechniken.
Rezeptfreie Beruhigungsmittel
Viele Menschen greifen zunächst zu rezeptfreien Medikamenten, um leichte Beschwerden zu lindern. Diese sind in Apotheken und oft auch in Drogeriemärkten erhältlich.
Pflanzliche Beruhigungsmittel
Pflanzliche Mittel sind eine beliebte Wahl, da sie oft als sanfter und verträglicher gelten. Einige der am häufigsten verwendeten pflanzlichen Inhaltsstoffe sind:
- Baldrian: Baldrian ist eines der bekanntesten pflanzlichen Beruhigungsmittel. Es wirkt beruhigend und angstlösend und wird häufig bei Schlafstörungen und Nervosität eingesetzt. Baldrian ist in verschiedenen Formen erhältlich, wie z.B. als Tabletten, Tropfen oder Tee.
- Hopfen: Hopfen wird oft in Kombination mit Baldrian verwendet, da es die beruhigende Wirkung verstärken kann. Es wird ebenfalls bei Schlafstörungen und Unruhe eingesetzt.
- Lavendel: Lavendelöl hat eine beruhigende Wirkung und kann bei Stress, Angstzuständen und Schlafstörungen helfen. Es kann als Badezusatz, Duftöl oder in Kapselform verwendet werden.
- Passionsblume: Passionsblumenextrakt wirkt beruhigend und angstlösend. Es kann bei Nervosität, innerer Unruhe und Schlafstörungen eingesetzt werden.
- Johanniskraut: Obwohl Johanniskraut hauptsächlich zur Behandlung von Depressionen eingesetzt wird, kann es in niedrigeren Dosen auch bei leichter Nervosität und Stimmungsschwankungen helfen. Achtung: Johanniskraut kann Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten haben. Eine Absprache mit dem Arzt ist unbedingt erforderlich.
Es ist wichtig zu beachten, dass auch pflanzliche Mittel Nebenwirkungen haben können und nicht für jeden geeignet sind. Lesen Sie die Packungsbeilage sorgfältig durch und konsultieren Sie im Zweifelsfall einen Arzt oder Apotheker.
Synthetische Beruhigungsmittel (rezeptfrei)
Neben pflanzlichen Mitteln gibt es auch rezeptfreie synthetische Beruhigungsmittel. Diese enthalten in der Regel Antihistaminika, die müde machen und somit beruhigend wirken. Ein bekanntes Beispiel ist Diphenhydramin. Allerdings sollte man diese Mittel nicht regelmäßig und über einen längeren Zeitraum einnehmen, da sie zu Gewöhnungseffekten und Nebenwirkungen wie Benommenheit, Mundtrockenheit und Verstopfung führen können.
Rezeptpflichtige Beruhigungsmittel
Bei stärkeren Beschwerden oder wenn rezeptfreie Mittel nicht ausreichend helfen, kann ein Arzt rezeptpflichtige Beruhigungsmittel verschreiben. Diese Medikamente sind in der Regel stärker wirksam, haben aber auch ein höheres Risiko für Nebenwirkungen und Abhängigkeit. Zu den häufig verschriebenen Beruhigungsmitteln gehören:
- Benzodiazepine: Benzodiazepine wie Diazepam, Lorazepam oder Alprazolam wirken schnell angstlösend, beruhigend und schlaffördernd. Sie werden jedoch aufgrund ihres hohen Abhängigkeitspotenzials und möglicher Nebenwirkungen nur kurzfristig eingesetzt.
- Antidepressiva: Bestimmte Antidepressiva, insbesondere selektive Serotonin-Wiederaufnahmehemmer (SSRI) und selektive Noradrenalin-Wiederaufnahmehemmer (SNRI), können auch bei Angststörungen und Panikattacken eingesetzt werden. Ihre Wirkung tritt jedoch erst nach einigen Wochen ein.
- Betablocker: Betablocker wie Propranolol werden hauptsächlich zur Behandlung von Herzkrankheiten eingesetzt, können aber auch bei Angstzuständen, die mit körperlichen Symptomen wie Herzrasen und Zittern einhergehen, helfen.
- Neuroleptika: In seltenen Fällen können auch Neuroleptika in niedriger Dosierung zur Behandlung von Angststörungen eingesetzt werden.
Die Einnahme von rezeptpflichtigen Beruhigungsmitteln sollte immer unter ärztlicher Aufsicht erfolgen. Der Arzt wird die Dosierung und Behandlungsdauer individuell anpassen und die möglichen Risiken und Nebenwirkungen mit dem Patienten besprechen.
Natürliche Heilmittel und Entspannungstechniken
Neben Medikamenten gibt es auch viele natürliche Heilmittel und Entspannungstechniken, die helfen können, Stress und Nervosität zu reduzieren:
Tees und Kräuter
Bestimmte Teesorten und Kräuter haben eine beruhigende Wirkung. Dazu gehören:
- Kamillentee: Kamillentee wirkt beruhigend und krampflösend und kann bei Nervosität und Schlafstörungen helfen.
- Melissentee: Melissentee hat eine beruhigende und angstlösende Wirkung.
- Lindenblütentee: Lindenblütentee wirkt schweißtreibend und beruhigend und kann bei Erkältungen und Nervosität helfen.
Aromatherapie
Bestimmte ätherische Öle haben eine beruhigende Wirkung. Dazu gehören:
- Lavendelöl: Lavendelöl wirkt beruhigend und angstlösend.
- Kamillenöl: Kamillenöl wirkt beruhigend und entzündungshemmend.
- Sandelholzöl: Sandelholzöl wirkt beruhigend und entspannend.
Entspannungstechniken
Regelmäßige Entspannungstechniken können helfen, Stress abzubauen und die innere Ruhe zu fördern. Dazu gehören:
- Progressive Muskelentspannung nach Jacobson: Diese Technik beinhaltet das bewusste An- und Entspannen verschiedener Muskelgruppen, um körperliche Spannungen abzubauen.
- Autogenes Training: Diese Technik beinhaltet das Erlernen von Selbsthypnose, um Entspannung und Ruhe zu fördern.
- Meditation: Meditation hilft, den Geist zu beruhigen und die innere Achtsamkeit zu fördern.
- Yoga: Yoga kombiniert körperliche Übungen, Atemtechniken und Meditation, um Körper und Geist in Einklang zu bringen.
- Atemübungen: Bewusstes Atmen kann helfen, Stress abzubauen und die innere Ruhe zu fördern.
Weitere Tipps zur Beruhigung
- Regelmäßige Bewegung: Körperliche Aktivität baut Stress ab und fördert die Ausschüttung von Glückshormonen.
- Ausreichend Schlaf: Schlafmangel kann zu Nervosität und Reizbarkeit führen.
- Gesunde Ernährung: Eine ausgewogene Ernährung mit viel Obst, Gemüse und Vollkornprodukten kann die Stimmung verbessern und Stress reduzieren.
- Soziale Kontakte: Der Austausch mit Freunden und Familie kann helfen, Stress abzubauen und sich unterstützt zu fühlen.
- Zeit für Hobbys und Interessen: Aktivitäten, die Freude bereiten, können helfen, den Geist abzulenken und die innere Ruhe zu fördern.
Wann sollte man einen Arzt aufsuchen?
Es ist ratsam, einen Arzt aufzusuchen, wenn:
- Die Beschwerden stark sind oder länger als zwei Wochen anhalten.
- Rezeptfreie Mittel nicht ausreichend helfen.
- Die Beschwerden das tägliche Leben beeinträchtigen.
- Weitere Symptome wie Depressionen, Angstzustände oder Panikattacken auftreten.
Ein Arzt kann die Ursache der Beschwerden abklären und eine geeignete Behandlung empfehlen.
Zusammenfassung
Es gibt viele verschiedene Möglichkeiten, um sich in Deutschland zu beruhigen. Die Wahl des richtigen Mittels hängt von der Ursache der Unruhe und der individuellen Vorliebe ab. Rezeptfreie pflanzliche Mittel und Entspannungstechniken sind oft eine gute erste Wahl. Bei stärkeren Beschwerden oder wenn rezeptfreie Mittel nicht ausreichend helfen, sollte ein Arzt aufgesucht werden. Es ist wichtig, sich bewusst zu sein, dass auch natürliche Heilmittel Nebenwirkungen haben können und dass rezeptpflichtige Medikamente nur unter ärztlicher Aufsicht eingenommen werden sollten. Informieren Sie sich gründlich und lassen Sie sich im Zweifelsfall von einem Arzt oder Apotheker beraten.
Disclaimer: Dieser Artikel dient nur zu Informationszwecken und ersetzt keine professionelle medizinische Beratung.
