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Welche Prophylaxen In Der Pflege Gibt Es


Welche Prophylaxen In Der Pflege Gibt Es

Die Pflege von hilfsbedürftigen Menschen erfordert nicht nur Zuwendung und Empathie, sondern auch ein fundiertes Wissen über präventive Maßnahmen, sogenannte Prophylaxen. Diese Maßnahmen dienen dazu, gesundheitliche Risiken zu minimieren und die Lebensqualität der Patienten zu erhalten oder zu verbessern. Für Expats und Neuankömmlinge im deutschen Gesundheitssystem kann es hilfreich sein, einen Überblick über die gängigsten Prophylaxen in der Pflege zu erhalten.

Was sind Prophylaxen in der Pflege?

Prophylaxen in der Pflege sind präventive Maßnahmen, die ergriffen werden, um bestimmte Komplikationen oder Erkrankungen bei pflegebedürftigen Menschen zu verhindern. Sie sind ein integraler Bestandteil der professionellen Pflege und tragen dazu bei, die Selbstständigkeit des Patienten so lange wie möglich zu erhalten. Die Auswahl der geeigneten Prophylaxen richtet sich nach den individuellen Bedürfnissen und Risiken des Patienten.

Die wichtigsten Prophylaxen in der Pflege

Es gibt eine Vielzahl von Prophylaxen in der Pflege. Die wichtigsten und am häufigsten angewendeten werden im Folgenden detailliert beschrieben:

Dekubitusprophylaxe

Ein Dekubitus, auch Druckgeschwür genannt, entsteht durch langanhaltenden Druck auf die Haut, insbesondere über knöchernen Vorsprüngen. Dies führt zu einer Minderdurchblutung und schließlich zum Absterben des Gewebes. Besonders gefährdet sind bettlägerige oder immobilitätsbeeinträchtigte Personen.

Maßnahmen zur Dekubitusprophylaxe:

  • Druckentlastung: Regelmäßige Umlagerung des Patienten (mindestens alle zwei Stunden), Einsatz von Spezialmatratzen (z.B. Wechseldruckmatratzen), Kissen oder Lagerungshilfsmitteln.
  • Hautpflege: Regelmäßige Inspektion der Haut, insbesondere an gefährdeten Stellen. Verwendung von rückfettenden und pH-neutralen Waschlotionen und Hautpflegeprodukten.
  • Bewegungsförderung: Aktive oder passive Bewegungsübungen, um die Durchblutung zu fördern.
  • Ernährung: Ausgewogene und proteinreiche Ernährung zur Förderung der Hautregeneration. Ausreichende Flüssigkeitszufuhr.
  • Beobachtung: Achten auf Rötungen oder Druckstellen, die frühzeitig behandelt werden müssen.

Pneumonieprophylaxe

Eine Pneumonie (Lungenentzündung) kann durch Aspiration (Eindringen von Fremdkörpern wie Speichel oder Nahrung in die Atemwege) oder durch mangelnde Belüftung der Lunge entstehen. Besonders gefährdet sind Patienten mit Schluckstörungen, Bewusstseinsbeeinträchtigungen oder eingeschränkter Mobilität.

Maßnahmen zur Pneumonieprophylaxe:

  • Atemübungen: Regelmäßige Atemübungen, um die Lunge zu belüften und Sekret zu lösen.
  • Mobilisation: Förderung der Mobilität, um die Lunge zu belüften und die Sekretolyse zu unterstützen.
  • Aspiration vermeiden: Korrekte Lagerung während der Nahrungsaufnahme (Oberkörper hochgelagert), angepasste Konsistenz der Nahrung bei Schluckstörungen.
  • Mundpflege: Regelmäßige und gründliche Mundpflege, um die Keimzahl im Mundraum zu reduzieren.
  • Inhalation: Inhalation mit Kochsalzlösung oder schleimlösenden Medikamenten.
  • Impfung: Empfehlung zur Grippe- und Pneumokokkenimpfung.

Thromboseprophylaxe

Eine Thrombose ist die Bildung eines Blutgerinnsels in einem Blutgefäß, meist in den tiefen Beinvenen. Dies kann zu einer Lungenembolie führen, einer lebensbedrohlichen Komplikation. Besonders gefährdet sind Patienten mit eingeschränkter Mobilität, nach Operationen oder mit bestimmten Vorerkrankungen.

Maßnahmen zur Thromboseprophylaxe:

  • Mobilisation: Frühmögliche Mobilisation nach Operationen oder bei Bettlägerigkeit.
  • Bewegungsübungen: Regelmäßige Bewegungsübungen der Beine, um die Durchblutung zu fördern.
  • Antithrombotische Strümpfe: Anpassen und Tragen von medizinischen Kompressionsstrümpfen oder Antithrombosestrümpfen.
  • Medikamentöse Prophylaxe: Verabreichung von gerinnungshemmenden Medikamenten (z.B. Heparin) nach ärztlicher Anordnung.
  • Ausreichende Flüssigkeitszufuhr: Trinken von ausreichend Flüssigkeit, um das Blut zu verdünnen.

Kontrakturenprophylaxe

Eine Kontraktur ist eine Gelenkversteifung, die durch Inaktivität oder Fehlhaltung entsteht. Dies kann zu Schmerzen und Bewegungseinschränkungen führen. Besonders gefährdet sind Patienten mit Lähmungen, neurologischen Erkrankungen oder längerer Bettlägerigkeit.

Maßnahmen zur Kontrakturenprophylaxe:

  • Bewegungsübungen: Regelmäßige aktive oder passive Bewegungsübungen der Gelenke.
  • Lagerung: Korrekte Lagerung der Gliedmaßen, um Fehlhaltungen zu vermeiden.
  • Frühmobilisation: So früh wie möglich nach Operationen oder bei Bettlägerigkeit.
  • Hilfsmittel: Einsatz von Lagerungshilfsmitteln wie Kissen oder Rollen.
  • Dehnübungen: Durchführung von Dehnübungen, um die Beweglichkeit der Gelenke zu erhalten oder zu verbessern.

Obstipationsprophylaxe

Obstipation (Verstopfung) ist eine erschwerte oder seltene Stuhlentleerung. Sie kann durch mangelnde Bewegung, ballaststoffarme Ernährung, unzureichende Flüssigkeitszufuhr oder Medikamente verursacht werden. Besonders häufig tritt sie bei älteren Menschen oder bei Patienten mit bestimmten Erkrankungen auf.

Maßnahmen zur Obstipationsprophylaxe:

  • Ballaststoffreiche Ernährung: Verzehr von ballaststoffreichen Lebensmitteln wie Vollkornprodukten, Gemüse und Obst.
  • Ausreichende Flüssigkeitszufuhr: Trinken von mindestens 1,5 bis 2 Litern Flüssigkeit pro Tag.
  • Bewegung: Regelmäßige körperliche Aktivität, um die Darmtätigkeit anzuregen.
  • Regelmäßige Toilettengänge: Feste Toilettenzeiten einhalten, um den Stuhlgang zu erleichtern.
  • Bauchmassage: Durchführung einer sanften Bauchmassage, um die Darmtätigkeit anzuregen.
  • Medikamentöse Unterstützung: Einsatz von milden Abführmitteln nach ärztlicher Anordnung, wenn andere Maßnahmen nicht ausreichend wirksam sind.

Soor- und Parotitisprophylaxe

Soor ist eine Pilzinfektion der Mundschleimhaut, während Parotitis eine Entzündung der Ohrspeicheldrüse ist. Beide Erkrankungen können durch mangelnde Mundhygiene oder Austrocknung der Mundschleimhaut begünstigt werden. Besonders gefährdet sind Patienten mit geschwächtem Immunsystem oder künstlicher Ernährung.

Maßnahmen zur Soor- und Parotitisprophylaxe:

  • Regelmäßige Mundpflege: Mehrmals tägliche Reinigung der Mundhöhle mit einer weichen Zahnbürste und einer milden Mundspüllösung.
  • Feuchthalten der Mundschleimhaut: Befeuchten der Mundschleimhaut mit Wasser oder speziellen Gelen.
  • Anregung des Speichelflusses: Kauen von zuckerfreiem Kaugummi oder Lutschen von sauren Bonbons.
  • Regelmäßige Inspektion der Mundhöhle: Achten auf Veränderungen der Mundschleimhaut, wie z.B. Rötungen, Beläge oder Schwellungen.

Intertrigoprophylaxe

Intertrigo (Hautwolf) ist eine Entzündung der Haut in Hautfalten, die durch Reibung, Feuchtigkeit und mangelnde Belüftung begünstigt wird. Besonders gefährdet sind übergewichtige Menschen, Diabetiker oder Patienten mit starkem Schwitzen.

Maßnahmen zur Intertrigoprophylaxe:

  • Trockenhalten der Hautfalten: Regelmäßiges Waschen und sorgfältiges Abtrocknen der Hautfalten.
  • Luftzirkulation: Vermeiden von eng anliegender Kleidung und Förderung der Luftzirkulation in den Hautfalten.
  • Hautpflege: Verwendung von feuchtigkeitsabsorbierenden Pudern oder Cremes.
  • Gewichtsreduktion: Bei Übergewicht Gewichtsreduktion anstreben.

Sturzprophylaxe

Stürze sind eine häufige Ursache für Verletzungen bei älteren Menschen und können zu schwerwiegenden Komplikationen führen. Risikofaktoren für Stürze sind u.a. Sehschwäche, Gangunsicherheit, Medikamenteneinnahme oder Stolperfallen in der Umgebung.

Maßnahmen zur Sturzprophylaxe:

  • Anpassung der Umgebung: Beseitigung von Stolperfallen wie Teppichen oder Kabeln. Ausreichende Beleuchtung. Anbringen von Haltegriffen in Bad und Toilette.
  • Bewegungsförderung: Regelmäßige körperliche Aktivität, um die Muskelkraft und das Gleichgewicht zu verbessern.
  • Sehhilfen: Tragen der korrekten Sehhilfe. Regelmäßige augenärztliche Untersuchung.
  • Medikamentenüberprüfung: Überprüfung der Medikamenteneinnahme auf sturzbegünstigende Nebenwirkungen.
  • Schuhe: Tragen von rutschfesten Schuhen.
  • Hüftprotektoren: Bei hohem Sturzrisiko das Tragen von Hüftprotektoren in Erwägung ziehen.
  • Schulung: Aufklärung des Patienten und der Angehörigen über Sturzrisiken und Präventionsmaßnahmen.

Bedeutung der individuellen Anpassung

Es ist wichtig zu betonen, dass die Auswahl und Durchführung der Prophylaxen immer individuell auf den Patienten abgestimmt sein müssen. Eine umfassende Anamnese und Risikoeinschätzung sind unerlässlich, um die geeigneten Maßnahmen zu ermitteln und umzusetzen. Die Zusammenarbeit zwischen Pflegekräften, Ärzten, Therapeuten und Angehörigen ist dabei von großer Bedeutung. Nur so kann eine effektive und patientenorientierte Prophylaxe gewährleistet werden, die die Lebensqualität des Pflegebedürftigen nachhaltig verbessert.

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