Welche Hunde Sind Keine Qualzuchten
Die Frage, welche Hunde keine Qualzuchten sind, ist besonders wichtig für alle, die einen Hund in ihr Leben aufnehmen möchten. Das deutsche Tierschutzgesetz verbietet Qualzuchten, doch die Definition und die Erkennung sind oft komplex. Dieser Artikel soll Ihnen helfen, gesunde Hunderassen zu erkennen und Züchter auszuwählen, die das Wohl der Tiere in den Vordergrund stellen.
Was versteht man unter Qualzucht?
Eine Qualzucht liegt vor, wenn bei Tieren bestimmte Merkmale gezielt gefördert werden, die mit Leiden, Schmerzen, Verhaltensstörungen oder Gesundheitsschäden einhergehen. Diese Merkmale können das Leben des Tieres stark beeinträchtigen und seine Lebensqualität erheblich mindern. Das deutsche Tierschutzgesetz verbietet die Zucht von Tieren, die solche Merkmale aufweisen.
Typische Merkmale von Qualzuchten sind beispielsweise:
- Kurzköpfigkeit (Brachycephalie): Betrifft Rassen wie Mops, Französische Bulldogge oder Englische Bulldogge. Führt oft zu Atemnot, Augenproblemen und Hitzschlag.
- Übermäßige Faltenbildung: Betrifft Rassen wie Shar Pei oder Bluthund. Kann zu Hautentzündungen und Augenproblemen führen.
- Zwergwuchs (Chondrodysplasie): Betrifft Rassen wie Dackel oder Basset Hound. Kann zu Rückenproblemen (Dackellähmung) und Gelenkproblemen führen.
- Haarlosigkeit oder übermäßige Behaarung: Kann zu Hautproblemen, Sonnenbrand oder Überhitzung führen.
- Extrem große oder kleine Statur: Kann zu Gelenkproblemen, Herzproblemen und anderen gesundheitlichen Problemen führen.
Es ist wichtig zu betonen, dass nicht jede Rasse, die potenziell von Qualzuchtmerkmalen betroffen ist, automatisch eine Qualzucht darstellt. Vielmehr kommt es auf die Ausprägung dieser Merkmale an. Ein Mops mit einer sehr kurzen Nase und stark eingeschränkter Atmung ist eher eine Qualzucht als ein Mops mit einer etwas längeren Nase und freier Atmung. Verantwortungsvolle Züchter versuchen, diese extremen Merkmale zu vermeiden oder zu reduzieren.
Hunderassen, die weniger anfällig für Qualzuchtmerkmale sind
Es gibt eine Vielzahl von Hunderassen, die weniger anfällig für die oben genannten Qualzuchtmerkmale sind. Hier sind einige Beispiele:
Hütehunde:
- Border Collie: Intelligente und agile Hunde, die für ihre Arbeitseigenschaften gezüchtet werden. Achten Sie auf Züchter, die Wert auf Gesundheit und Wesensfestigkeit legen.
- Australian Shepherd: Ebenfalls intelligente und aktive Hunde, die im Allgemeinen robust und gesund sind.
- Deutscher Schäferhund: Bei dieser Rasse ist es wichtig, auf die Rückenlinie zu achten. Eine abfallende Rückenlinie kann auf Hüftdysplasie (HD) hindeuten. Wählen Sie Züchter, die Wert auf gesunde Zuchtlinien legen.
Jagdhunde:
- Labrador Retriever: Beliebte Familienhunde, die im Allgemeinen gesund sind. Achten Sie auf Züchter, die auf HD und ED (Ellbogendysplasie) testen.
- Golden Retriever: Ähnlich wie Labrador Retriever sind Golden Retriever im Allgemeinen gesund. Auch hier ist es wichtig, auf HD und ED zu achten.
- Weimaraner: Aktive und intelligente Hunde, die im Allgemeinen gesund sind.
Begleithunde:
- Pudel (alle Größen): Intelligente und allergikerfreundliche Hunde, die im Allgemeinen gesund sind. Achten Sie auf Züchter, die auf erbliche Augenkrankheiten testen.
- Malteser: Kleine und verspielte Hunde, die im Allgemeinen gesund sind.
- Bichon Frisé: Fröhliche und liebevolle Hunde, die im Allgemeinen gesund sind.
Andere Rassen:
- Schlittenhunde (Husky, Malamute): Robuste und aktive Hunde, die für ihre Ausdauer gezüchtet werden.
- Windhunde (Greyhound, Whippet): Schnelle und elegante Hunde, die im Allgemeinen gesund sind. Achten Sie auf Züchter, die auf Herzkrankheiten testen.
- Viele Mischlingshunde: Mischlingshunde können oft robuster sein als Rassehunde, da sie einen größeren Genpool haben. Es ist jedoch wichtig, die Elterntiere kennenzulernen, um Informationen über mögliche Gesundheitsprobleme zu erhalten.
Wichtig: Auch bei diesen Rassen können gesundheitliche Probleme auftreten. Es ist daher unerlässlich, einen seriösen Züchter zu wählen, der Wert auf Gesundheit und Wesensfestigkeit legt.
Wie erkenne ich einen seriösen Züchter?
Die Wahl des Züchters ist entscheidend, um sicherzustellen, dass Sie einen gesunden und wesensfesten Hund erhalten. Hier sind einige Tipps, wie Sie einen seriösen Züchter erkennen:
- Der Züchter ist Mitglied in einem anerkannten Zuchtverband: Dies stellt sicher, dass der Züchter bestimmte Zuchtstandards einhält.
- Der Züchter gibt bereitwillig Auskunft über seine Zuchtziele und die Gesundheit der Elterntiere: Er sollte Ihnen alle Fragen beantworten und Ihnen die Gesundheitszeugnisse der Elterntiere zeigen können.
- Der Züchter lässt Sie die Welpen und die Mutterhündin sehen: Achten Sie darauf, dass die Welpen in einer sauberen und artgerechten Umgebung aufwachsen.
- Der Züchter gibt die Welpen nicht vor der 8. Lebenswoche ab: Die Welpen benötigen diese Zeit, um sich optimal zu entwickeln und von der Mutterhündin zu lernen.
- Der Züchter gibt die Welpen geimpft, entwurmt und gechipt ab: Dies ist ein Zeichen dafür, dass der Züchter sich um die Gesundheit der Welpen kümmert.
- Der Züchter stellt Ihnen Fragen über Ihre Lebensumstände und Ihre Erfahrung mit Hunden: Ein seriöser Züchter möchte sicherstellen, dass seine Welpen in ein gutes Zuhause kommen.
- Der Züchter drängt Sie nicht zum Kauf: Ein seriöser Züchter gibt Ihnen Zeit, sich zu entscheiden und berät Sie ehrlich.
- Der Züchter verlangt einen angemessenen Preis für die Welpen: Ein sehr niedriger Preis kann ein Zeichen dafür sein, dass der Züchter an der Gesundheit und dem Wohlergehen der Tiere spart.
Meiden Sie Züchter, die:
- Viele verschiedene Rassen züchten.
- Ihnen keine Fragen stellen.
- Die Welpen zu früh abgeben wollen.
- Die Welpen in schlechten Bedingungen halten.
- Keine Gesundheitszeugnisse vorlegen können.
Alternativen zum Welpen vom Züchter
Wenn Sie keinen Welpen vom Züchter möchten, gibt es auch andere Möglichkeiten, einen Hund zu adoptieren:
- Tierheim: In Tierheimen warten viele Hunde auf ein neues Zuhause. Oftmals sind auch Rassehunde dabei.
- Tierschutzorganisationen: Es gibt viele Tierschutzorganisationen, die sich um Hunde aus dem In- und Ausland kümmern.
- Pflegestellen: Pflegestellen nehmen Hunde vorübergehend auf und suchen für sie ein passendes Zuhause.
Die Adoption eines Hundes aus dem Tierheim oder von einer Tierschutzorganisation kann eine sehr lohnende Erfahrung sein. Sie geben einem Hund eine zweite Chance und tragen dazu bei, Tierleid zu reduzieren. Oftmals kennen die Mitarbeiter des Tierheims oder der Tierschutzorganisation die Charaktereigenschaften der Hunde gut und können Ihnen bei der Auswahl des passenden Hundes helfen.
Fazit
Die Entscheidung für einen Hund sollte gut überlegt sein. Informieren Sie sich gründlich über die verschiedenen Rassen und ihre Bedürfnisse. Wählen Sie einen seriösen Züchter oder adoptieren Sie einen Hund aus dem Tierheim oder von einer Tierschutzorganisation. Achten Sie auf die Gesundheit und das Wohlergehen des Tieres. Vermeiden Sie Qualzuchten und unterstützen Sie Züchter, die das Wohl der Tiere in den Vordergrund stellen. Nur so können Sie sicherstellen, dass Ihr neuer Begleiter ein glückliches und gesundes Leben führen kann.
Indem Sie sich bewusst für einen Hund ohne Qualzuchtmerkmale entscheiden, tragen Sie aktiv zum Tierschutz bei und unterstützen eine verantwortungsvolle Zucht.
