Weißt Du Wieviel Sternlein Stehen Text Deutsch
Kennt ihr das auch? Man summt so vor sich hin, vielleicht beim Abwaschen oder Staubsaugen, und plötzlich ist er da: dieser Ohrwurm, der sich festsetzt wie Kaugummi unter dem Schuh. Und oft ist es ein Lied aus der Kindheit. Bei mir ist es häufig: "Weißt du, wieviel Sternlein stehen?"
Ein Lied wie ein warmer Pulli
Dieses Lied ist mehr als nur eine Melodie. Es ist ein Gefühl. Es riecht nach frisch gebackenen Plätzchen, nach Tannennadeln und nach dem Knistern eines Kaminfeuers. Es ist Kindheit pur, eingepackt in einfache Worte und eine beruhigende Melodie. Wer hat es uns wohl als erstes vorgesungen? Oma? Mama? Oder vielleicht die Erzieherin im Kindergarten, die immer so geduldig war, wenn wir wieder mal unsere Förmchen im Sandkasten vergessen hatten?
Der Text, der mehr ist als Mathe
Der Text selbst ist ja eigentlich eine kleine philosophische Betrachtung, verpackt in eine Frage. "Weißt du, wieviel Sternlein stehen?" Na, klar, keiner weiß das wirklich. Aber darum geht es ja gar nicht! Es geht um das Staunen über die unendliche Größe des Himmels, über die unfassbare Schöpfung. Und dann kommt der Clou: genauso unendlich groß ist Gottes Liebe zu uns. Zack! Bäm! Da hat's einen erwischt, oder?
Aber mal ehrlich, wer hat sich als Kind wirklich Gedanken über Gottes Liebe gemacht, während er "Weißt du, wieviel Sternlein stehen?" gesungen hat? Ich vermute, die meisten waren eher damit beschäftigt, die Strophen auswendig zu lernen und nicht mit dem Nachbarn zu quatschen, während die Lehrerin streng guckte. Trotzdem hat sich die Botschaft irgendwie ins Unterbewusstsein geschlichen.
Von Sternen, Sandkörnern und Blättern am Baum
Das Lustige ist ja, dass die Vergleiche im Lied immer weiter eskalieren. Erst die Sterne, dann der Sand am Meer, und schließlich die Blätter an den Bäumen. Da fragt man sich schon: wie viele Blätter hängen eigentlich an einem Baum? Und wer hat die alle gezählt? Wahrscheinlich jemand, der wirklich, wirklich viel Zeit hatte. Oder vielleicht ein Eichhörnchen, das im Winter Langeweile hatte.
Und dann der Refrain: "Gott liebt alle Kinder lieb, jedes Kind auf Erden." Das ist doch einfach herzerwärmend, oder? Egal ob man brav war oder frech, ob man Mathe gut konnte oder eher nicht so, ob man blaue oder braune Augen hatte – Gott liebt uns alle. Das ist eine Botschaft, die man sich immer wieder ins Gedächtnis rufen sollte, besonders in Zeiten, in denen die Welt mal wieder Kopf steht.
"Gott liebt alle Kinder lieb, jedes Kind auf Erden."
"Weißt du, wieviel Sternlein stehen?" im Wandel der Zeit
Interessant ist auch, dass dieses Lied schon so alt ist. Es wurde im 19. Jahrhundert geschrieben von Wilhelm Hey. Krass, oder? Das ist ja fast schon ein Fossil unter den Kinderliedern. Aber es hat die Zeit überdauert, weil es einfach zeitlos ist. Die Sehnsucht nach Geborgenheit, nach Liebe und nach dem Staunen über die Welt, die wird es immer geben. Und solange es die gibt, wird auch "Weißt du, wieviel Sternlein stehen?" gesungen werden.
Ich stelle mir gerade vor, wie Generationen von Kindern vor mir dieses Lied gesungen haben, vielleicht am Lagerfeuer, vielleicht im Religionsunterricht, vielleicht einfach nur so, weil es sich gut anfühlt. Und ich bin ein Teil dieser Kette, ein kleines Glied in einer langen Tradition. Das ist schon irgendwie berührend.
Mehr als nur ein Lied
Also, das nächste Mal, wenn ihr "Weißt du, wieviel Sternlein stehen?" hört, denkt daran: es ist mehr als nur ein Kinderlied. Es ist ein Stück unserer Kultur, ein Anker in der Vergangenheit, ein Symbol für Geborgenheit und Liebe. Und vielleicht ist es ja auch eine kleine Aufforderung, mal wieder in den Himmel zu schauen und zu staunen über die unendliche Pracht der Sterne.
Und wer weiß, vielleicht findet man ja auch die Antwort auf die Frage, wie viele Sternlein es wirklich sind. Aber psst, verratet es niemandem! Lasst uns lieber weiter gemeinsam singen und uns an der Magie dieses Liedes erfreuen.
Also, singt mit: "Weißt du, wieviel Sternlein stehen…"
