Was Verzögerte Die Abreise Der Familie Mozart In Den Haag
Hallo ihr Lieben! Eure reiselustige Freundin ist wieder da und diesmal entführe ich euch in eine vergangene Epoche, eine Zeit von prunkvollen Kleidern, Perücken und vor allem: unglaublicher Musik. Ich nehme euch mit auf eine Reise, die mich selbst total fasziniert hat – die Geschichte der Familie Mozart im Den Haag, genauer gesagt, warum sich ihre Abreise so verzögerte. Stellt euch vor, ihr packt eure Koffer für einen lang ersehnten Urlaub, aber dann… tja, dann kommt alles anders. Genau das ist den Mozarts passiert!
Ich war schon immer ein großer Mozart-Fan. Seine Musik ist einfach zeitlos, oder? Aber erst als ich tiefer in sein Leben eintauchte, wurde mir bewusst, was für ein unglaubliches Reiseprogramm die Familie Mozart absolvierte. Vater Leopold, Mutter Anna Maria und die Wunderkinder Nannerl und Wolfgang Amadeus reisten kreuz und quer durch Europa, spielten Konzerte vor Königen und Kaisern und begeisterten das Publikum. Und 1765, da führte sie ihr Weg nach Den Haag, in die Niederlande.
Die Mozarts kamen im September 1765 in Den Haag an. Sie wurden von Prinzessin Caroline von Oranien-Nassau, der Schwester des Prinzen von Oranien, eingeladen. Die Erwartungen waren hoch. Wolfgang, gerade mal neun Jahre alt, und Nannerl, dreizehn, sollten ihr außergewöhnliches Talent am Hofe zeigen. Und das taten sie auch! Die Konzerte waren ein voller Erfolg, die Familie wurde gefeiert und überschüttet mit Lob und Geschenken. Man könnte meinen, alles lief perfekt. Aber weit gefehlt!
Die Tücken der Krankheit: Eine Pocken-Epidemie
Was die Abreise der Familie Mozart so drastisch verzögerte, war eine erschreckliche Pocken-Epidemie. Stellt euch vor: Ihr seid im 18. Jahrhundert, es gibt noch keine wirksamen Impfungen und eine hochansteckende Krankheit bricht aus. Die Angst muss allgegenwärtig gewesen sein. Und genau diese Angst erfasste auch die Familie Mozart.
Zuerst erkrankte Nannerl an hohem Fieber und einem roten Ausschlag. Leopold war in größter Sorge. Er beschrieb die Krankheit seiner Tochter in Briefen als „sehr schlimm“. Damals konnte man Pocken oft nur anhand der Symptome erkennen, und die waren beängstigend ähnlich. Es war eine Zeit der Ungewissheit und des Bangens. Die Ärzte, so gut sie es auch konnten, waren machtlos.
Dann, als Nannerl sich langsam erholte, traf es Wolfgang. Auch er erkrankte an den Pocken. Leopold war verzweifelt. In seinen Briefen klingt eine tiefe Besorgnis durch. Er schrieb an Freunde und Gönner, bat um Gebete und drückte seine Angst um seine Kinder aus. Es ist wirklich herzzerreißend, sich vorzustellen, wie er hilflos am Krankenbett seiner Kinder saß, in der Hoffnung, dass sie die Krankheit überleben würden.
Die Behandlung im 18. Jahrhundert
Die Behandlung der Pocken im 18. Jahrhundert war alles andere als angenehm. Es gab keine spezifischen Medikamente, also versuchte man, die Symptome zu lindern. Wolfgang und Nannerl wurden mit kalten Umschlägen gekühlt, bekamen leichte Kost und wurden isoliert, um die Ansteckung anderer zu verhindern. Die hygienischen Bedingungen waren natürlich alles andere als optimal, was die Situation noch verschlimmerte.
Leopold Mozart war ein sehr gläubiger Mann, und er vertraute auch auf die Kraft des Gebets. Er betete für die Genesung seiner Kinder und bat Freunde und Gönner, dasselbe zu tun. Er glaubte fest daran, dass Gott ihnen helfen würde. Diese tiefe Religiosität gab ihm in dieser schwierigen Zeit Kraft.
Quarantäne und Unsicherheit
Die Erkrankung von Nannerl und Wolfgang führte natürlich zu einer langen Quarantäne. Die Familie Mozart durfte Den Haag nicht verlassen, bis sichergestellt war, dass sie niemanden mehr anstecken konnten. Das war nicht nur für die Kinder belastend, sondern auch für Leopold, der seine Reisepläne komplett über den Haufen werfen musste. Konzerte wurden abgesagt, Einnahmen blieben aus und die Zukunft war ungewiss.
Die Quarantäne war auch eine psychische Belastung. Die Familie war in einem fremden Land isoliert, ohne die Möglichkeit, ihre Freunde und Gönner zu sehen. Die Ungewissheit über den weiteren Verlauf der Krankheit und die finanziellen Sorgen trugen zusätzlich zur Belastung bei. Es muss eine sehr schwierige Zeit für die Familie Mozart gewesen sein.
Die Genesung und ihre Folgen
Glücklicherweise überlebten Nannerl und Wolfgang die Pocken. Es war ein langer und beschwerlicher Weg, aber sie erholten sich langsam. Allerdings hinterließ die Krankheit Spuren. Beide Kinder hatten Narben im Gesicht, die sie für den Rest ihres Lebens begleiten sollten. Diese Narben waren nicht nur ein körperliches Zeichen der Krankheit, sondern auch eine ständige Erinnerung an die schwere Zeit in Den Haag.
Die Krankheit hatte auch Auswirkungen auf Wolfgangs Immunsystem. Er war in den folgenden Jahren anfälliger für Krankheiten und hatte immer wieder mit gesundheitlichen Problemen zu kämpfen. Man könnte spekulieren, dass die Pocken seine spätere Gesundheit beeinträchtigt haben.
Nachdem die Familie Mozart die Quarantäne verlassen durfte, war die Freude natürlich groß. Sie waren dankbar, dass sie die Krankheit überlebt hatten, und freuten sich darauf, ihre Reise fortzusetzen. Allerdings war die Abreise immer noch mit Schwierigkeiten verbunden. Die Familie hatte durch die Krankheit viel Geld verloren und musste erst neue Konzerte organisieren, um ihre Reisekasse wieder aufzufüllen.
Der Einfluss auf Mozarts Schaffen
Man kann sich fragen, ob die Erfahrung der Pocken-Erkrankung einen Einfluss auf Mozarts Schaffen hatte. Es ist schwierig, das mit Sicherheit zu sagen, aber es ist denkbar, dass die Auseinandersetzung mit Krankheit, Leid und Tod ihn in seinem späteren Leben beeinflusst hat. Seine Musik ist oft von einer tiefen Melancholie und einem Verständnis für die menschliche Verletzlichkeit geprägt. Vielleicht hat er diese Empfindsamkeit auch durch seine persönlichen Erfahrungen gewonnen. Sicher ist: Der Aufenthalt in Den Haag hat sich tief in das Gedächtnis der Familie eingebrannt.
Es ist faszinierend, sich vorzustellen, wie dieser junge, talentierte Komponist in Den Haag lag, krank und geschwächt, und trotzdem die Kraft fand, sich von der Musik trösten zu lassen. Vielleicht hat er in dieser Zeit sogar neue musikalische Ideen entwickelt, die später in seinen Werken zum Ausdruck kamen.
Den Haag heute: Auf den Spuren der Mozarts
Wenn ihr heute nach Den Haag reist, könnt ihr versuchen, die Spuren der Familie Mozart zu entdecken. Auch wenn es keine konkreten Denkmäler oder Gedenkstätten gibt, die an ihren Aufenthalt erinnern, könnt ihr euch in die Zeit zurückversetzen und euch vorstellen, wie die Stadt im 18. Jahrhundert ausgesehen haben mag.
Besucht das Mauritshuis, ein wunderschönes Museum mit einer beeindruckenden Sammlung holländischer Malerei des Goldenen Zeitalters. Stellt euch vor, wie die Mozarts vielleicht einige der gleichen Kunstwerke bewundert haben. Spaziert durch den Hofvijver, den See vor dem Binnenhof, dem Sitz des niederländischen Parlaments. Vielleicht haben Wolfgang und Nannerl hier gespielt und die Enten gefüttert.
Und natürlich solltet ihr euch ein Konzert mit Mozarts Musik anhören. In Den Haag gibt es regelmäßig Konzerte mit klassischer Musik. Lasst euch von seiner Musik verzaubern und denkt daran, dass dieser begnadete Komponist einst selbst in dieser Stadt weilte, gezeichnet von Krankheit und Angst, aber auch voller Hoffnung und Lebensfreude.
Mein Fazit
Die Geschichte der Familie Mozart in Den Haag ist eine faszinierende Mischung aus Talent, Erfolg, Krankheit und Überlebenswillen. Es ist eine Geschichte, die uns daran erinnert, dass auch große Künstler mit Widrigkeiten zu kämpfen hatten. Und es ist eine Geschichte, die uns zeigt, wie wichtig es ist, die Musik und das Erbe von Mozart zu bewahren. Also, liebe Reisefreunde, wenn ihr das nächste Mal Mozarts Musik hört, denkt an seine Zeit in Den Haag und an die Umstände, die seine Abreise so verzögert haben. Es macht seine Musik nur noch bewegender und bedeutungsvoller.
Ich hoffe, dieser kleine Einblick in die Geschichte der Familie Mozart hat euch gefallen. Bleibt reiselustig und bis zum nächsten Mal!
Eure Reisebloggerin
