Was Kennzeichnete Den Ns Staat Eine Politik
Der Nationalsozialismus, kurz NS-Staat (1933-1945), war weit mehr als nur eine politische Ideologie. Er war ein allumfassendes System, das das gesamte Leben in Deutschland durchdrang und tiefgreifende Auswirkungen auf Europa und die Welt hatte. Um den NS-Staat zu verstehen, muss man seine Kernmerkmale und die daraus resultierende Politik kennen. Dieser Artikel soll einen klaren und prägnanten Überblick über die wichtigsten Aspekte des NS-Staates bieten.
Die Ideologischen Grundlagen
Die Ideologie des Nationalsozialismus basierte auf einer Reihe von miteinander verknüpften und teils widersprüchlichen Elementen:
Rassismus und Antisemitismus
Zentral für die NS-Ideologie war der Rassismus, insbesondere der Antisemitismus. Die Nationalsozialisten glaubten an eine Hierarchie der Rassen, mit der "arischen Rasse" an der Spitze und Juden, Sinti und Roma sowie anderen Minderheiten am unteren Ende. Juden wurden als die größte Bedrohung für die "arische Rasse" und die "deutsche Volksgemeinschaft" angesehen und für alle möglichen Probleme verantwortlich gemacht – von wirtschaftlichen Schwierigkeiten bis hin zu kulturellem Verfall. Diese rassistische Ideologie führte zur systematischen Verfolgung, Entrechtung und schließlich zum Völkermord an sechs Millionen Juden (Holocaust) sowie zur Verfolgung und Ermordung von Sinti und Roma und anderen Gruppen.
Nationalismus und "Volksgemeinschaft"
Ein weiterer Eckpfeiler war ein aggressiver Nationalismus. Die Nationalsozialisten propagierten die Überlegenheit der deutschen Nation und forderten die Wiederherstellung der "nationalen Ehre" nach dem Ersten Weltkrieg. Sie strebten nach einem "Großdeutschen Reich", das alle deutschsprachigen Gebiete Europas umfassen sollte. Der Begriff "Volksgemeinschaft" wurde benutzt, um ein idealisiertes Bild einer harmonischen, klassenlosen Gesellschaft zu zeichnen, in der das Wohl des Volkes über dem des Einzelnen steht. Diese "Volksgemeinschaft" war jedoch exklusiv: Menschen, die nicht in das rassistische oder politische Weltbild der Nationalsozialisten passten, wurden ausgeschlossen und verfolgt.
Führerprinzip
Das Führerprinzip war ein weiteres zentrales Element. Es besagte, dass die gesamte Macht in den Händen eines einzigen Führers, Adolf Hitler, konzentriert sein sollte. Hitler wurde als unfehlbar dargestellt und seine Entscheidungen wurden als Gesetz betrachtet. Die gesamte Staatsstruktur war auf die bedingungslose Gefolgschaft und den Gehorsam gegenüber dem Führer ausgerichtet.
Lebensraum im Osten
Die Nationalsozialisten verfolgten eine aggressive Expansionspolitik, die auf die Eroberung von "Lebensraum im Osten" abzielte. Dieses Konzept beinhaltete die gewaltsame Umsiedlung oder Vernichtung der einheimischen Bevölkerung in Osteuropa, um Platz für deutsche Siedler zu schaffen. Diese aggressive Expansionspolitik war eine der Hauptursachen für den Zweiten Weltkrieg.
Die Umsetzung der Ideologie in Politik
Die nationalsozialistische Ideologie wurde in eine umfassende Politik umgesetzt, die alle Bereiche des Lebens erfasste:
Gleichschaltung
Die Gleichschaltung bezeichnet die systematische Beseitigung aller oppositionellen Kräfte und die Anpassung aller gesellschaftlichen Bereiche an die nationalsozialistische Ideologie. Politische Parteien, Gewerkschaften, Vereine und Organisationen wurden verboten oder gleichgeschaltet. Die Presse wurde zensiert und für die Verbreitung der NS-Propaganda missbraucht. Das Bildungssystem wurde auf die Indoktrination der Jugend mit nationalsozialistischem Gedankengut ausgerichtet.
Rassenpolitik
Die Rassenpolitik war ein zentraler Bestandteil des NS-Staates. Sie führte zur systematischen Verfolgung und Diskriminierung von Juden, Sinti und Roma sowie anderen Minderheiten. Die Nürnberger Gesetze von 1935 entzogen Juden die Bürgerrechte und verboten Ehen und außerehelichen Geschlechtsverkehr zwischen Juden und "Ariern". Diese Gesetze bildeten die Grundlage für die weitere Entrechtung und Verfolgung der Juden, die schließlich im Holocaust gipfelte.
Wirtschaftspolitik
Die Wirtschaftspolitik des NS-Staates war auf die Aufrüstung der Wehrmacht und die Vorbereitung auf den Krieg ausgerichtet. Durch staatliche Investitionen in die Rüstungsindustrie wurde die Arbeitslosigkeit beseitigt und die Wirtschaft angekurbelt. Die Autarkiebestrebungen zielten darauf ab, Deutschland unabhängig von ausländischen Rohstoffen zu machen. Die Wirtschaftspolitik war jedoch nicht nachhaltig und beruhte letztlich auf der Ausbeutung besetzter Gebiete und der Enteignung von Juden und anderen verfolgten Gruppen.
Außenpolitik
Die Außenpolitik des NS-Staates war von Expansionismus und Aggression geprägt. Hitler brach den Versailler Vertrag und rüstete die Wehrmacht auf. Er annektierte das Rheinland, Österreich und das Sudetenland. Der Überfall auf Polen im September 1939 löste den Zweiten Weltkrieg aus.
Kontrolle und Überwachung
Der NS-Staat war ein Überwachungsstaat. Die Gestapo (Geheime Staatspolizei) und der SD (Sicherheitsdienst) übten eine umfassende Kontrolle über die Bevölkerung aus. Andersdenkende wurden verfolgt, verhaftet und in Konzentrationslagern inhaftiert. Die Denunziation war weit verbreitet und trug zur Atmosphäre der Angst und des Misstrauens bei.
Propaganda
Die Propaganda spielte eine entscheidende Rolle bei der Machterhaltung des NS-Regimes. Unter der Leitung von Joseph Goebbels wurden alle Medien zur Verbreitung nationalsozialistischer Ideologien genutzt. Durch gezielte Manipulation und Falschinformationen wurde versucht, die Bevölkerung zu indoktrinieren und für die Ziele des Regimes zu gewinnen. Die Propaganda bediente sich dabei einfacher, leicht verständlicher Botschaften und Appelle an Emotionen.
Die Folgen des NS-Staates
Die Folgen des NS-Staates waren verheerend. Der Zweite Weltkrieg forderte Millionen von Menschenleben und verwüstete weite Teile Europas. Der Holocaust war ein beispielloser Völkermord. Deutschland wurde in Trümmern gelegt und musste sich seiner dunklen Vergangenheit stellen. Die Erinnerung an den NS-Staat ist eine Mahnung, die Menschenrechte zu schützen, jegliche Form von Diskriminierung zu bekämpfen und sich für Frieden und Völkerverständigung einzusetzen.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass der NS-Staat gekennzeichnet war durch:
- Eine rassistische und antisemitische Ideologie
- Einen aggressiven Nationalismus und die Idee der "Volksgemeinschaft"
- Das Führerprinzip und die Konzentration der Macht in den Händen Adolf Hitlers
- Eine Politik der Gleichschaltung, Verfolgung und des Völkermords
- Eine auf Aufrüstung und Expansion ausgerichtete Wirtschaftspolitik
- Eine aggressive und expansionistische Außenpolitik
- Einen umfassenden Überwachungs- und Kontrollapparat
- Eine allgegenwärtige Propaganda
Das Verständnis dieser Merkmale ist essenziell, um die Gräueltaten des NS-Regimes zu begreifen und zu verhindern, dass sich solche Ereignisse jemals wiederholen.
