Was Tun Bei Cyber Mobbing
Willkommen in Deutschland! Du planst einen Urlaub, bist neu hier als Expat oder verbringst einfach eine kurze Zeit in diesem wunderschönen Land? Wir hoffen, du genießt deine Zeit! Aber leider können auch im Urlaub oder während eines Auslandsaufenthalts unangenehme Situationen auftreten, darunter auch Cybermobbing. Wir möchten dir in diesem Leitfaden hilfreiche Informationen und Tipps geben, wie du dich verhalten solltest, wenn du in Deutschland von Cybermobbing betroffen bist. Keine Panik! Es gibt Hilfe und Unterstützung, und wir zeigen dir, wo du sie findest.
Was ist Cybermobbing überhaupt?
Cybermobbing, auch bekannt als Online-Mobbing, ist eine Form der Belästigung, die über digitale Medien stattfindet. Das bedeutet, dass Täter das Internet, soziale Netzwerke, Messenger-Dienste, E-Mails oder andere Online-Plattformen nutzen, um andere zu beleidigen, zu bedrohen, bloßzustellen oder auszugrenzen. Cybermobbing kann sehr belastend sein und sowohl psychische als auch emotionale Schäden verursachen.
Einige Beispiele für Cybermobbing sind:
- Beleidigende oder herabwürdigende Nachrichten oder Kommentare in sozialen Netzwerken oder per E-Mail.
- Verbreitung von Gerüchten oder falschen Informationen über dich online.
- Drohungen oder Einschüchterungen per Textnachricht oder in Online-Spielen.
- Veröffentlichung von peinlichen Fotos oder Videos ohne deine Zustimmung.
- Ausschluss aus Online-Gruppen oder Communitys.
- Identitätsdiebstahl und Nutzung deines Profils, um andere zu belästigen oder zu schädigen.
Was tun, wenn du von Cybermobbing betroffen bist?
Wenn du selbst Opfer von Cybermobbing wirst, ist es wichtig, ruhig zu bleiben und besonnen zu handeln. Hier sind einige Schritte, die du unternehmen kannst:
1. Beweise sichern
Das ist einer der wichtigsten Schritte. Speichere alle Beweise für das Cybermobbing, wie z.B. Screenshots von Nachrichten, Kommentaren, Profilen oder Beiträgen. Diese Beweise können später für eine Anzeige bei der Polizei oder für andere rechtliche Schritte nützlich sein. Achte darauf, dass die Screenshots Datum und Uhrzeit enthalten.
2. Nicht reagieren
Auch wenn es schwerfällt: Reagiere nicht auf die Provokationen der Täter. Jede Reaktion, egal wie klein, kann sie ermutigen, weiterzumachen. Blockiere die Täter auf allen Plattformen, auf denen sie dich belästigen.
3. Melde den Vorfall
Melde das Cybermobbing bei der Plattform, auf der es stattfindet (z.B. Facebook, Instagram, Twitter). Die meisten Plattformen haben Mechanismen eingerichtet, um solche Vorfälle zu bearbeiten. Beschreibe den Vorfall so detailliert wie möglich und füge die gesicherten Beweise bei.
4. Sprich mit jemandem
Sprich mit einer Person deines Vertrauens über das, was dir passiert ist. Das kann ein Freund, ein Familienmitglied, ein Lehrer, ein Kollege oder ein Berater sein. Es ist wichtig, dass du deine Gefühle und Erfahrungen mit jemandem teilst, der dir zuhört und dich unterstützt. In Deutschland gibt es auch zahlreiche Beratungsstellen, die dir anonym und kostenlos helfen können (siehe unten).
5. Suche professionelle Hilfe
Wenn das Cybermobbing dich sehr belastet und deine psychische Gesundheit beeinträchtigt, scheue dich nicht, professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen. Ein Psychologe oder Therapeut kann dir helfen, mit den Folgen des Cybermobbings umzugehen und Strategien zu entwickeln, um dich zukünftig besser zu schützen.
6. Anzeige bei der Polizei erstatten
In bestimmten Fällen kann es notwendig sein, eine Anzeige bei der Polizei zu erstatten. Das ist besonders dann ratsam, wenn das Cybermobbing Drohungen, Beleidigungen, Nötigungen oder andere Straftaten beinhaltet. Die Polizei kann Ermittlungen einleiten und die Täter zur Rechenschaft ziehen.
Wo findest du Hilfe in Deutschland?
In Deutschland gibt es zahlreiche Anlaufstellen, die dir bei Cybermobbing helfen können. Hier sind einige Beispiele:
- Nummer gegen Kummer: Eine kostenlose und anonyme Beratungshotline für Kinder, Jugendliche und Eltern. Du erreichst sie unter der Nummer 116 111.
- JugendNotmail: Eine Online-Beratungsstelle für Jugendliche. Du kannst ihnen eine E-Mail schreiben und erhältst schnell eine Antwort. (www.jugendnotmail.de)
- Beratungsstellen der Caritas und Diakonie: Diese kirchlichen Organisationen bieten Beratungsstellen in vielen Städten Deutschlands an. Sie bieten kostenlose und vertrauliche Beratung für Menschen in Notlagen.
- Weisser Ring: Eine Organisation, die Opfern von Straftaten hilft. Sie bieten juristische und psychologische Beratung sowie finanzielle Unterstützung. (www.weisser-ring.de)
- Polizei: Bei konkreten Bedrohungen oder Straftaten kannst du dich direkt an die Polizei wenden und eine Anzeige erstatten.
- Schule/Universität: Wenn du Schüler oder Student bist, wende dich an Vertrauenslehrer, Schulsozialarbeiter oder die Studentenberatung.
Cybermobbing und das deutsche Recht
Cybermobbing ist in Deutschland nicht explizit als Straftat definiert, aber viele Handlungen, die unter Cybermobbing fallen, können strafrechtlich relevant sein. Dazu gehören beispielsweise:
- Beleidigung (§ 185 StGB): Wer eine andere Person beleidigt, kann mit einer Geldstrafe oder einer Freiheitsstrafe von bis zu einem Jahr bestraft werden.
- Üble Nachrede (§ 186 StGB): Wer über eine andere Person Tatsachenbehauptungen verbreitet, die nicht der Wahrheit entsprechen und die geeignet sind, den Ruf dieser Person zu schädigen, kann mit einer Geldstrafe oder einer Freiheitsstrafe von bis zu einem Jahr bestraft werden.
- Verleumdung (§ 187 StGB): Wer wider besseren Wissens unwahre Tatsachen über eine andere Person verbreitet, die geeignet sind, den Ruf dieser Person zu schädigen, kann mit einer Geldstrafe oder einer Freiheitsstrafe von bis zu zwei Jahren bestraft werden.
- Bedrohung (§ 241 StGB): Wer eine andere Person mit der Begehung einer rechtswidrigen Tat bedroht, kann mit einer Geldstrafe oder einer Freiheitsstrafe von bis zu einem Jahr bestraft werden.
- Nötigung (§ 240 StGB): Wer eine andere Person rechtswidrig mit Gewalt oder durch Drohung zu einer Handlung, Duldung oder Unterlassung nötigt, kann mit einer Geldstrafe oder einer Freiheitsstrafe von bis zu drei Jahren bestraft werden.
- Verletzung des persönlichen Lebens- und Geheimbereichs (§ 201a StGB): Wer unbefugt Bildaufnahmen einer anderen Person herstellt oder verbreitet, die deren persönlichen Lebens- oder Geheimbereich verletzen, kann mit einer Geldstrafe oder einer Freiheitsstrafe von bis zu zwei Jahren bestraft werden.
Prävention: Wie kannst du dich schützen?
Vorbeugung ist der beste Schutz vor Cybermobbing. Hier sind einige Tipps, wie du dich schützen kannst:
- Sei vorsichtig mit deinen persönlichen Daten: Gib im Internet keine persönlichen Daten preis, die nicht unbedingt notwendig sind. Überlege dir gut, welche Informationen du in sozialen Netzwerken teilst.
- Schütze deine Privatsphäre-Einstellungen: Stelle deine Privatsphäre-Einstellungen in sozialen Netzwerken so ein, dass nur Freunde oder Bekannte deine Beiträge sehen können.
- Denke nach, bevor du etwas postest: Überlege dir gut, bevor du etwas online postest. Was einmal im Internet ist, kann nur schwer wieder entfernt werden.
- Sei respektvoll im Umgang mit anderen: Behandle andere Menschen online so, wie du selbst behandelt werden möchtest.
- Sichere dein Smartphone und deinen Computer: Verwende sichere Passwörter und installiere Antivirensoftware.
- Informiere dich über Cybermobbing: Je besser du über Cybermobbing informiert bist, desto besser kannst du dich und andere schützen.
Zusammenfassung für Reisende und Expats
Cybermobbing ist ein ernstes Problem, das jeden treffen kann, auch Reisende und Expats. Es ist wichtig, zu wissen, wie man sich verhalten soll, wenn man davon betroffen ist. Sichere Beweise, reagiere nicht auf Provokationen, melde den Vorfall, sprich mit jemandem und suche gegebenenfalls professionelle Hilfe. Nutze die zahlreichen Beratungsangebote in Deutschland und scheue dich nicht, eine Anzeige bei der Polizei zu erstatten, wenn du dich bedroht fühlst.
Wir hoffen, dieser Leitfaden hat dir geholfen. Genieße deinen Aufenthalt in Deutschland und bleib sicher online!
Denke daran: Du bist nicht allein! Es gibt Menschen, die dir helfen wollen.
