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Was Wir Dachten Was Wir Taten


Was Wir Dachten Was Wir Taten

Viele Menschen, die nach Deutschland ziehen oder sich für deutsche Geschichte und Kultur interessieren, stolpern früher oder später über den Ausdruck "Was wir dachten, was wir taten". Er beschreibt eine bestimmte Haltung und eine spezifische Zeitspanne in der deutschen Nachkriegsgeschichte und ist wichtig für das Verständnis der heutigen deutschen Gesellschaft. Dieser Artikel erläutert die Bedeutung und den Kontext dieses Ausdrucks.

Die Ursprünge: Eine Gesellschaft im Umbruch

Der Satz "Was wir dachten, was wir taten" ist keine offizielle Redewendung oder ein Zitat einer bestimmten Person. Er ist vielmehr eine griffige Zusammenfassung der geistigen Verfassung vieler Deutscher in der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg. Nach der bedingungslosen Kapitulation Deutschlands im Mai 1945 standen die Menschen vor einem Trümmerhaufen – sowohl im wörtlichen als auch im übertragenen Sinne.

Die materielle Zerstörung war immens. Städte lagen in Schutt und Asche, die Infrastruktur war zusammengebrochen, und Millionen von Menschen waren obdachlos, verwundet oder auf der Flucht. Doch die moralische Zerstörung war noch tiefgreifender. Die Verbrechen des Nationalsozialismus, der Holocaust und der verlorene Krieg hatten die deutsche Gesellschaft zutiefst traumatisiert. Viele Menschen fühlten sich schuldig, beschämt und desillusioniert.

In dieser Situation der Not und des Umbruchs versuchten die Menschen, ihr Leben wieder aufzubauen. Der Fokus lag zunächst auf dem Überleben, auf der Beschaffung von Nahrungsmitteln, Kleidung und Unterkunft. Es gab kaum Raum für die Aufarbeitung der Vergangenheit. Viele Menschen wählten den Weg des Verdrängens. Sie wollten nicht über die Gräueltaten des NS-Regimes sprechen oder sich damit auseinandersetzen. Sie zogen es vor, sich auf die Gegenwart und die Zukunft zu konzentrieren.

Der Wiederaufbau und das Wirtschaftswunder

In den Westzonen Deutschlands, die später zur Bundesrepublik Deutschland wurden, begann mit Hilfe des Marshallplans ein rascher wirtschaftlicher Aufschwung, das sogenannte "Wirtschaftswunder". Die Menschen waren fleißig und diszipliniert und bauten das Land mit großem Eifer wieder auf. Der materielle Wohlstand wuchs, und die Lebensbedingungen verbesserten sich rasch. Dieser Erfolg trug dazu bei, die Vergangenheit weiter in den Hintergrund zu drängen. Viele Menschen waren stolz auf das, was sie erreicht hatten, und wollten nicht durch die Auseinandersetzung mit der NS-Zeit diesen Erfolg in Frage stellen.

In der Deutschen Demokratischen Republik (DDR) hingegen, die unter sowjetischer Kontrolle stand, verlief der Wiederaufbau anders. Dort wurde ein sozialistisches System aufgebaut, und die Vergangenheit wurde im Sinne der marxistisch-leninistischen Ideologie interpretiert. Der Fokus lag auf der Klassenkampf und der Ablehnung des Kapitalismus. Auch hier gab es jedoch eine Tendenz, die Auseinandersetzung mit der NS-Zeit zu vermeiden oder sie zu instrumentalisieren, um das eigene System zu legitimieren.

Die Bedeutung des Ausdrucks

Der Ausdruck "Was wir dachten, was wir taten" fasst diese ambivalente Haltung vieler Deutscher in der Nachkriegszeit zusammen. Er spiegelt die Diskrepanz zwischen dem, was die Menschen wirklich dachten und wussten, und dem, was sie tatsächlich taten oder nicht taten. Er impliziert, dass viele Menschen sich der Verbrechen des NS-Regimes bewusst waren oder zumindest hätten bewusst sein können, aber aus unterschiedlichen Gründen – Angst, Opportunismus, Konformität oder Verdrängung – geschwiegen oder weggesehen haben.

Der Ausdruck ist oft mit einem gewissen Selbstvorwurf verbunden. Er drückt das Bedauern darüber aus, dass man nicht mutiger war, sich nicht stärker gegen das NS-Regime engagiert hat oder nicht genauer hingesehen hat, was um einen herum geschah. Er ist aber auch Ausdruck des Versuchs, die eigenen Handlungen in einer schwierigen Zeit zu verstehen und zu rechtfertigen.

Es ist wichtig zu betonen, dass der Ausdruck "Was wir dachten, was wir taten" nicht auf alle Deutschen in der Nachkriegszeit zutrifft. Es gab viele Menschen, die sich aktiv gegen das NS-Regime gestellt haben, die Widerstand geleistet haben oder die nach dem Krieg offen über die Verbrechen gesprochen haben. Der Ausdruck beschreibt jedoch eine weitverbreitete Haltung, die die deutsche Gesellschaft lange Zeit geprägt hat.

Die Aufarbeitung der Vergangenheit

Erst mit der Studentenbewegung der 1960er Jahre und der Auseinandersetzung der jüngeren Generation mit der NS-Vergangenheit begann eine tiefgreifendere Aufarbeitung. Die Studenten forderten von ihren Eltern und Großeltern Rechenschaft über deren Verhalten während der NS-Zeit und stellten die etablierten Strukturen in Frage. Diese Bewegung führte zu einer intensiveren Auseinandersetzung mit der deutschen Geschichte und zu einem kritischeren Blick auf die eigene Vergangenheit.

Die Aufarbeitung der NS-Vergangenheit ist bis heute ein wichtiger Bestandteil der deutschen Identität. Deutschland hat sich seiner Verantwortung für die Verbrechen des Nationalsozialismus gestellt und sich aktiv für die Aufrechterhaltung der Erinnerung an den Holocaust eingesetzt. Dies geschieht durch Gedenkstätten, Museen, Bildungsprogramme und die Unterstützung von Überlebenden.

Die Relevanz heute

Der Ausdruck "Was wir dachten, was wir taten" ist auch heute noch relevant, da er uns daran erinnert, wie wichtig es ist, sich mit der Vergangenheit auseinanderzusetzen und aus ihr zu lernen. Er mahnt uns, wachsam zu sein gegenüber jeglicher Form von Diskriminierung, Rassismus und Antisemitismus. Er erinnert uns daran, dass es unsere Verantwortung ist, für eine offene, tolerante und demokratische Gesellschaft einzutreten.

Der Ausdruck kann auch im übertragenen Sinne auf andere Situationen angewendet werden, in denen Menschen vor schwierigen Entscheidungen stehen und sich fragen müssen, ob ihre Handlungen ihren Überzeugungen entsprechen. Er fordert uns auf, kritisch zu hinterfragen, was wir denken, was wir sagen und was wir tun, und sicherzustellen, dass wir unseren Werten treu bleiben.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass "Was wir dachten, was wir taten" ein vielschichtiger Ausdruck ist, der die Komplexität der deutschen Nachkriegsgeschichte und die Herausforderungen der Aufarbeitung der NS-Vergangenheit widerspiegelt. Er ist ein wichtiger Bestandteil des deutschen Gedächtnisses und erinnert uns daran, dass die Auseinandersetzung mit der Vergangenheit nie abgeschlossen ist.

Zentrale Aspekte zum Verständnis:

  • Verdrängung: Die Tendenz, die Auseinandersetzung mit der NS-Zeit zu vermeiden.
  • Kollektivschuld: Das Gefühl der Verantwortung für die Verbrechen des NS-Regimes.
  • Aufarbeitung: Die intensive Auseinandersetzung mit der NS-Vergangenheit, die bis heute andauert.
  • Erinnerungskultur: Die aktive Aufrechterhaltung der Erinnerung an den Holocaust und die Verbrechen des Nationalsozialismus.

Das Verstehen dieses Ausdrucks hilft dabei, die deutsche Sensibilität gegenüber Themen wie Rechtsextremismus und Fremdenfeindlichkeit besser einzuordnen. Deutschland ist sich seiner Geschichte bewusst und versucht aktiv, aus ihr zu lernen, um eine Wiederholung der Gräueltaten zu verhindern.

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